Der Dandy vom Dorf in Kyjiw

Walerjan Pidmohylnyj: Die Stadt; Cover: Guggolz Verlag

Nicht alle Tage kommt es vor, dass man eine solche Perle dem eingestaubten Regal der vergessenen Bücher entreißen kann! Walerjan Pidmohylnyjs Die Stadt gelingt der Spagat, einen der großen europäischen Künstler- und Großstadtromane um 1900 verfasst zu haben und zugleich das Flair einer sowjetischen Tauwetterperiode zu vermitteln, die uns heute weitestgehend unbekannt ist: die der Neuen Ökonomischen Politik und der Ukrainisierung. Doch was in der Literatur ein gutes Ende nimmt, endete für dessen Autor tödlich.

von THOMAS STÖCK

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Der verführerische Klang rostiger Wasserrohre

Tove Ditlevsen: Gesichter; Cover: Aufbau

Nachdem 2021 mit der hochgelobten Kopenhagen-Trilogie (Kindheit, Jugend und Abhängigkeit) ein regelrechtes Tove-Ditlevsen-Jahr im deutschsprachigen Feuilleton gefeiert wurde, ging es im Februar dieses Jahres schon mit der nächsten Neuübersetzung und Veröffentlichung aus dem Œuvre der 1976 verstorbenen dänischen Autorin weiter. Gesichter (dän. Originaltitel: Ansigterne, erstmals veröffentlicht 1968) erzählt die Geschichte einer gefeierten Kinderbuchautorin mit Schreibblockade, Eheproblemen – und jeder Menge schauriger Paranoia.

von CARO KAISER

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Keine Sorge, alles beim Alten

Haruki Murakami: Die Ermordung des Commendatore. I Eine Idee erscheint Cover: Dumont

Fans von Haruki Murakami können sich’s schon mal im Sessel gemütlich machen. Alle, die bisher mit Murakami nichts anfangen konnten, können getrost weitergehen, denn Die Ermordung des Commendatore Band 1: Eine Idee erscheint ist genau das, was man von Murakami erwartet – ein bisschen verschroben, ein bisschen mysteriös, und vor allem eins: laaangsam.

von CARO KAISER Weiterlesen

Was Mädchen so mit kleinen Jungs anstellen

Astrid Rosenfeld - Elsa ungeheuer   Cover: DiogenesEin Kindheitsroman, ein Künstlerroman, ein Abgesang auf die perfiden Strukturen des postpostmodernen Wirtschaftsunternehmens Kunst? Viel scheint geboten in Elsa ungeheuer, einem Roman, in dessen Zentrum eine ebenso biestige wie wunderbare, schreckliche wie königliche, zutrauliche wie ungezähmte Göre steht. Vielleicht zu viel.

von SYLVIA KOKOT

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