Katastrophaler Klang im Hohlkörper

Andreas van Hooven: Klangkörper. Cover: Books on Demand

Andreas van Hoovens Klangkörper erzählt das Leiden einer jungen, an Parkinson erkrankten Sängerin, die in der Musik ihr Seelenheil sucht. Die vorhersehbare, handlungsarme Geschichte bedient Klischees, während die blass verbleibenden Figuren nicht über die Schwächen des Romans hinwegtäuschen können. Ein Abgesang auf viel Lärm um nichts.

von THOMAS STÖCK Weiterlesen

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(K)ein Gespenst zum Gruseln

"Das Gespenst von Canterville" am Schauspiel Dortmund Foto: Birgit Hupfeld

„Das Gespenst von Canterville“ am Schauspiel Dortmund Foto: Birgit Hupfeld

Das diesjährige Dortmunder Weihnachtsmärchen ist schön schaurig und setzt wie schon im letzten Jahr auf einen kleinen Clash of Cultures: Im Gespenst von Canterville trifft die amerikanische Familie Otis auf britischen Adel aus vergangenen Zeiten und lehrt dem Schlossgespenst das Fürchten.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Mindestens drei Gründe, Irmina zu lesen

Barbara_Yelin: Irmina_Verlag: ReproduktMit Gift schaffte Barbara Yelin den Durchbruch als Comiczeichnerin. Nun erscheint die erste Graphic Novel, bei der auch das Szenario von ihr stammt: Irmina ist die typisch-untypische Geschichte einer deutschen Frau – beginnend in den 1930er Jahren. Yelin gelingt ein differenziertes Porträt ihrer Protagonistin, das zum Nachdenken anregt.

von MONIKA SCHMITZ-EMANS Weiterlesen

Ein Roman wie eine furchtbar lange Kurzgeschichte

Cover_Olga Grjasnowa_Unschärfen einer Ehe_ HanserDie juristische Unschärfe einer Ehe führt den Leser tief ins Hinterland des Kaukasus und wohl möglich genauso tief in die „russische Seele“ – was auch immer das sein mag. Olga Grjasnowas zweiter Roman changiert zwischen Stereotypen, Vorurteilen, privaten Missverständnissen und Völkerunverständigung.

von ANNA-LENA THIEL Weiterlesen

Die Odyssee als Urtext der Diskriminierung

SCHAUSPIEL ESSEN: "Die Odyssee oder 'Lustig ist das Zigeunerleben Foto: Thilo BeuDas Essener Grillo-Theater eröffnet die neue Spielzeit politisch: In Die Odyssee oder „Lustig ist das Zigeunerleben“ nimmt sich Regisseur Volker Lösch der Ausgrenzung von Roma und Sinti an. Sie stehen in seiner Inszenierung exemplarisch für „die Anderen“, für alles, was das bürgerliche Selbstverständnis im Zuge seiner Selbstfindung hinter sich gelassen und getötet hat. Löschs Agenda ist ehrenwert, die Schaulust bleibt jedoch auf der Strecke.

von FABIAN MAY

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Paula schreibt: Interpretationshilfe zum modernen Mann

Paula Lambert - Keine Angst, der will nur spielen   Cover PiperEin pinkfarbener Einband, auf dem Cover der Scherenschnitt einer „starken“ Frau im kurzen Kleid, die selbstsicher die Hände in die Hüften stemmt und ein Titel, der alles und nichts bedeuten kann: die Covergestaltung von Paula Lamberts Buch Keine Angst, der will nur spielen. Der Männer Report erfüllt äußerlich und auch inhaltlich die allgemeinen Erwartungen an Bücher, die im Buchhandel die Abteilung „Freche Bücher für freche Frauen“ füllen. Glücklicherweise bleibt es aber nicht nur dabei.

von PIA ALEITHE

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Der Bankrott des Klischees

Jonas Lüscher - Frühling der Barbaren   Cover C.H. BeckJonas Lüscher lässt in seinem Debüt England untergehen und die Gattung der Novelle auferstehen. Traditionell konstruiert, besteht Frühling der Barbaren aus einer Rahmen- und einer Binnenerzählung, geht als Darstellung einer „sich ereigneten unerhörten Begebenheit“ (Goethe) aber nicht über eine stereotype Inszenierung vermeintlicher Ursachen und Folgen eines fiktiven Staatsbankrotts des Vereinigten Königreichs hinaus.

von KATJA PAPIOREK

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