Leidenschaften, Langeweile und verpasste Lebenschancen

"Eugen Onegin" an den Wuppertaler Bühnen Foto: Uwe Stratmann

„Eugen Onegin“ an den Wuppertaler Bühnen Foto: Uwe Stratmann

Toshiyuki Kamioka (musikalische Leitung) und Ansgar Haag (Regie) bringen Tschaikowskis Oper Eugen Onegin auf die Wuppertaler Bühnen. Im Zentrum stehen Langeweile am Leben, die Tragik großer Leidenschaften zur Unzeit und die Reue über vertane Chancen. Während der Abend musikalisch und darstellerisch überzeugt, hätte man der Inszenierung etwas mehr Mut zum Risiko gewünscht.

von ANTONIA RUMPF Weiterlesen

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Limbus, Langeweile und ein bisschen Monteverdi

"Orfeo" bei der Ruhrtriennale in der Kokerei Zollverein Essen Foto: JU/Ruhrtriennale

„Orfeo“ bei der Ruhrtriennale in der Kokerei Zollverein Essen Foto: JU/Ruhrtriennale

In der Mischanlage der Kokerei Essen gibt es dieses Jahr bei der Ruhrtriennale Orfeo zu hören. Nein, eher gibt es Eurydike zu sehen, die in der Regie von Susanne Kennedy, Suzan Boogaerdt und Bianca van der Schoot in vielfacher Ausführung in einer Vorhölle aus Plastik und hyperrealem 70er-Jahre-Design gefangen ist. Viel passiert hier nicht – dennoch: Das Konzept der Langeweile entpuppt sich zwar als zäh, aber durchaus auch als fesselnd.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Die Einzigartigkeit einer Nicht-Metropole

Jörg Albrecht ist jung, vielbeschäftigt mit unzähligen und weitreichenden Ideen, auch über Text- und Genregrenzen hinweg. So bedeutete die Veröffentlichung seines neuen Romans Anarchie in Ruhrstadt beispielsweise nicht, dass es sich um ein abgeschlossenes Kapitel handelt. Vielmehr wurde das Konzept erweitert und Albrecht organisierte im September zusammen mit mehreren Performancegruppen zwischen Mühlheim und Oberhausen die Ur- und gleichzeitig Letztaufführung der dynamischen Theatertour 54. Stadt.

literaturundfeuilleton traf den Romanautor während einer Probenpause in Oberhausen, im Roman das Zentrum des als Ruhrstadt zusammengeschlossenen Ruhrgebiets. Wir sprachen u.a. über seine Projekte, den Kulturbetrieb und den Strukturwandel im Ruhrgebiet.

von PIA ALEITHE und NADINE HEMGESBERG Weiterlesen

Zahnlos und blutleer

Hedda Gabler am Schauspiel Köln   Foto: Thomas AurinWas tun, wenn die Welt allzu langweilig ist und einem der Sinn so ganz und gar flöten geht? Hedda spielt mit Menschen und Pistolen. Karin Neuhäuser inszeniert am Schauspiel Köln mit Henrik Ibsens Hedda Gabler ein flaches und spannungsloses Bühnenstück. Das Ensemble müht sich redlich, kann aber nicht recht überzeugen, obwohl Ibsens Stoff taugt, um daraus ein ganz und gar gegenwärtiges und differenziertes Drama zu spinnen.

von NADINE HEMGESBERG Weiterlesen

Auf der Suche nach dem verlorenen Sinn

Onkel Wanja am Bochumer Schauspielhaus   Foto: Arno DeclairNun hat also auch im Bochumer Schauspielhaus die Theatersaison wieder begonnen – wie schon im vergangenen Jahr (mit Gorkis Wassa Schelesnowa) startet man die Spielzeit mit einem der großen russischen Dramatiker. Doch dieses Mal geht der Schuss nach hinten los. Regisseur Stephan Kimmig nimmt das Konzept der Langeweile in Tschechows Onkel Wanja leider viel zu wörtlich.

von ANNIKA MEYER

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Standbild eines Männerlebens

Vaterjahre von Michael Kleeberg Quelle: DVAVaterjahre ist der zweite Teil von Michael Kleebergs geplanter Charly-Renn-Trilogie. Der Verlag verspricht ein Buch über den „Weltalltag unserer Epoche“ und die Geschichte eines modernen „Jedermanns“. Gehalten wird das wohl – vom Psychoduell beim Golf bis zum Liebesleben eines Enddreißigers, vom Nazi-Großonkel bis zur angeheirateten DDR-Verwandtschaft. Aber muss man das lesen? Nur das letzte Kapitel, denn der Rest des Romans wird beherrscht von geschwätzigen, langweiligen Passagen.

von FABIAN MAY

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Zone One. Zoned Out.

Colson Whitehead - Zone One   Cover: HanserZombie-Geschichten können vieles sein: unfreiwillig komisch, dünn geplottet, geschmacklos – langweilig sind sie jedoch selten. Aber es gibt ihn, den blutleeren Wiedergänger. Den intellektuellen Zombie. Keine Rezension, sondern Resignation zu Colson Whiteheads Zone One.

von YANNICK SIEVERS Weiterlesen

Wenig Neues im Westen

In Jean Echenoz’ Roman 14 wird aus der Perspektive zweier Männern und einer Frau kurz die Geschichte vom Ersten Weltkrieg erzählt – mehr scheint auch nicht nötig, denn eigentlich ist alles „schon tausendfach beschrieben worden“. Übrig bleiben Erinnerungssplitter an das Grauen, die Langeweile, die Liebe – und einige Anekdoten.

von JUDITH SCHÖNHOFF Weiterlesen

L’ennui, c’est moi!

DAvid Foster Wallace - Der Bleiche König   Cover KiWiWelches Schicksal muss einen Menschen ereilen, damit er freiwillig den langweiligsten Job der Welt am langweiligsten Ort der Welt erledigt? Der Bleiche König, der letzte Roman von David Foster Wallace, stellt einen Platz vor, um den die meisten lieber einen großen Bogen machen: die US-amerikanische Bundessteuerbehörde.

von KARIN BÜRGENER

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