Tibet is burning

Marvin Litwak: Pawo

Was muss geschehen, damit ein Mensch sich selbst verbrennt? Marvin Litwaks auf einer wahren Begebenheit beruhender Debütfilm Pawo schildert in eindrucksvoll tiefgründiger Weise den Kampf eines jungen Tibeters für seine Freiheit. Ein eindringliches Kinoerlebnis.

von ALINA WOLSKI Weiterlesen

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Integration gefällig?

"Istanbul" am Schauspielhaus Bochum Foto: Diana Küster

„Istanbul“ am Schauspielhaus Bochum Foto: Diana Küster

In dem Stück Istanbul, das bereits seit Oktober 2017 am Bochumer Schauspielhaus läuft, wagt die Regisseurin Selen Kara einen spannenden Perspektivwechsel, indem sie das „deutsche“ Wirtschaftswunder in der Türkei ansiedelt und einen deutschen Gastarbeiter an den Bosporus schickt. Unterlegt mit türkischen Liedern, Herz und Humor erzählt das Stück von einer aufregenden Reise, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.

von STEFANIE KÄHNE Weiterlesen

Ein Bergbau-Märchen als Opernrarität

Heinrich Marschners "Hans Heiling" am Aalto-Theater Essen Foto: Thilo Beu

Heinrich Marschners „Hans Heiling“ am Aalto-Theater Essen Foto: Thilo Beu

Das Aalto-Musiktheater traut sich was: Nach Meyerbeers Le Prophète in der letzten Spielzeit bringt es jetzt eine Neuinszenierung der ebenfalls selten zu erlebenden Oper Hans Heiling von Heinrich Marschner auf die Bühne. Die Essener Philharmoniker werden von Frank Beerman, einem profunden Kenner des romantischen Randrepertoires, ausdifferenziert und klangmächtig durch den Abend geführt, während die Inszenierung von Andreas Baesler den lokalpatriotischen Bezug zu Aufstieg und Fall der Zechenkultur – etwas zu konsequent – deutlich macht.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Freiheit zwischen den Fronten

Milan Dekleva – Die Weltbürgerin. Ein Roman über Alma M. Karlin Cover: Drava

Milan Deklevas Die Weltbürgerin. Roman über Alma Karlin ist Mittler zwischen Kulturen. Dekleva und sein Übersetzer Klaus Detlef Olof vollführen eine sprachliche Annäherung an die Andersheit und den Nonkonformismus der Globetrotterin Alma Karlin. Ihr persönliches, tragisch endendes Schicksal wird zum Ausgangspunkt einer Aussöhnung – zwischen der deutschen und slowenischen Sprache sowie zwischen Karlins Werk und dessen Rezeption. Das Buch selbst wird zum Denkmal an eine Vergessene. 

von THOMAS STÖCK  Weiterlesen

Wie hast Du’s mit der Religion?

Ayad Akhtars "Geächtet" vom Wiener Burgtheater bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen Foto: Georg Soulek

Ayad Akhtars „Geächtet“ vom Wiener Burgtheater bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen Foto: Georg Soulek

Bei den Recklinghäuser Ruhrfestspielen werden dieses Jahr unter dem Motto „Kopf über, Welt unter“ große, oft unbequeme Fragen und komplexe Themen auf verschiedenste Weise auf der Bühne präsentiert und verhandelt. Ayad Akhtars mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnetes Stück Geächtet könnte damit den Kern der diesjährigen Spielzeit treffen – der Regisseurin Tina Lanik und dem Dramaturgen Florian Hirsch vom Wiener Burgtheater fehlt es jedoch an Mut zur Kürzung und Abstraktion, um den Zuschauer bei all den Abhandlungen über das Für und Wider des Islams, die Frage nach dem individuellen Wert des Glaubens u. v. m. emotional am Ball zu halten.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Weltuntergang in Killerrapsgelb

COVER_Karin Duve_MachtKaren Duves Endzeitroman Macht zeigt Deutschland in der Hand von Staatsfeminismus und toxischen Vorstellungen von Männlichkeit. Ein scheinbarer Gegensatz, aber vor allem eine konsequente Weiterentwicklung ihrer Philosophie.

von NINA BLÄSIUS Weiterlesen

Das streitbare Klassenzimmer

"Nathan der Weise" an den Bonner Kammerspielen Foto: Thilo Beu

„Nathan der Weise“ an den Bonner Kammerspielen Foto: Thilo Beu

Volker Löschs Inszenierung von Lessings Nathan der Weise in den Bonner Kammerspielen provoziert mit Gewaltausbrüchen und verbaler Konfrontation – und begeistert durch den Chor aus zwölf jungen Muslimen, die Nathan bei Weitem überstrahlen.

von NINA BLÄSIUS Weiterlesen

My Fabulous Lady

"My Fair Lady" am Schauspiel Essen Foto: Martin Kaufhold

„My Fair Lady“ am Schauspiel Essen Foto: Martin Kaufhold

Das Essener Schauspiel landet mal wieder einen Clou: Robert Gerloff beweist mit seiner Inszenierung von My Fair Lady, dass der Pygmalion-Stoff auch knapp 100 Jahre nach seiner bekanntesten Bearbeitung durch George Bernard Shaw nichts an Witz und Schlagfertigkeit verloren hat. Das Publikum erwarten 165 unterhaltsame Minuten, in denen der eine oder andere schiefe Ton gerne verziehen wird.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

(K)ein Gespenst zum Gruseln

"Das Gespenst von Canterville" am Schauspiel Dortmund Foto: Birgit Hupfeld

„Das Gespenst von Canterville“ am Schauspiel Dortmund Foto: Birgit Hupfeld

Das diesjährige Dortmunder Weihnachtsmärchen ist schön schaurig und setzt wie schon im letzten Jahr auf einen kleinen Clash of Cultures: Im Gespenst von Canterville trifft die amerikanische Familie Otis auf britischen Adel aus vergangenen Zeiten und lehrt dem Schlossgespenst das Fürchten.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Ein Schmetterling mit gebrochenen Flügeln

"Madama Butterfly" am Opernhaus Wuppertal Foto: Uwe Stratmann

„Madama Butterfly“ am Opernhaus Wuppertal Foto: Uwe Stratmann

In Zeiten, da die Flüchtlingssituation in Europa die Wichtigkeit gegenseitiger Verständigung umso dringlicher aufzeigt, inszeniert Dominik Neuner am Wuppertaler Opernhaus Puccinis Madama Butterfly als „Psycho-Krimi“ auf der Folie eines kulturellen Zusammenpralls – mit tragischem Ausgang für die Hauptfigur.

von STEFAN SCHMIDT Weiterlesen