Der Italiener mit den zwei Leben

Der Schriftsteller Umberto Eco. Bogaerts, Rob / Anefo, CC0, via Wikimedia Commons

Zu seinem 90. Geburtstag möchte ich Sie in die Romanwelten des bekanntesten italienischen Autors der Nachkriegszeit entführen. Umberto Ecos Romane, denen er seine Zeichentheorie zugrunde legte, bergen viele Geheimnisse, die zu entschlüsseln für den geneigten Leser selten einfach ist. Und doch ist da – zumindest bei mir – stets die Faszination für diesen gelehrten Autor, der seine Figuren mühelos durch die europäische Geschichte stapfen lässt.

von THOMAS STÖCK

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Der Förderpreis Ruhr geht an… Esra Canpalat! – „Ich schreibe, weil ich nicht anders kann.“

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Die Preisträgerin, Esra Canpalat Bildrechte: Laila Schubert

Esra Canpalat war lange Jahre Redaktionsmitglied bei literaturundfeuilleton. Nun erhielt sie den mit 5.000 Euro dotierten Förderpreis Ruhr 2021 für ihren Text Wahlrosshaut. In diesem Zuge freuen wir uns, dass sie sich Zeit genommen hat, diesem Medium, auf dem sie früher selbst veröffentlicht hat, ein Interview zu geben. Darin spricht sie darüber, was sie bewogen hat, ihren Sieger-Text zu verfassen, sie thematisiert Diversität im Literaturbetrieb, die Bedeutung des Schreibens für sie selbst und was sich in der universitären Wissenschaft ändern sollte.

von ALINA WOLSKI Weiterlesen

Stoner und das Stück vom Glück

John Williams: Stoner; Cover: dtv

Missouri, erste Hälfte des 20. Jahrhunderts: Ein junger Farmer verliebt sich in die englische Literatur. Anstatt in der Landwirtschaft sieht William Stoner sein Leben an der Universität. John Williams erzählt in seinem Roman Stoner – erstmals 1965 erschienen – über eine Suche nach Glück, den Sinn des Lebens und die Frage, was man aus dem erschafft, was das Leben einem zuteilt.

Von VIKTORIA GORETZKI

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Wohlmeinendes, für die Wohlmeinenden geschrieben

Nuccio Ordine - Von der Nützlichkeit des Unnützen   Cover: Graf VerlagGeisteswissenschaftler – „Und was wird man damit später?“ Der italienische Literaturprofessor Nuccio Ordine hat die Nase voll vom Ungeist seiner Zeit mit ihrem allgegenwärtigen Diktat der Zweckrationalität und versucht in einem Manifest, sich und seinesgleichen Von der Nützlichkeit des Unnützen zu überzeugen. Wer vorher schon zu zweckfreiem Verhalten neigte, ist überzeugt. Vielleicht aber auch verärgert.

von FABIAN MIRKO MAY Weiterlesen

Spurensuche in den Alpen

Cover: Andreas Lesti – Oben ist besser als unten – Verlag: Rogner & BernhardViele Leser stellen sich vor es zu tun, einige machen es sogar, doch selten eröffnet das Wandeln auf den Spuren der literarischen Vorbilder so wundere Perspektiven und Einblicke, wie bei Andreas Lesti. Er gibt in Oben ist besser als unten seiner Sehnsucht nach und lässt sich gänzlich von Büchern leiten. Dabei liest sich seine literarische Expedition in die Alpen fast wie eine literaturwissenschaftliche Analyse mit Abenteuercharakter.

von ALINE PRIGGE

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Nichts grundsätzlich Falsches, aber Überflüssiges zum Roman

Händler Versuch über den Roman Quelle: S. FischerFalls Sie sich jemals Gedanken über die individuelle oder gesellschaftliche Funktion des Romans gemacht und noch nie den Namen Luhmann gehört geschweige denn etwas von ihm gelesen haben, dann greifen Sie ruhig zu Ernst-Wilhelm Händlers Versuch über den Roman als Erkenntnisinstrument. Doch Vorsicht, die Lektüre kann spontan auftretende Schlummersucht bewirken!

von KAI FISCHER

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„Das Menschenmögliche zur Sprache bringen“

Christoph Ransmayr: Bericht am Feuer Quelle: S. Fischer VerlageZum 60. Geburtstag von Christoph Ransmayr bringt der Fischer-Verlag einen reich ausgestatteten Materialienband zum Werk des Autors heraus, dessen Titel bereits die Spuren des Archaischen im Modernen spürbar macht, für die Ransmayrs Romane den Leser auf vielfältige Weisen sensibilisieren: Bericht am Feuer. Gespräche, E-Mails und Telefonate zum Werk von Christoph Ransmayr heißt das gerade erschienene Buch.

von BERNHARD STRICKER

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Die Welt will romantisiert werden

Er träumte mal von einer grenzenlosen Universalpoesie, mal von einer stählernden Karriere im Militärdienst: Novalis (1772–1801) galt lange Zeit als „romantischster“ Schriftsteller der Romantik. Wolfgang Hädecke zeichnet in seiner materialreichen Biographie ein sachliches Bild des Dichters der Hymnen an die Nacht.

von PHILIPP KAMPSCHROER

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