Es hätte so gut werden können

Richard Wagners "Siegfried" an der Oper am Rhein Foto: Hans Jörg Michel

Richard Wagners „Siegfried“ an der Oper am Rhein Foto: Hans Jörg Michel

Der Ring dreht sich weiter. Inzwischen ist die Deutsche Oper am Rhein am zweiten Tag des Bühnenfestspiels Der Ring des Nibelungen angelangt. Mit Siegfried steht nun also das insgesamt dritte Werk aus der Ring-Saga Richard Wagners auf dem Spielplan. Während Das Rheingold noch mit spannendem Regiekonzept überzeugte und auf einen sehr guten Ring hoffen ließ, glänzte schon die Walküre fast nur noch musikalisch. Siegfried setzt den Abwärtstrend nun fort, kann jedoch zumindest auf Seiten der Darsteller überzeugen.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

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Ein amerikanisches Heimspiel in Essen

Leonard Bernstein Foto: Jack Mitchell

Leonard Bernstein Foto: Jack Mitchell

Die Philharmonie Essen hat im Rahmen seiner Konzertreihe Leonard Bernstein zum 100. Geburtstag Grammy-Preisträgerin Hilary Hahn zusammen mit der Houston Symphony eingeladen, sich vor einem der wichtigsten Komponisten des vergangenen Jahrhunderts zu verneigen. Der kolumbianische Dirigent Andrés Orozco-Estrada präsentiert ein Programm, das neben Bernsteins sicher größtem Hit auch ein unbekannteres Werk aus dem Œuvre des Ausnahmemusikers beinhaltet. Abgerundet wird der Abend durch Antonín Dvořáks siebte Sinfonie. Während Beginn und Finale des Konzertabends voll und ganz überzeugen, ist ausgerechnet der Auftritt der berühmten Solistin weniger bemerkenswert.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Persische Politromanze

Verdis "Nabucco" an der Oper Dortmund Foto: Thomas Jauk, Stage Picture

Verdis „Nabucco“ an der Oper Dortmund Foto: Thomas Jauk, Stage Picture

Mit Verdis Nabucco verabschiedet sich Opernintendant Jens-Daniel Herzog nach sieben Spielzeiten fulminant vom Dortmunder Publikum. Der Abend überzeugt nicht nur musikalisch. Herzog verlegt die sprunghafte Opernhandlung aus dem Babylon und Jerusalem des 6. Jahrhunderts v. Chr. klug in die Islamische Revolution um 1980 – und erntet für seine Regie völlig zu Unrecht so manche Buhrufe von den Premierengängern.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Ein Bergbau-Märchen als Opernrarität

Heinrich Marschners "Hans Heiling" am Aalto-Theater Essen Foto: Thilo Beu

Heinrich Marschners „Hans Heiling“ am Aalto-Theater Essen Foto: Thilo Beu

Das Aalto-Musiktheater traut sich was: Nach Meyerbeers Le Prophète in der letzten Spielzeit bringt es jetzt eine Neuinszenierung der ebenfalls selten zu erlebenden Oper Hans Heiling von Heinrich Marschner auf die Bühne. Die Essener Philharmoniker werden von Frank Beerman, einem profunden Kenner des romantischen Randrepertoires, ausdifferenziert und klangmächtig durch den Abend geführt, während die Inszenierung von Andreas Baesler den lokalpatriotischen Bezug zu Aufstieg und Fall der Zechenkultur – etwas zu konsequent – deutlich macht.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Eine Reise durch Russland

Die Essener Philharmoniker präsentieren bei ihrem 7. Sinfoniekonzert neben der Uraufführung eines Konzerts für Violoncello und Orchester zwei hin- und mitreißende Beispiele für russische Kompositionskunst des 19. Jahrhunderts. Boris Gurevichs Neukomposition hat trotz seiner fast cineastischen Dramatik Schwierigkeiten, neben Glinka und vor allem Tschaikowski zu bestehen.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Die Geschichte eines, der abstürzte

FILMPLAKAT_Josef Harder_Wilde Maus_Wega Film

Ein arroganter Musikkritiker und gelangweilter Ehemann, der urplötzlich aus dem braunbreiten Sessel seines dahindümpelnd-bequemen Lebens herausgeschubst wird und hart auf dem Boden aufschlägt: Das ist nicht das Ende, sondern der Beginn von Josef Harders Film Wilde Maus, eine liebevolle und gleichzeitig schonungslose, urkomische Tragikomödie, in der der Regisseur selbst die Hauptrolle spielt.

Von HANNAH SCHMIDT Weiterlesen

Alle Jahre wieder

"Der Nussknacker" am Aalto-Theater Essen Foto: Bettina Stöß

„Der Nussknacker“ am Aalto-Theater Essen Foto: Bettina Stöß

Das Essener Aalto-Theater setzt auch in diesem Winter auf eine sichere Bank für ein ausverkauftes Haus. Insgesamt nur drei Mal steht Ben Van Cauwenberghs Nussknacker-Interpretation von 2015 auf dem Spielplan. Weniger Essens Hauschoreograf als vielmehr die exzellenten Tänzer und die fabelhaften Essener Philharmoniker entlocken auch dem größten Weihnachtsmuffel besinnliche Gefühle.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Von Musen und Dummköpfen oder: Mit den Ohren auf Zeitreise

Jean Rondeau - Vertigo Cover: ERATO

Jean Rondeau – Vertigo Cover: ERATO

Jean Rondeau ist das neue Enfant terrible des Cembalos. Eindrucksvoll demonstriert der 26-jährige Franzose, dass jenes antiquierte Vorläuferinstrument des modernen Klaviers heute keineswegs (nur) ins Museum gehört, sondern nach wie vor verschiedenste Konzertbesucher zu begeistern vermag. Sein neues Album Vertigo ist mehr als ein Geschenk für die Freaks der sogenannten Alten Musik: ein Genuss für alle, die mit ihren Ohren die bezaubernden Kulissen des französischen Barocktheaters durchwandern möchten.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Auf ein Gläschen Absinth in den Rhein

Wagners "Rheingold" an der Deutschen Oper am Rhein Foto: Hans Jörg Michel

Wagners „Rheingold“ an der Deutschen Oper am Rhein Foto: Hans Jörg Michel

Die Deutsche Oper am Rhein erarbeitete unter der Regie von Dietrich W. Hilsdorf eine Rheingold-Inszenierung, die schonungslos mit Richard Wagner umgeht, während sie gleichzeitig sein musikalisches Genie ehrt. Nach Premiere und Spielzeit in Düsseldorf schwimmt Hilsdorfs Vorabend zur Ringtetralogie den Rhein entlang und feierte nun Premiere im Duisburger Opernhaus. Hier wurde es vom Publikum gefeiert und lässt auf weitere spannende Wagner-Abende an den Häusern am Rhein hoffen.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Märchenmusik mit Knusperhexe

Humperdincks "Hänsel und Gretel" am Aalto-Theater Essen Foto: Saad Hamza

Humperdincks „Hänsel und Gretel“ am Aalto-Theater Essen Foto: Saad Hamza

In der (vor-)weihnachtlichen Regie der Mezzosopranistin Marie-Helen Joël bringt das Essener Aalto-Theater Hänsel und Gretel kindgerecht auf die Bühne. Die musikalische Qualität des Abends führt einmal mehr vor Augen, dass Humperdincks Märchenspiel in drei Bildern durchaus keine Banalität ist, sondern ein ernst zu nehmendes Werk des post-wagnerianischen Musiktheaters.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen