Die Koexistenz von Religionen

"Die Jüdin von Toledo" am Schauspielhaus Bochum Foto: Jörg Brüggemann / Ostkreuz

„Die Jüdin von Toledo“ am Schauspielhaus Bochum Foto: Jörg Brüggemann / Ostkreuz

Die Jüdin von Toledo war die Eröffnungspremiere des Schauspielhauses Bochum unter der neuen Intendanz von Johan Simons, welcher auch die Regie bei dieser Inszenierung übernahm. In Koen Tachelets Theaterfassung nach dem Roman von Lion Feuchtwanger zeigt sich ein starkes Ensemble, welches auf reduzierter und abstrakter Bühne den komplexen und komplizierten Dialog dynamisch darzustellen weiß.

von KEVIN WANCKEL Weiterlesen

Werbeanzeigen

Mitten im Wahnsinn?

"Campiello" am Schauspielhaus Bochum Foto: Birgit Hupfeld

„Campiello“ am Schauspielhaus Bochum Foto: Birgit Hupfeld

Patient*innen und Mitarbeiter*innen der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin des LWL-Universitätsklinikums Bochum zeigen mit Campiello in der Zeche Eins eine Telenovela für die Bühne. Auf dem „kleinen Platz“ werden italienische Klischees und stereotype Figuren präsentiert, die dort ihr alltägliches Freud und Leid verhandeln. Leider bleibt das Geschehen auf dem Campiello der einzige Inhalt.

von JASMIN GIERLING Weiterlesen

Iphigenie bei den Bochumern

"Iphigenie" am Schauspielhaus Bochum Foto: Julian Röder

„Iphigenie“ am Schauspielhaus Bochum Foto: Julian Röder

Das Schauspielhaus Bochum zeigt eine Euripides-Jelinek-Melange von Dušan David Pařízek, die vor allem ein Anliegen hat: Geschlechterrollen zu verwischen und zu hinterfragen. Trotz brillanter Schauspieler und einiger verblüffender Regieeinfälle läuft der Abend jedoch etwas ins Leere; nur Weniges bleibt hängen.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Wer bin ich? Wer will ich sein?

"Penthesilia" am Schauspielhaus Bochum Foto: Monika Rittershaus

„Penthesilia“ am Schauspielhaus Bochum Foto: Monika Rittershaus

Viel braucht es nicht, um auf einer Bühne eine spannende und fesselnde, aber gleichzeitig verzerrte und undurchsichtige Atmosphäre zu erzeugen. Dies wird auch in der Bochumer Inszenierung von Kleists Penthesilea auf hohem Niveau gezeigt. Johan Simons macht aus diesem ursprünglich antiken Stoff ein Zwei-Personen-Stück. Zwei Stunden wird der Zuschauer gefesselt und erlebt eine Geschichte von Gewalt und Liebe sowie einen Kampf zwischen – oder mit – den Geschlechtern.

von KEVIN WANCKEL Weiterlesen

„Wir sind geboren, um frei zu sein“

"Freiheit in Krähwinkel" am Schauspielhaus Bochum Foto: Thomas Aurin

„Freiheit in Krähwinkel“ am Schauspielhaus Bochum Foto: Thomas Aurin

Ein kleines Örtchen namens Krähwinkel soll der Schauplatz einer Revolution werden. Die letzte „große“ Inszenierung des Schauspielhauses Bochums wird zu einem selbstreflektierenden und vielschichtigen Abend, bei dem zurückgeschaut wird: auf die vergangene Spielzeit und auf alle Spielzeiten zuvor. Doch gleichzeitig wird nicht nur in der Vergangenheit verweilt, sondern auch überspitzt, grotesk und mit ein wenig Wehmut in die Zukunft geschaut: auf die neue Spielzeit unter neuer Intendanz mit neuem Ensemble und auf das, was noch kommen wird.

von KEVIN WANCKEL Weiterlesen

„Here’s looking at you, Kid!“ – Sex im Auge der Zukunft

"The Future of Sex" bei der Ruhrtriennale 2016 Foto: Fred Debrock

„The Future of Sex“ bei der Ruhrtriennale 2016 Foto: Fred Debrock

Wie mag unser Sex in einer zunehmend technisierten und digitalisierten Welt wohl aussehen, wenn bereits jetzt ein Rückgang der tatsächlichen sexuellen Aktivität zwischen Paaren zu konstatieren ist? Haben wir dann überhaupt noch welchen? Und was ist Sex in Zukunft und jetzt überhaupt? Im Rahmen der Ruhrtriennale 2016 haben das niederländisch-flämische Schauspielkollektiv Wunderbaum und der niederländische Autor Arnon Grünberg auf PACT Zollverein in der Inszenierung The Future of Sex versucht, unserer sexuellen Zukunft performativ beizukommen.

von SYLVIA KOKOT Weiterlesen

„Die Zukunft ist heute, das Morgen ist jetzt“

"The Rest is Noise" am Schauspielhaus Bochum im Rahmen der Ruhrtriennale Foto: Christoph Sebastian

„The Rest is Noise“ am Schauspielhaus Bochum im Rahmen der Ruhrtriennale Foto: Christoph Sebastian

Die letzte Etappe der Lesereihe von Alex Rossʼ Buch The Rest is Noise im Rahmen der Ruhrtriennale führt uns ans Schauspielhaus Bochum. Das Konzept ist inzwischen bekannt: Seit November 2015 wird einmal im Monat der Verlauf des 20. Jahrhunderts anhand musikalischer Klassik-Strömungen durchleuchtet, untermalt und unterhaltsam erklärt. Auch die sechste Station gestaltet sich unter der Regie von Triennale-Intendant Johan Simons kurzweilig und führt das Publikum an Musik heran, die für ein Verdi-verwöhntes Ohr erstmal ungewohnt ist.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Musikalische Geschichtsschreibung

"The Rest is Noise" im Rahmen der Ruhrtriennale am Theater Oberhausen Foto: Christoph Sebastian

„The Rest is Noise“ im Rahmen der Ruhrtriennale am Theater Oberhausen Foto: Christoph Sebastian

Das Theater Oberhausen lädt ein zur vierten Etappe der von Johan Simons im Rahmen der Ruhrtriennale inszenierten Lesereihe The Rest is Noise und verbindet in lockerem Ambiente das Ende der Zeit mit der musikalischen Avantgarde des 20. Jahrhunderts. Ein Abend zwischen Vogelgezwitscher und radikaler E-Musik.

von KATJA PAPIOREK Weiterlesen

Musik der Geschichte / Geschichte der Musik

"The Rest is Noise" in Dortmund im Rahmen der Ruhrtriennale Foto: Christoph Sebastian

„The Rest is Noise“ in Dortmund im Rahmen der Ruhrtriennale Foto: Christoph Sebastian

Auch wenn die eigentliche Spielzeit der aktuellen Ruhrtriennale schon vergangen ist, lockt ihr Programm weiterhin ins Theater: Im Rahmen des Kunstfestivals kooperieren erstmalig sechs Theaterhäuser des Ruhrgebiets, um Alex Rossʼ The Rest is Noise zum Besten zu geben. Nach Stationen in Essen und Moers im letzten Jahr fand der dritte Teil der Lesereihe nun im Schauspiel Dortmund statt und überzeugte mit hervorragenden Musikern und einem gut aufgelegten Ensemble.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Vom Versuch, die Ordnung aufzubrechen

"Das Rheingold" bei der Ruhrtriennale Foto: JU/Ruhrtriennale

„Das Rheingold“ bei der Ruhrtriennale Foto: JU/Ruhrtriennale

Wagner ist umso mehr Wagner, je weniger er Wagner ist. So oder so ähnlich ließe sich der inszenatorische Ansatz von Johan Simons’ und Teodor Currentzis’ Interpretation von Das Rheingold bei der diesjährigen Ruhrtriennale zusammenfassen. Das volle Potenzial eines freieren Umgangs mit dem Werk wird, trotz stellenweiser Loslösung von der Partitur, nicht ausgeschöpft. Die Inszenierung gerät konventioneller als angekündigt, dennoch zeigt sie sich erfinderisch.

von CHRISTOFER SCHMIDT Weiterlesen