Von Musen und Dummköpfen oder: Mit den Ohren auf Zeitreise

Jean Rondeau - Vertigo Cover: ERATO

Jean Rondeau – Vertigo Cover: ERATO

Jean Rondeau ist das neue Enfant terrible des Cembalos. Eindrucksvoll demonstriert der 26-jährige Franzose, dass jenes antiquierte Vorläuferinstrument des modernen Klaviers heute keineswegs (nur) ins Museum gehört, sondern nach wie vor verschiedenste Konzertbesucher zu begeistern vermag. Sein neues Album Vertigo ist mehr als ein Geschenk für die Freaks der sogenannten Alten Musik: ein Genuss für alle, die mit ihren Ohren die bezaubernden Kulissen des französischen Barocktheaters durchwandern möchten.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

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Auf ein Gläschen Absinth in den Rhein

Wagners "Rheingold" an der Deutschen Oper am Rhein Foto: Hans Jörg Michel

Wagners „Rheingold“ an der Deutschen Oper am Rhein Foto: Hans Jörg Michel

Die Deutsche Oper am Rhein erarbeitete unter der Regie von Dietrich W. Hilsdorf eine Rheingold-Inszenierung, die schonungslos mit Richard Wagner umgeht, während sie gleichzeitig sein musikalisches Genie ehrt. Nach Premiere und Spielzeit in Düsseldorf schwimmt Hilsdorfs Vorabend zur Ringtetralogie den Rhein entlang und feierte nun Premiere im Duisburger Opernhaus. Hier wurde es vom Publikum gefeiert und lässt auf weitere spannende Wagner-Abende an den Häusern am Rhein hoffen.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Märchenmusik mit Knusperhexe

Humperdincks "Hänsel und Gretel" am Aalto-Theater Essen Foto: Saad Hamza

Humperdincks „Hänsel und Gretel“ am Aalto-Theater Essen Foto: Saad Hamza

In der (vor-)weihnachtlichen Regie der Mezzosopranistin Marie-Helen Joël bringt das Essener Aalto-Theater Hänsel und Gretel kindgerecht auf die Bühne. Die musikalische Qualität des Abends führt einmal mehr vor Augen, dass Humperdincks Märchenspiel in drei Bildern durchaus keine Banalität ist, sondern ein ernst zu nehmendes Werk des post-wagnerianischen Musiktheaters.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Menschenopfer für die Freiheit

"Prometheus/Egmont" bei den Ruhrfestspielen Foto: Krusebild

„Prometheus/Egmont“ bei den Ruhrfestspielen Foto: Krusebild

Die Ruhrfestspiele setzen den Feinden der Demokratie in einer Lesung mit Sebastian Koch die Freiheits-Märtyrer Prometheus/Egmont entgegen. Die Aussicht, die das ergibt, ist wenig erträglich. Doch es sind eben ernste Zeiten, sagt der Regisseur.

von FABIAN MAY Weiterlesen

Barock vor „Game of Thrones“-Kulisse

Händels "Alcina" am Theater Münster Foto: Oliver Berg

Händels „Alcina“ am Theater Münster Foto: Oliver Berg

Opern- und Musicalregisseur Sebastian Ritschel inszeniert am Theater Münster Georg Friedrich Händels Alcina und eröffnet damit die „Tage alter Musik“. Während die Bühne mit so mancher effektvollen Überraschung aufwartet, bleibt das musikalische Geschehen aber trotz des beherzten Dirigats Attilio Cremonesis auf einem mittleren Niveau.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Mein lieber Schwan!

Wagners "Lohengrin" am Essener Aalto-Theater Foto: Forster

Wagners „Lohengrin“ am Essener Aalto-Theater Foto: Forster

„Nie sollst du mich befragen, noch Wissens Sorge tragen, woher ich kam der Fahrt, noch wie mein Nam‘ und Art.“ Nein, das Essener Aalto-Theater hat in dieser Spielzeit keine Vertonung der Grimmʼschen Rumpelstilzchen-Geschichte im Programm. Jedenfalls nicht direkt. Dieses zentrale Zitat stammt aus Richard Wagners Oper Lohengrin, die seit Anfang Dezember das Essener Publikum spaltet.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

„Die Zukunft ist heute, das Morgen ist jetzt“

"The Rest is Noise" am Schauspielhaus Bochum im Rahmen der Ruhrtriennale Foto: Christoph Sebastian

„The Rest is Noise“ am Schauspielhaus Bochum im Rahmen der Ruhrtriennale Foto: Christoph Sebastian

Die letzte Etappe der Lesereihe von Alex Rossʼ Buch The Rest is Noise im Rahmen der Ruhrtriennale führt uns ans Schauspielhaus Bochum. Das Konzept ist inzwischen bekannt: Seit November 2015 wird einmal im Monat der Verlauf des 20. Jahrhunderts anhand musikalischer Klassik-Strömungen durchleuchtet, untermalt und unterhaltsam erklärt. Auch die sechste Station gestaltet sich unter der Regie von Triennale-Intendant Johan Simons kurzweilig und führt das Publikum an Musik heran, die für ein Verdi-verwöhntes Ohr erstmal ungewohnt ist.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen