Liberalismus ist Konservativismus?

Diana Kinnert - Für die Zukunft seh' ich schwarz Cover: Rowohlt

Diana Kinnert – Für die Zukunft seh‘ ich schwarz Cover: Rowohlt

Diana Kinnert entwickelt in Für die Zukunft seh´ ich schwarz die Idee eines modernen Konservatismus. Dabei geht es der Autorin nicht um Werbung für ihre Partei, die CDU. Vielmehr fordert sie in ihrem Plädoyer eine gesellschaftliche Grundhaltung der Innovation und Liberalität – und ermuntert zum Einstieg in die politische Debatte.

von ANNA BREIDENBACH Weiterlesen

So hip kann man gar nicht sein: Thomas Meinecke legt „Selbst“ auf

Thomas Meinecke - Selbst Cover: Suhrkamp

Thomas Meinecke – Selbst Cover: Suhrkamp

Im „verwilderten Gestrüpp neben dem Hintereingang zum Institut für vergleichende Irrelevanz“ ereignen sich Dates zwischen Menschen, die offensiv mit ihrer geschlechtlichen Identität spielen: Das ist Programm, aber ist es mehr?

von STEPHANIE HEIMGARTNER Weiterlesen

Erwachsen werden mit Florian Berg

COVER_Marklein_Florian Berg ist sterblich_BlumenbarWenn ein phänomenaler Janko Marklein als Chronist die Abgründe der westdeutschen Jugend nachzeichnet, wird deutlich, dass diese, genau wie der Protagonist in seinem Debüt Florian Berg ist sterblich, voller Widersprüche ist. Die westdeutsche Jugend scheint keine Probleme zu haben, aber davon sehr viele!

von VERENA SCHÄTZLER Weiterlesen

Das streitbare Klassenzimmer

"Nathan der Weise" an den Bonner Kammerspielen Foto: Thilo Beu

„Nathan der Weise“ an den Bonner Kammerspielen Foto: Thilo Beu

Volker Löschs Inszenierung von Lessings Nathan der Weise in den Bonner Kammerspielen provoziert mit Gewaltausbrüchen und verbaler Konfrontation – und begeistert durch den Chor aus zwölf jungen Muslimen, die Nathan bei Weitem überstrahlen.

von NINA BLÄSIUS Weiterlesen

Zigaretten, Alkohol und jede Menge Pathos

"West Side Story" an den Wuppertaler Bühnen Foto: Uwe Stratmann

„West Side Story“ an den Wuppertaler Bühnen Foto: Uwe Stratmann

Nach vorübergehender Musicalabstinenz unter dem nun scheidenden Opernintendanten Toshiyuki Kamioka steht mit West Side Story endlich wieder ein idealtypischer Vertreter des Musicalgenres auf der Bühne des Wuppertaler Opernhauses. Berühmt für die komplexe narrative Verflechtung von Tanz, Gesang und Schauspiel, fungiert das Stück seit fast 60 Jahren weltweit als Publikumsmagnet. Fast 60 Jahre? Zeit für eine Aktualisierung! – dachte sich wohl das Kreativteam der Wuppertaler Inszenierung rund um Regisseurin Katja Wolff, das zu einer Übertragung der Geschichte in die Gegenwart ansetzt.

von CHRISTOFER SCHMIDT Weiterlesen

Mark Twain für das 21. Jahrhundert

Dirk Pope - Idiotensicher   Cover: HanserDirk Popes instruktiver Jugendroman Idiotensicher übersetzt Die Abenteuer des Tom Sawyer in die Gegenwart. Sein Held heißt Moki und ist ein Freak voller verrückter Ideen. Mit seinem Cowboyhut fühlt er sich wie der schwarze Held in Tarantinos Django Unchained. Seine Freunde Joss und Basti dagegen sind ziemlich normal und umkreisen ihn „wie Motten das Licht“, so empfindet es zumindest die pummelige Elín, die Älteste der Gruppe. Doch die in vielen Jugendromanen mit häufig denselben Wertungen belegten Koordinaten des freiheitsstrebenden „Verrücken“ und des mit der Erwachsenenwelt verbundenen Konformismus sollen sich in Popes Roman bald verschieben.

von FRANK MÜLLER

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Kühle Kindheitsgeschichte

Ela Angerer - Bis ich 21 war   Cover: DeutickeEla Angerers semi-autobiografischer Roman Bis ich 21 war ist ein frostiges Leseerlebnis, das einen über eine grotesk wohlstandsverwahrloste Jugend im Österreich der 1960er und 70er schaudern lässt.

von LINA BRÜNIG

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Larger than life

Bilder deiner großen Liebe // Wolfgang Herrndorf // Quelle: Rowohlt BerlinWolfgang Herrndorf starb im August 2013. Wenige Wochen vor seinem Tod gab er das Fragment Isa zur Veröffentlichung frei, das nun unter dem Titel Bilder deiner großen Liebe erschienen ist. Der unvollendete Roman erzählt, was die Ausreißerin Isa erlebt, bevor sie auf Andrej Tschichatschow und Maik Klingenberg trifft – der Text ist aber kein bloßes Tschick-Spin-Off, sondern eine literarische Supernova.

von LINA BRÜNIG

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Von Freiheit und Verlust

Cover_KarenKoehler_Wir haben Raketen geangelt_Carl HanserFast täuscht der Titel über die Ernsthaftigkeit der Erzählungen hinweg. Aber Wir haben Raketen geangelt versammelt Geschichten, die nicht bloß in lieben Erinnerungen schwelgen, sondern sich erzählend solchen Situationen annehmen, die zwischen dem Alltäglichen und dem Extremen aufgespannt werden. Indianer und Vespafahrten, Familienportraits und Eremiten sind Themen und formgebende Elemente dieser Kurzgeschichten, denen gemeinsam ist, dass ihre Protagonisten und Erzählerinnen sich der Aufgabe stellen, sich am eigenen (Kinder-)Anspruch zu messen.

von SOLVEJG NITZKE Weiterlesen

Wo Himmel und Erde aufeinander treffen

Buti_FlirrenHorizont_RZ02.inddRoland Buti beschreibt eine Welt, die im Begriff ist, vor Hitze zu zerfließen und Konventionen, Traditionen und gewisse Emotionen gemeinsam mit sich in den Untergang zu ziehen. Dieses existenzielle, schriftstellerisch exzellente Familiendrama wurde 2014 mit dem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet.

Von KARIN BÜRGENER Weiterlesen