Jetzt hätte es eigentlich losgehen sollen

Richard Wagners "Die Walküre" an der Oper am Rhein Foto: Hans Jörg Michel

Richard Wagners „Die Walküre“ an der Oper am Rhein Foto: Hans Jörg Michel

Die Deutsche Oper am Rhein hat sich in dieser und in der kommenden Spielzeit vorgenommen, Wagners Mammut-Epos Der Ring des Nibelungen neuinszeniert vom Starregisseur Dietrich W. Hilsdorf auf die Bühne zu bringen. Mit Das Rheingold begann der insgesamt etwa 16 Stunden lange Wagner-Ritt im vergangenen Jahr mit dem sogenannten „Vorabend“, nun steht der „Erste Tag des Bühnenfestspiels“, Die Walküre, auf dem Programm des Düsseldorfer Opernhauses. Während die Sänger glänzen, holt sich Regisseur Hilsdorf bei der Premiere vor allem Buh-Rufe ab.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

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Die Redaktion empfiehlt…

Alle Jahre wieder kommt Weihnachten völlig überraschend, und wie jedes Jahr stöbert man in den letzten Tagen vorm Fest der Liebe durch die Buchhandlung seines Vertrauens auf der Suche nach den letzten Gaben für Freunde und Familie. Wer nun also noch Geschenketipps oder gar Inspiration für die eigene Weihnachtslektüre benötigt, darf sich gerne unsere Lesetipps zu Gemüte führen – wir wünschen schöne Feiertage und einen Sack voller Bücher unterm Baum! Weiterlesen

Politische Prognosen und betrübliche Ereignisse

Hannes Stein – Nach uns die Pinguine. Ein Weltuntergangskrimi Cover: Galiani-Berlin

Staub der explodierenden Atombomben verdunkeln den Himmel der Erde, dabei spielt der Präsident der USA mit der komischen Frisur eine überraschend kleine Rolle – Kashmir ist der Auslöser, Nordkorea der Endgegner. So bleiben nur wenige Menschen übrig nach dem Dritten Weltkrieg. Auf den Falklandinseln versuchen sie, das Beste aus der Situation zu machen. In dieser apokalyptischen Zukunftsversion spielt Hannes Steins neuer Roman Nach uns die Pinguine. Ein Weltuntergangskrimi

von CAROLINE KÖNIGS  Weiterlesen

„Das hier ist die neue Welt“

Fiston Mwanza Mujila - Tram 83 Cover: Zsolnay

Fiston Mwanza Mujila – Tram 83 Cover: Zsolnay

In seinem für den Man Booker Prize nominierten Debütroman Tram 83 entwirft der in Graz lebende kongolesische Autor Fiston Mwanza Mujila ein sprachgewaltiges, modernes Sodom. Nun wurde der bereits 2014 erschienene Roman vom Französischen ins Deutsche übertragen.

von LEONARD MERKES Weiterlesen

Weniger ist manchmal mehr – Konventionelle Regie, die überzeugt

"Norma" am Aalto-Theater in Essen Foto: Matthias Jung

„Norma“ am Aalto-Theater in Essen Foto: Matthias Jung

Eine Oper über ein gallisches Dorf würde bei vielen Regisseuren vorhersehbare Comic-Interpretationen hervorrufen. Anders sieht es in dieser Spielzeit im Essener Aalto-Theater aus. Imogen Kogge und Tobias Hoheisel bringen Vincenzo Bellinis Norma nun als erstes Stück der diesjährigen Spielzeit in fast biederer, dafür aber ausgesprochen zeitloser Inszenierung auf die Bühne. Ein herrlich motiviertes Solistengespann sowie die hohe Qualität der Essener Philharmoniker zaubern einen gelungenen Opernabend, ganz ohne Miraculixʼ Zaubertrank.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Lessings Lektion in Lehm geschmiert

Das Ruhrfestspielhaus Foto: Torsten JanfeldBereits am 30. August 2015 feierte Lessings Nathan der Weise am Deutschen Theater Berlin Premiere – nun lief das Stück auch im Rahmen der Ruhrfestspiele Recklinghausen. Andreas Kriegenburg präsentiert die große, märchenhafte Abhandlung über religiöse Toleranz als wunderbare Komödie, in welcher der Staub der Aufklärung einem gut aufgelegten, mit Lehm beschmierten Ensemble weicht.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Bad Boy Bergerac

"Cyrano de Bergerac" am Schauspiel Köln Foto: Tommy Hetzel

„Cyrano de Bergerac“ am Schauspiel Köln Foto: Tommy Hetzel

Simon Solbergs Inszenierung von Kabale und Liebe war ein regelrechter Dauerbrenner am Schauspiel Köln. Nun präsentiert er der Domstadt seine Version von Rostands „großer romantischer Komödie“ Cyrano de Bergerac. Hohe Gesangs-, Kampf- und Akrobatikkunst, die leider dennoch nicht restlos zu begeistern vermag.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Hinter dem Spiel grinst der Krieg

COVER_Denijen_Pauljevic_Der Wundenleser_Raniser_DebutRomane über Flüchtlingserlebnisse haben Konjunktur. Der Münchner Autor Denijen Pauljevic schickt über 20 Jahre nach seiner eigenen Flucht einen traumatisierten Mann in eine bizarre Militärübung in der bayerischen Provinz. Soldaten proben dort an Freiwilligen den Ernstfall. Der Leser findet sich mitten in einem surrealen Mitmachtheater, in dem alles möglich scheint – außer das Buch vorzeitig zuzuklappen.

von LINA BRÜNIG Weiterlesen

Musik der Geschichte / Geschichte der Musik

"The Rest is Noise" in Dortmund im Rahmen der Ruhrtriennale Foto: Christoph Sebastian

„The Rest is Noise“ in Dortmund im Rahmen der Ruhrtriennale Foto: Christoph Sebastian

Auch wenn die eigentliche Spielzeit der aktuellen Ruhrtriennale schon vergangen ist, lockt ihr Programm weiterhin ins Theater: Im Rahmen des Kunstfestivals kooperieren erstmalig sechs Theaterhäuser des Ruhrgebiets, um Alex Rossʼ The Rest is Noise zum Besten zu geben. Nach Stationen in Essen und Moers im letzten Jahr fand der dritte Teil der Lesereihe nun im Schauspiel Dortmund statt und überzeugte mit hervorragenden Musikern und einem gut aufgelegten Ensemble.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Prosapoesie

Isaak Babel: Die Reiterarmee. Quelle: Friedenauer Presse

Gibt es eine „poetische Wahrheit“? Oder ist diese Wendung, weil sie zwei einander widersprechende Begriffe zusammenführt, ein uneinlösbares Oxymoron? Falls jedoch eine poetische Wahrheit existiert: Was bedeutet sie? Wie erscheint sie? Woran erkennt man sie? Vielleicht gibt es keine zufriedenstellende Antwort, doch der Anspruch, den diese Fragen erheben, wurde von Isaak Babel in seinem Werk Die Reiterarmee in dreißig Erzählungen auf einzigartige Weise erfüllt.

 

Von JONAS PODLECKI

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