Unterhaltsame Relevanz im Operettengewand

"Die Blume von Hawaii" an der Oper Dortmund   Foto: Björn Hickmann, Stage Picture

„Die Blume von Hawaii“ an der Oper Dortmund Foto: Björn Hickmann, Stage Picture

Wie schön muss es sein, in einer Operettenwelt zu leben? Man umgibt sich mit fröhlichen und herzzerreißenden Melodien, alles ist bunt und glitzert, und man beschäftigt sich den ganzen Tag mit verwirrenden Liebesdreiecken und vielen Happy Endings. Die Oper Dortmund versucht nun, den Besuchern einen Einblick in ebendiese, vordergründig rein fröhliche, Operettenwelt zu geben und zeigt Paul Abrahams Die Blume von Hawaii. Während Spaß, Goldregen und Showtreppen den Hauptteil des Abends einnehmen, überraschen die Dortmunder doch auch immer wieder mit erstaunlich tiefgreifenden und nachdenklichen Szenen und bieten so einen Operetten-Abend, der abwechslungsreicher kaum sein könnte.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Boulevard der Dämmerung in teilweise unvorteilhaftem Licht

"Sunset Boulevard" am Opernhaus Dortmund Foto: Thomas Jauk

„Sunset Boulevard“ am Opernhaus Dortmund Foto: Thomas Jauk

Die Oper Dortmund setzt ihre erfolgreiche Musical-Serie fort. Nach Jesus Christ Superstar und Next To Normal gibt es nun Andrew Lloyd Webbers Sunset Boulevard auf dem Spielplan. Nachdem man sich auch in den vergangenen Jahren große Namen der Musical-Welt holte, ist es den Dortmundern in dieser Spielzeit gelungen, den aktuell wahrscheinlich größten Namen des deutschsprachigen Musicals zu engagieren. Pia Douwes enttäuscht ihre Fans in Gil Mehmerts Inszenierung sicher nicht. Doch ob sie neue dazugewinnen wird, ist schwer zu sagen.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Alltag statt Rollschuhe – ein fast normales Musical in Dortmund

"Next to Normal" am Opernhaus Dortmund Foto: Björn Hickmann

„Next to Normal“ am Opernhaus Dortmund Foto: Björn Hickmann

Das Dortmunder Opernhaus traut sich etwas! Mit Next to Normal – Fast normal steht nun ein mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnetes Musical auf dem Spielplan, das aufgrund seines Themas schnell am Publikum vorbei singen könnte. Wie macht man der durchschnittlichen Musicalzielgruppe schon ein Stück über eine dysfunktionale Allerweltsfamilie mit depressiver Mutter schmackhaft, das eher rockig daher kommt und nicht zum munteren Mitsingen einlädt? Next to Normal könnte von fröhlichen My fair Lady-Erwartungen kaum weiter entfernt sein, ist aber dennoch (oder gerade deswegen) unbedingt sehenswert.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

My Fabulous Lady

"My Fair Lady" am Schauspiel Essen Foto: Martin Kaufhold

„My Fair Lady“ am Schauspiel Essen Foto: Martin Kaufhold

Das Essener Schauspiel landet mal wieder einen Clou: Robert Gerloff beweist mit seiner Inszenierung von My Fair Lady, dass der Pygmalion-Stoff auch knapp 100 Jahre nach seiner bekanntesten Bearbeitung durch George Bernard Shaw nichts an Witz und Schlagfertigkeit verloren hat. Das Publikum erwarten 165 unterhaltsame Minuten, in denen der eine oder andere schiefe Ton gerne verziehen wird.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Zigaretten, Alkohol und jede Menge Pathos

"West Side Story" an den Wuppertaler Bühnen Foto: Uwe Stratmann

„West Side Story“ an den Wuppertaler Bühnen Foto: Uwe Stratmann

Nach vorübergehender Musicalabstinenz unter dem nun scheidenden Opernintendanten Toshiyuki Kamioka steht mit West Side Story endlich wieder ein idealtypischer Vertreter des Musicalgenres auf der Bühne des Wuppertaler Opernhauses. Berühmt für die komplexe narrative Verflechtung von Tanz, Gesang und Schauspiel, fungiert das Stück seit fast 60 Jahren weltweit als Publikumsmagnet. Fast 60 Jahre? Zeit für eine Aktualisierung! – dachte sich wohl das Kreativteam der Wuppertaler Inszenierung rund um Regisseurin Katja Wolff, das zu einer Übertragung der Geschichte in die Gegenwart ansetzt.

von CHRISTOFER SCHMIDT Weiterlesen

Ein Ritterschlag für Bochum

"Monty Python's Spamalot" am Schauspielhaus Bochum Foto: Diana Küster

„Monty Python’s Spamalot“ am Schauspielhaus Bochum Foto: Diana Küster

Viel zu lange stand die Stadt Bochum in ihrer Außenwahrnehmung unter dem Musical-Joch singender und rollschuhlaufender Eisenbahngeschöpfe. Doch nun ist die Zeit reif für eine allmähliche Emanzipation von der Webber’schen Hegemonie: In seiner Inszenierung von Monty Python’s Spamalot enthüllt Regisseur Christian Brey die wahre Broadwaytauglichkeit des Bochumer Schauspielhauses.

von CHRISTOFER SCHMIDT Weiterlesen

Wär’ doch alles Gold, was glänzt

Sisters of Swing2_Foto Sebastian Hoppe

Sisters of Swing – Düsseldorfer Schauspielhaus Foto: Sebastian Hoppe

Auch die zweite Düsseldorfer Premiere der Saison 2015/16 (nach Königsallee am 29. August) Sisters of Swing lässt sich weder brisantem Polittheater noch wuchtigem Tragödienstoff zuordnen. Vielmehr bezirzen drei junge Ensembledamen das Publikum als swingende Andrews Sisters. Schauspielfreunde gehen beinah leer aus.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Frankenstein trifft Eliza Doolittle

Spielzeitpräsentation 2015/16 am Schauspiel EssenEs erwarten uns zwar noch einige Premieren, bevor die Theater Nordrhein-Westfalens in die Sommerpause gehen, doch die neue Spielzeit will schon vorbereitet und präsentiert sein. Das Schauspiel Essen stellte nun sein Programm für die Spielzeit 2015/16 vor, das unter dem Motto Werte zählen die Frage aufwirft, welche Moralvorstellungen und Ideale im Leben wichtig sind. Ein Einblick.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen