Zielloser Lenz

"Lenz" vom Théâtre National du Luxembourg und Les Théâtres de la Ville de Luxembourg bei den Ruhrfestspielen Foto: Bohumil Kostohryz

„Lenz“ vom Théâtre National du Luxembourg und Les Théâtres de la Ville de Luxembourg bei den Ruhrfestspielen Foto: Bohumil Kostohryz

Bei den Ruhrfestspielen zeigt die Koproduktion des Théâtre National du Luxembourg und Les Théâtres de la Ville de Luxembourg, dass Büchners Lenz zeitlos (und) packend ist – aber leider auch, dass es für einen überzeugenden Theaterabend nicht ausreicht, sich nur auf die guten Leistungen eines Schauspielers zu verlassen.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

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Auf dem Weg zu Herrn Lehmann

Sven Regener - Wiener Straße Cover: Galiani Berlin

Sven Regener – Wiener Straße Cover: Galiani Berlin

November 1980 in Berlin-Kreuzberg: Noch sprechen ihn alle mit seinem Vornamen Frank an. Bis er als Herr Lehmann bekannt sein wird, werden noch einige Jahre vergehen. Doch jetzt muss er sich erst einmal seinen Platz zwischen Kneipen, Künstlern und Hausbesetzern suchen. Ob er ihn auf der Wiener Straße finden wird? Zum mittlerweile vierten Mal schreibt Sven Regener über seinen liebenswürdigen Antihelden und dessen Weg zu sich selbst.

von GREGOR J. REHMER Weiterlesen

Die Fähigkeit, zu träumen – eine georgische Hommage an die Fantasie

Naira Gelaschwili: Ich fahre nach Madrid, Cover: Verbrecher

Mit ihrer nun erstmals auf Deutsch übersetzten Novelle Ich fahre nach Madrid verdeutlicht Naira Gelaschwili durch einfache Mittel und zugleich auf eindrückliche Weise den Wert der Fantasie. Sie präsentiert ein sprachliches Gemälde, das zum Mitträumen einlädt.

von ALINA WOLSKI Weiterlesen

Keine Sorge, alles beim Alten

Haruki Murakami: Die Ermordung des Commendatore. I Eine Idee erscheint Cover: Dumont

Fans von Haruki Murakami können sich’s schon mal im Sessel gemütlich machen. Alle, die bisher mit Murakami nichts anfangen konnten, können getrost weitergehen, denn Die Ermordung des Commendatore Band 1: Eine Idee erscheint ist genau das, was man von Murakami erwartet – ein bisschen verschroben, ein bisschen mysteriös, und vor allem eins: laaangsam.

von CARO KAISER Weiterlesen

Traumwelten der Gegenwartskunst: Wie Jean-Max Colard die Grenze zwischen Traum und Kunstkritik auflöst

Jean-Max Colard – Die Ausstellung meiner Träume Cover: Wolff Verlag

2016 erschienen Jean-Max Colards poetische Traumnotate unter dem Titel Die Ausstellung meiner Träume im Berliner Wolff Verlag. Die von Christian Steinau herausgegebene Übersetzung zeigt auf, wie ein Kunstkritiker, Literaturwissenschaftler und Kurator in Personalunion seine Eindrücke aus dem Kunstbetrieb als Schriftsteller in Kunstliteratur verwandelt.  

von KATHARINA KRÄHENBÜHL Weiterlesen

Vom Aufgang der Sonne…

"Sonnenaufgangsautomat" der scheinzeitmenschen Foto: Jörg Gröger

„Sonnenaufgangsautomat“ der scheinzeitmenschen Foto: Jörg Gröger

Pünktlich zur Herbstsaison liefert das Künstler*innenkollektiv scheinzeitmenschen mit der Installation Sonnenaufgangsautomat eine gute Alternative zu den hiesigen Sonnenbänken – nicht nur, um Licht zu tanken, sondern auch, um den bevorstehenden Winterdepressionen helle Momente entgegenzusetzen. Kunst versus Solarium also? Nicht ganz. Trotz diverser Parallelen funktioniert die Arbeit weniger auf einer körperlichen als vielmehr auf einer geistigen Ebene.

von CHRISTOFER SCHMIDT Weiterlesen

Wie hast Du’s mit der Religion?

Ayad Akhtars "Geächtet" vom Wiener Burgtheater bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen Foto: Georg Soulek

Ayad Akhtars „Geächtet“ vom Wiener Burgtheater bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen Foto: Georg Soulek

Bei den Recklinghäuser Ruhrfestspielen werden dieses Jahr unter dem Motto „Kopf über, Welt unter“ große, oft unbequeme Fragen und komplexe Themen auf verschiedenste Weise auf der Bühne präsentiert und verhandelt. Ayad Akhtars mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnetes Stück Geächtet könnte damit den Kern der diesjährigen Spielzeit treffen – der Regisseurin Tina Lanik und dem Dramaturgen Florian Hirsch vom Wiener Burgtheater fehlt es jedoch an Mut zur Kürzung und Abstraktion, um den Zuschauer bei all den Abhandlungen über das Für und Wider des Islams, die Frage nach dem individuellen Wert des Glaubens u. v. m. emotional am Ball zu halten.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Denken wir uns an entlegene Orte. „Denken wir die Stadt leer“

"Truck Tracks Ruhr" von Rimini Protokoll und Urbane Künste Ruhr bei den Ruhrfestspielen Foto: Volker Hartmann/Urbane Künste Ruhr

„Truck Tracks Ruhr“ von Rimini Protokoll und Urbane Künste Ruhr bei den Ruhrfestspielen Foto: Volker Hartmann/Urbane Künste Ruhr

Truck Tracks Ruhr heißt das neue Konzept des Kollektivs Rimini Protokoll, produziert von Urbane Künste Ruhr. Eine Fahrt, die diverse Blicke eröffnet: von außen, von innen, durch die Linse. Das Projekt liefert zugleich den rein virtuellen wie auch den realen Roadmovie und den dazugehörigen Soundtrack. Zufällige Darsteller-Innen auf dem Asphalt und mit den Zuschauer-Innen gleichzeitig auf dem Rücksitz. Das alles in Fragmenten, die die Imagination beflügeln und dabei die jeweiligen Städte neu entdecken, weiter- und umdenken. Die zweite Station des Projektes Album #2 Recklinghausen feierte Premiere bei den Ruhrfestspielen.

von SILVANA MAMMONE Weiterlesen

Ästhetik und Gewalt im Hasenkostüm

"Oresteia" bei den Ruhrfestspiele Foto: Guido Mencari

„Oresteia“ bei den Ruhrfestspiele Foto: Guido Mencari

Wer Aischylos’ Orestie im Theater sehen will, macht sich schon zuvor auf keinen leicht verdaulichen Abend gefasst. Rache, Mord und Familienfluch sind Ingredienzen, die an die Nieren gehen. Der Regisseur Romeo Castellucci hat mit seinem Theaterkollektiv Socìetas Raffaello Sanzio bereits 1995 eine italienischsprachige Oresteia auf die Bühne gebracht – nun führt er sie, dezent aktualisiert, im Rahmen einer Europatournee bei den Ruhrfestspielen wieder auf. Eine drastische Inszenierung, die Bilder statt Worte sprechen lässt.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Blutsverwandte Literatur

The Honoured Dead (Totem for Breece D'J Pancake)_Foto: Mihau Pollak

The Honoured Dead (Totem for Breece D’J Pancake)

Über Mihau Pollaks faszinierende und gleichzeitig verstörende Collagen berichteten wir bereits im letzten Jahr. Nun widmet sich der junge Künstler einer Skulpturenreihe mit dem Titel The South, eine Hommage an diverse Südstaaten-Autoren.

von ESRA CANPALAT Weiterlesen