Literatur und Feuilleton Podcast – Folge 003: Zukunftsromane um 1900

Zurück in die Zukunft? Genau diesen Schritt wagen wir in unserer heutigen Podcastfolge. Foto 1934 von Stellar Publishing.

Fiktionale Literatur beschäftigt sich grundsätzlich mit möglichen Welten. Zu diesen möglichen Welten zählen Vorstellungen davon, was uns in Zukunft erwarten könnte. Wie leben wir in 100 Jahren? Welche Technologien existieren dann? Hat sich die Welt zum Guten gewandelt oder droht gar der gesamten Menschheit der Untergang? So häufig, wie man in der Literatur den Blick zurück richtet, so oft schauen Literatinnen und Literaten auch nach vorn. In unserer heutigen Folge möchten wir über einen kleinen Ausschnitt der Literaturgeschichte sprechen, in dem Autorinnen und Autoren genau das getan haben: den Blick auf die Zukunft gerichtet.

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Als böse Wetter die Moderne brachten

Timo Feldhaus: Mary Shelleys Zimmer; Cover: Rowohlt

In Timo Feldhaus’ Mary Shelleys Zimmer treffen die literarischen und politischen Granden der 1810er Jahre in einem erstaunlich modernen Ambiente aufeinander. Eine wahrhaftige Klimakrise bricht aus – im doppelten Sinne, denn ursächlich für das „Jahr ohne Sommer“ (1816) ist der Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora ein Jahr zuvor. Vielen Menschen bringt dieses Ereignis Hunger und Leid, Mary Shelley ebnet es den Weg zu ihrem literarischen Kind: Frankensteins Monster. Ein auffallend zeitgenössischer Roman entspinnt sich in diesem historischen Panorama.

von THOMAS STÖCK

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west off 2015 – zwischen geteilter Verantwortung und geplantem Zufall

west off 2015Das Theaterfestival west off 2015 geht zu Ende. Mit dem Theatergame regere der Gruppe Progranauten sowie der Performance Feeding Fears von A Barrel of Monkeys verhandelt das FFT Düsseldorf komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge – auf der Bühne und außerhalb: So fragt es u. a. nach der Bedeutung des Zufalls, nach Privilegien und nach dem Gefühl, regiert zu werden.

von CHRISTOFER SCHMIDT und PHILIPP HANKE Weiterlesen

Psychoanalyse des Islam

Slavoj Žižek - Blasphemische Gedanken. Islam und Moderne   Cover: UllsteinDer slowenische Psychoanalytiker, Philosoph und kulturkritische Berserker Slavoj Žižek legte im März bei Ullstein sein neuestes Buch vor: Blasphemische Gedanken. Islam und Moderne. Darin setzt er sich mit dem radikalen Islamismus und der liberalen Demokratie auseinander. In gewohnt alles zermalmender, psychoanalytischer Argumentationsweise entblößt er die Widersprüche des Islam und zugleich die Hypokrisie westlicher Politiker, die die von ihnen gepredigten Werte permanent selbst unterlaufen.

von JONAS PODLECKI Weiterlesen

Wo Himmel und Erde aufeinander treffen

Buti_FlirrenHorizont_RZ02.inddRoland Buti beschreibt eine Welt, die im Begriff ist, vor Hitze zu zerfließen und Konventionen, Traditionen und gewisse Emotionen gemeinsam mit sich in den Untergang zu ziehen. Dieses existenzielle, schriftstellerisch exzellente Familiendrama wurde 2014 mit dem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet.

Von KARIN BÜRGENER Weiterlesen

Viel Federlesen um Thomas Hettche

Thomas Hettche: Pfaueninsel   Cover: Kiepenheuer und WitschIn Die Pfaueninsel erzählt Thomas Hettche ein Märchen des 19. Jahrhunderts und findet damit, wonach der junge Walter Benjamin suchte: Die ersehnte Trophäe, hier ist sie.

von SIMONE SAUER-KRETSCHMER Weiterlesen

Arbeit und Struktur

HB Seethaler_978-3-446-24645-4_MR.inddGanz unaufgeregt erzählt Robert Seethaler in Ein ganzes Leben die Geschichte des Hilfsarbeiters Andreas Egger: Von Kindheit, Arbeit, Liebe und schlussendlich dem Tod. Eine Miniaturensammlung wie der Starschnitt eines christlichen Katechismus. Zwischen Ermüdung und Rührung.

von NADINE HEMGESBERG

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