Schrecklicher Roman macht Angst vor viralem Genozid

Anna Mocikat - MUC    Cover: KnaurEin Virus hat die menschlichen Bewohner der Erde fast völlig ausgelöscht, laut den unsicheren Erzählungen der einfachen Leute hat es nur drei Tage gedauert, bis die Weltbevölkerung auf kaum zwei Prozent reduziert war: Denn nur Menschen mit roten Haaren haben das große Sterben überlebt. MUC, Anna Mocikats Debütroman, spielt ein Jahrhundert nach der Katastrophe im fast vollständig zerstörten und verwitterten München.

von ANNA-LENA THIEL

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Larger than life

Bilder deiner großen Liebe // Wolfgang Herrndorf // Quelle: Rowohlt BerlinWolfgang Herrndorf starb im August 2013. Wenige Wochen vor seinem Tod gab er das Fragment Isa zur Veröffentlichung frei, das nun unter dem Titel Bilder deiner großen Liebe erschienen ist. Der unvollendete Roman erzählt, was die Ausreißerin Isa erlebt, bevor sie auf Andrej Tschichatschow und Maik Klingenberg trifft – der Text ist aber kein bloßes Tschick-Spin-Off, sondern eine literarische Supernova.

von LINA BRÜNIG

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Das ABC der Ängste

Cover_Simone Lappert_Wurfschatten Quelle: Metrolit VerlagDie bereits mehrfach ausgezeichnete Schweizerin Simone Lappert gibt mit Wurfschatten ihr Romandebüt. Die Story klingt dabei in ihrer Quintessenz fast banal: Frau verliebt sich in Mann und am Ende ist nicht alles gut. Dass es sich bei Wurfschatten dennoch um einen alles andere als misslungenen Erstling handelt, liegt nicht immer auf der Hand.

von NADINE HEMGESBERG

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Ein Regenschirm, den man nicht so leicht vergisst

Will Self_Regenschirm_Cover_Hoffmann und CampeDie Europäische Schlafkrankheit und ihre Symptome erscheinen so grausam wie die Erfindung aus einem Endzeitroman, doch tatsächlich erkrankten während der Pandemie zwischen 1917 und 1927 rund 5 Millionen Menschen daran. Ein Drittel der Erkrankten starb im direkten Zusammenhang mit der Entzündung ihres Gehirns. Bereits 1973 hat Oliver Sacks mit Awakenings ein Buch über diese Kranken und ihren Arzt geschrieben. Wo Sacks den Leser mit Fakten und Fotos absetzt, holt Will Selfs Regenschirm ihn ab – und lässt ihn verstört und nachdenklich zurück.

von ANNA-LENA THIEL

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Auf einen literarischen Mezze-Teller KW 5

Leckerer gemischter Mezze-Teller Foto:  flickr User stijn CC BY-NC-ND 2.0Gestatten: Hemgesberg. Ich lade Sie hier und heute auf diverse delikate Häppchen, eine Mischung schwer im Magen liegender Mezze der vergangenen Woche ein. Setzen Sie sich, es ist genug geschehen in dieser Welt der Fortsetzungsschreiber und an Krankheiten darbender Schriftsteller, damit wir ein wenig plaudern können: Fight Club wird als Graphic Novel fortgesetzt und Henning Mankell macht sein Krebsleiden öffentlich.

von NADINE HEMGESBERG

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Der Bankrott des Klischees

Jonas Lüscher - Frühling der Barbaren   Cover C.H. BeckJonas Lüscher lässt in seinem Debüt England untergehen und die Gattung der Novelle auferstehen. Traditionell konstruiert, besteht Frühling der Barbaren aus einer Rahmen- und einer Binnenerzählung, geht als Darstellung einer „sich ereigneten unerhörten Begebenheit“ (Goethe) aber nicht über eine stereotype Inszenierung vermeintlicher Ursachen und Folgen eines fiktiven Staatsbankrotts des Vereinigten Königreichs hinaus.

von KATJA PAPIOREK

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Facetten des Schmerzes

Ralph Dutli - Soutines letzte Fahrt   Cover: WallsteinMan hält Chaim Soutine für den unglücklichsten Maler von Montparnasse. Sein Leben ist geprägt von Schmerzen und Farben. Für ihn bedeuten sie ein und dasselbe. Ralph Dutlis Roman Soutines letzte Fahrt zeichnet ein wirres Portrait des Malers und lässt den Leser auf der Fahrt mit einem Leichenwagen in die Bilder seiner Fieberträume eintauchen. Ein Roman, der so schillernd ist wie Soutines Gemälde selbst.

von LARA THEOBALT

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Die Schuld in unseren Sternen

Mit den gerade verfilmten Romanen Superhero von Anthony McCarten und Was am Ende bleibt von Jenny Downham sind krebskranke Teenager und ihr Umgang mit der Krankheit gerade hochaktuelles und kommerzialisiertes Material. Kann John Greens hochgelobter Jugendroman Das Schicksal ist ein mieser Verräter dem Thema noch neue Seiten abgewinnen?

von NINA BLÄSIUS

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Die Herrlichkeit der späten Liebe

Vieles ist der Literaturwelt über Franz Kafkas Privatleben heutzutage bekannt – so etwa die konfliktreiche Beziehung zu seinem Vater und die Liaison zu Felice Bauer, mit der er kurzzeitig verlobt war, und zu Milena Jesenská. Die vielleicht wichtigste Frau in Kafkas Leben wurde jedoch von der literarischen Hemisphäre lange Zeit außer Acht gelassen – Dora Diamant. Michael Kumpfmüller widmet sich nun in seinem Roman „Die Herrlichkeit des Lebens“  dieser letzten und vielleicht einzig großen Liebe Franz Kafkas.

von VANESSA PUDLO

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