„Dérèglement de tous les sens“ – Die dichterische Zügellosigkeit als Zukunft der Dichtung?

Arthur Rimbaud – Die Zukunft der Dichtung   Cover: Matthes & Seitz„Hier nun Prosa über die Zukunft der Dichtung“ – so setzt Arthur Rimbaud (1854 – 1891) in einem seiner provokanten Seher-Briefe an. In dem Beschluss „Das will nicht nichts bedeuten“, scheinen noch heute die Myriaden Geheimnisse der Lyrik auf. Entsprechend bedeutungsschwanger und vielversprechend mutet es an, dass Tim Trzaskaliks Übersetzung von zwei Essays (u.a. von Philippe Beck) und einem vergleichsweise ungeheuren Anmerkungsapparat begleitet wird.

von SELIN GERLEK

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Treffen junger Autoren – Letzter Tag

Lara Theobalt   Foto: privatDer letzte Tag schmeckt nach Abschied, egal, wie viel noch ansteht. Zwischen Workshopprogramm, Lektoratsgesprächen und einem fulminanten literarischen Finale sinnieren die Teilnehmer des TJA über das Leben in einem Theater, Schnittchen und den Beginn der Welt. Und dann entdecken sie, dass sie die ganze Zeit über in Berlin waren – dies aber nur am Rande.

von LARA THEOBALT

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Treffen junger Autoren – Dritter Tag

Lara Theobalt   Foto: privatMittagspause: viel Ping und ein bisschen Pong. Wer nicht ins Schreiben vertieft ist, sitzt in einer Runde im Foyer. Wir diskutieren über Ophelia und Elektra, über das Nacktsein im Kino und das Fleischessen. Wer nicht einmal einen ganzen Tag damit verbracht hat, Gedichte zu schreiben, umzuschreiben, neu zu schreiben, wird nicht verstehen, warum eine Kaffeepause manchmal das Leben rettet und warum man gleichzeitig nach zwölf Stunden Programm wieder an genau diesem Punkt beginnt – bei den eigenen unfertigen Texten.

von LARA THEOBALT

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Treffen junger Autoren – Erster Tag

Lara Theobalt   Foto: privat„Es wird viel über Fische geschrieben“, wirft einer der Teilnehmer des diesjährigen Treffens junger Autoren in den Raum. Wir stimmen stumm nickend zu – vielleicht passt die Metapher. Warum auch nicht? In den 2360 Texten, die zum nunmehr 28. TJA ihren Weg nach Berlin nahmen, wird die ein oder andere Unterwasserspezies ihre literarische Nische gefunden haben.

von LARA THEOBALT

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Richtungsding VI Premiere

Christof Wolf   Foto: Emelyn YábarDas Richtungsding – Zeitschrift für junge Gegenwartsliteratur VI feierte bereits am 27. September mit einer Lesung im Ringlokschuppen Mülheim Premiere. Das Publikum ermittelte via Abstimmung den diesjährigen „Jahrgangsprimus“ und hatte diesmal in einem internationalen AutorInnenfeld die Qual der Wahl. Ein abwechslungsreicher Abend mit stilistisch und formal äußerst unterschiedlichen Texten und einem Überraschungssieger machen auch Lust auf die sechste Ausgabe in gedruckter Form.

von NADINE HEMGESBERG

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Die Hoffnung stirbt zuletzt

Gedenktafel Else Lasker-Schülers in Berlin Quelle: User OTFW WikimediaMit einer schauerlichen Geschichte, vorgetragen an einem Weihnachtsabend, beginnt die 1932 im Rowohlt Verlag erschienene Erzählung Arthur Aronymus von Else Lasker-Schüler. Hierin erzählt sie nicht nur von der Verfolgung und Diskriminierung der Juden, sondern auch von der Möglichkeit der Versöhnung.

von ESRA CANPALAT

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Zum Träumen verdammt

Mário de Sá-Carneiro  Foto: WikimediaMário de Sá-Carneiro, der enge Freund Fernando Pessoas, war ebenso begabt wie unglücklich. 1916 beendete der Schriftsteller sein kurzes Leben in Paris. Die Geschichte eines Tragischen. Vierte Folge von Lissabon erlesen.

Von PHILIPP KAMPSCHROER

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Endlich wieder kreativ sein!

Schreibaffine Menschen aufgepasst: Auf ghostmag können selbstverfasste Gedichte, Prosa und Sonstiges eingereicht und mit anderen Schreiberlingen geteilt werden. Hierbei soll der Blog auch helfen, den eingerosteten Ideenapparat wieder in Gang zu bringen, damit häufiger der Schreibgriffel gezückt wird.

Von ESRA CANPALAT

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Die Duftblumen im Trockengesteck

Das neue Buch Märzveilchen von Sarah Kirsch bemüht sich zwischen Naturbetrachtungen, Zeitgeschichte und Lyrik um Poesie.

Märzveilchen, so heißt die neueste Veröffentlichung längst geschriebener Vergangenheit aus Sarah Kirschs Feder, handelt es sich doch scheinbar um Tagebuchartiges der Autorin vom Dezember 2001 bis zum Herbst 2002. Was hier geboten wird, gibt sich also botanisch und verspricht einen besonderen Duft; doch dieser erscheint eher profan als betörend, eher ungewollt aufdringlich als gekonnt dezent.

Von SYLVIA KOKOT

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Lyrischer Voyeurismus aus Südkorea

Der Gedichtband Autobiographie aus Eis des südkoreanischen Lyrikers Choi Seung-Ho ist anders, als ich es erwartet hatte. Der Autor spielt in seinen Gedichten mit scharfen Kontrasten und dem Ekel seiner Leser, indem er auf Themen und Worte zurückgreift, die sich immer am Rande, häufig sogar deutlich jenseits der Grenze des guten Geschmacks bewegen. In jedem Fall berührt er den Leser, die Frage ist nur, welcher Art diese Berührung ist. In meinem Fall äußert sie sich in deutlicher Abneigung und grenzenlosem Unverständnis.

von KATHARINA WINTER

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