Blutleere Orestie

Aischylos' "Orestie" am Schauspielhaus Bochum Foto: Birgit Hupfeld

Aischylos‘ „Orestie“ am Schauspielhaus Bochum Foto: Birgit Hupfeld

Aischylosʼ wohl berühmtestes Drama um den Atridenfluch, Blutrache und Muttermord gehört seit Langem zu den Theaterklassikern. Es dauerte jedoch knapp 100 Jahre, bis die Orestie auch auf der Bochumer Bühne Einzug hielt. Lisa Nielebock inszeniert die Trilogie nun in den Kammerspielen – statt karg-analytischen 110 Minuten hätte man sich aber mehr Dramatik und mehr Zeit für Spiel und kontextuelles Regiekonzept gewünscht.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

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Lost in white misery

"Gift" am Schauspielhaus Bochum   Foto: Diana KüsterWas ist Leid? Ist Leid universell? Wie leidet ein Individuum im Angesicht eines unbegreiflichen Ereignisses? Ist Leid vergleichbar? Wie weit darf das persönliche Leiden gehen? Ist geteiltes Leid wirklich halbes Leid oder nicht eher doppeltes? In den Kammerspielen des Schauspielhauses Bochum wirft Lot Vekemansʼ Zwei-Personen-Drama Gift. Eine Ehegeschichte in der Inszenierung von Heike M. Götze mit Bettina Engelhardt und Dietmar Bär Fragen nach Leid und Leiden auf. Ein Abend, der an die Nieren geht.

von SYLVIA KOKOT Weiterlesen

„Ruhm“ oder die Geburtsstunde eines B-Sternchens

Ruhm im Schauspielhaus Bochum   Foto: Diana KüsterRuhm heißt das neue Tanztheaterstück, das Neco Çelik zusammen mit Renegade in Residence auf die Bühne der Kammerspiele des Schauspielhauses Bochum bringt. Tänzerisch will man dem Begriff „Ruhm“ auf die Spur kommen. Nach einem gelungenen Beginn ähnelt das Stück allerdings bald einer langweiligen Version von Deutschland sucht den Superstar und ähnlichen TV-Formaten.

von SUSANNE EHRL Weiterlesen

Kreideumriss eines Theaterklassikers

Kabale und Liebe / Schauspielhaus Bochum / Foto: Thomas AurinZentralabitur-Alarm: Die Bochumer Kammerspiele zeigen Schillers Kabale und Liebe. Für Schiller-Neulinge eine der seltenen Gelegenheiten, den Stoff textgetreu und ohne störende Inszenierung auf sich wirken zu lassen. Der Rezensent blieb mit Teilen des Publikums ratlos zurück. Eine Spurensuche.

von FABIAN MAY

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Poesie statt Politik

Die Unvernünftigen sterben aus am Bochumer Schauspielhaus am Bochumer Schauspielhaus    Foto: Thomas Aurin Mit Die Unvernünftigen sterben aus beschließt das Schauspielhaus Bochum sein erstes Premierenwochenende. Aus dem 1973 als politisches Drama gedachten Stück Peter Handkes macht Regisseur Alexander Riemenschneider nun ein poetisches Psychogramm des Unternehmers Hermann Quitt. Schließlich ist die wirtschaftliche Komponente im 21. Jahrhundert aktueller denn je, wurde aber nicht in die Gegenwart transportiert – ein sehenswerter Abend ist es dennoch.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen