Glauben nach der Katastrophe?

Margarete Susman: Das Buch Hiob und das Schicksal des jüdischen Volkes; Cover: Suhrkamp

Der Shoah sind in Europa über sechs Millionen Juden zum Opfer gefallen, beinahe wäre das jüdische Volk vollkommen vernichtet worden. Wie kann man angesichts einer solchen Katastrophe noch an Gott glauben? Margarete Susman stellt sich in ihrem 1946 erschienenen Essay Das Buch Hiob und das Schicksal des jüdischen Volkes diese Frage und erzählt uns von ebendiesem Schicksal. Doch findet Susman auch in der Jubiläumsausgabe zu ihrem 150. Geburtstag lediglich Antworten, die nicht zu überzeugen vermögen.

von THOMAS STÖCK

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Zu den Sternen (к звездам)

Ein Bild der russischen Futuristen aus dem Jahre 1912. Sitzend (v. l. n. r.): Velimir Chlebnikov, G. L. Kuzmin, S. D. Dolinsky. Stehend: N. D. Burljuk, D. D. Burljuk und Wladimir Majakowski.

Zurück in die Zukunft, Teil 2: Wie schon letzte Woche in unserem Podcast werfen wir einen Blick in die Vergangenheit – und damit über Umwege in die Zukunft – und erinnern an den 100. Todestag des russischen Futurismus-Vordenkers Velimir Chlebnikov. Mit seinem Versuch einer universalen „Sternensprache“ beeinflusst Chlebnikov nachhaltig die russische Literatursprache. Treten Sie ein in die Welt des russischen Futurismus.

von THOMAS STÖCK

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Podcast Literatur und Feuilleton – Folge 001: Mythos Medea

Alfons Mucha: Medea. Lithografie aus dem Jahr 1898.

Königstochter, Liebende, Flüchtling, gehörnte Gattin, Zauberin, Kindsmörderin. Diese vielfältigen Eigenschaften vereint Medea auf sich. Ihr farbenprächtiger Charakter hat Dichterinnen und Dichter schon seit jeher dazu angeregt, ihre Geschichte immer und immer wieder neu zu erzählen. Medea – Opfer und Täterin zugleich? Auf ihr Leben blicken wir heute gemeinsam mit Texten von Seneca, Franz Grillparzer und Christa Wolf.

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Podcast Literatur und Feuilleton – Folge 000: Pilot

In dieser Folge möchten wir euch unser neues Projekt vorstellen: unseren eigenen Podcast! Schon seit längerem ist dieser Podcast nun in der Mache. Jeden Monat am vierten Mittwoch möchten wir euch ein Thema präsentieren, zu dem wir dann einige ausgewählte Texte besprechen möchten. Für unsere erste Folge, das können wir an dieser Stelle schon verraten, beschäftigen wir uns mit dem Mythos Medea.

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In der lesBar mit Punchdrunk und sonst nichts

Punchdrunk Immersion The Burnt City immersive theatre
Foto: Julian Abrams

Eine vergangene Stille, eine andauernde Katastrophe, ein Weitermachen, ein altbekannter Theaterbetrieb, eine Frage der Kunst, ein Freud’scher Freischütz, eine politische Debatte, ein antiker Mythos, eine moderne Herangehensweise, ein einsaugendes Konstrukt, zwei Londoner Theatergenies, ein Vorschlag zum Diskurs, keine Getränkeempfehlung. Herzlich willkommen in der lesBar auf Abwegen!

von NICK PULINA

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Im Steinbruch des Textes

Tomas Venclova: Variation über das Thema Erwachen; Cover: Hanser

Variation über das Thema Erwachen lautet der deutsche Titel des dritten Gedichtbandes von Tomas Venclova. Dahinter verbirgt sich ein Parforceritt eines Weltbürgers durch die Welt- und Literaturgeschichte. Für Venclovas Lyrik darf man mit Fug und Recht das Prädikat Weltliteratur bereithalten, muss sich aber auch darauf einstellen, die hochkomplexen Gedichte in einem zeitintensiven Prozess zu dechiffrieren.

von THOMAS STÖCK

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Troja, ein Spielplatz der Götter

Stephen Fry: Troy. Our Greatest Story Retold; Cover: Penguin Random House UK

Menschen und ihre Geschichten sind nicht einfach. Wenn Götter ihre Hände mit im Spiel haben, wird es chaotisch. Wie sehr, dass zeigt Stephen Fry, indem er die Geschichte Trojas einmal mehr aufrollt und ihr mit Troy einen neuzeitlichen Anstrich verleiht.

von MEIKE WINKLER

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Karikatur einer Kindsmörderin

Tamar Tandaschwili: Als Medea Rache übte und die Liebe fand; Cover: Residenz Verlag

Als Medea Rache übte und die Liebe fand der georgischen Autorin Tamar Tandaschwili macht betroffen: Verstörend sind die andauernde physische und psychische Gewalt, der die LGBTQ-Community in der kaukasischen Republik schutzlos ausgeliefert ist. Tandaschwilis Gesellschaftsroman könnte in seiner epischen Plotbreite sicherlich mit Tolstois großen Romanen konkurrieren – würde die Autorin nicht achtlos eine Figur nach der anderen beiseiteschieben und alle Hüllen um den mythischen Medea-Stoff fallen lassen.

von THOMAS STÖCK

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Gluck statt Wagner oder: Orpheus als Corona-Bezwinger?

Orfeo | Euridice, Aalto-Musiktheater Essen

Eigentlich heißt Glucks bekannteste Oper Orfeo ed Euridice – Orpheus und Eurydike –, das Essener Aalto-Musiktheater inszeniert den Klassiker jedoch unter dem Titel Orfeo | Euridice. Soll diese Trennungswand womöglich den Infektionsschutz symbolisieren? Man mag darüber grübeln, sollte jedoch nicht den Blick davor verschließen, dass es – endlich – wieder hochkarätige Opernkunst gibt, die nicht als Stream, sondern ganz physisch daherkommt. Eine gekürzte und angepasste azione teatrale zwar, dank Tomáš Netopils musikalischer Leitung jedoch ein Genuss.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Iphigenie bei den Bochumern

"Iphigenie" am Schauspielhaus Bochum Foto: Julian Röder

„Iphigenie“ am Schauspielhaus Bochum Foto: Julian Röder

Das Schauspielhaus Bochum zeigt eine Euripides-Jelinek-Melange von Dušan David Pařízek, die vor allem ein Anliegen hat: Geschlechterrollen zu verwischen und zu hinterfragen. Trotz brillanter Schauspieler und einiger verblüffender Regieeinfälle läuft der Abend jedoch etwas ins Leere; nur Weniges bleibt hängen.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen