Doctor’s Diary (5): 1 Million Tote in 100 Tagen

Viele der ruandischen Traditionen sind durch die Kolonialisierung verlorengegangen. Dazu zählen auch die traditionellen Frisuren, amasunzu genannt.

Wer den Völkermord in Ruanda verstehen will, muss einen Blick in die Geschichte des Landes werfen. Und siehe da: Kolonialismus, Pseudowissenschaft, Machtausübung zu Lasten der Bevölkerung und am Ende überlässt man die Afrikaner sich selbst. Ruanda ist ein Paradebeispiel für die (Post-)Kolonialpolitik der europäischen Staaten – versagt haben sie alle. Inklusive der ruandischen Mehrheitsbevölkerung, die sich von den rassistischen Fantasien der Machthaber einlullen ließ.

von THOMAS STÖCK

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„Wer noch Milchzähne hat, den könnt ihr laufenlassen.“

Stephan Thome – Gott der Barbaren Cover: Suhrkamp

In seiner Erzählung Gott der Barbaren über den Taiping-Aufstand im China des 19. Jahrhunderts stilisiert Stephan Thome seinen Roman zu einer Kulturgeschichte des Fremden. Inmitten von politischen Würdenträgern, gewaltenthemmten Kriegern und unaussprechlichem Leid versucht der Deutsche Philipp Johann Neukamp, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Doch während die Gewaltexzesse in immer grausamere Taten kulminieren, geht dem Roman selbst ein wenig die Puste aus.

von THOMAS STÖCK Weiterlesen