Mein lieber Schwan!

Wagners "Lohengrin" am Essener Aalto-Theater Foto: Forster

Wagners „Lohengrin“ am Essener Aalto-Theater Foto: Forster

„Nie sollst du mich befragen, noch Wissens Sorge tragen, woher ich kam der Fahrt, noch wie mein Nam‘ und Art.“ Nein, das Essener Aalto-Theater hat in dieser Spielzeit keine Vertonung der Grimmʼschen Rumpelstilzchen-Geschichte im Programm. Jedenfalls nicht direkt. Dieses zentrale Zitat stammt aus Richard Wagners Oper Lohengrin, die seit Anfang Dezember das Essener Publikum spaltet.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Muttertier Medea

"Medea.Matrix" bei der Ruhrtriennale Foto: Ju/Ruhrtriennale

„Medea.Matrix“ bei der Ruhrtriennale Foto: Ju/Ruhrtriennale

Im Rahmen der Ruhrtriennale bringen die Regisseurin Susanne Kennedy und der Installationskünstler Markus Selg den Medea-Mythos auf die Bühne der Gebläsehalle des Landschaftsparks Duisburg-Nord. Wie schon Christoph Schlingensief in seiner Kirche der Angst vor dem Fremden in mir nutzen Kennedy und Selg den Raum als Industriekathedrale und hinterfragen in Medea.Matrix die Rolle der Frau als Gebärende und Mutter.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Ästhetik und Gewalt im Hasenkostüm

"Oresteia" bei den Ruhrfestspiele Foto: Guido Mencari

„Oresteia“ bei den Ruhrfestspiele Foto: Guido Mencari

Wer Aischylos’ Orestie im Theater sehen will, macht sich schon zuvor auf keinen leicht verdaulichen Abend gefasst. Rache, Mord und Familienfluch sind Ingredienzen, die an die Nieren gehen. Der Regisseur Romeo Castellucci hat mit seinem Theaterkollektiv Socìetas Raffaello Sanzio bereits 1995 eine italienischsprachige Oresteia auf die Bühne gebracht – nun führt er sie, dezent aktualisiert, im Rahmen einer Europatournee bei den Ruhrfestspielen wieder auf. Eine drastische Inszenierung, die Bilder statt Worte sprechen lässt.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Blutsverwandte Literatur

The Honoured Dead (Totem for Breece D'J Pancake)_Foto: Mihau Pollak

The Honoured Dead (Totem for Breece D’J Pancake)

Über Mihau Pollaks faszinierende und gleichzeitig verstörende Collagen berichteten wir bereits im letzten Jahr. Nun widmet sich der junge Künstler einer Skulpturenreihe mit dem Titel The South, eine Hommage an diverse Südstaaten-Autoren.

von ESRA CANPALAT Weiterlesen

Alte Gespenster und neue Wunden

COVER_Crimson-PeakDie Heirat einer jungen Frau mit einem Baron und der Einzug in das Haus seiner Familie ziehen schreckliche Folgen nach sich: Guillermo del Toros Gothic-Horror-Film Crimson Peak besticht nicht nur durch seine opulenten Schauwerte, sondern auch durch eine postmoderne und selbstreflexive Erzählweise, die das Horrorgenre als moderne Mythenerzählung ernst nimmt.

von PHILIPP HANKE Weiterlesen

Meta-Birdman

Birdman oder Die unverhoffte Macht der AhnungslosigkeitRoad to the Oscars, 9 Nominierungen: Michael Keaton spielt in Alejandro González Iñárritus Birdman oder Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit den gealterten Schauspieler Riggan Thomson, der vormals als Comicactionheld Birdman Star eines Millionenpublikums und das Zugpferd für Milliardeneinspielergebnisse war. Ein letztes kreatives Aufbäumen am Broadwaytheater soll ihn nach seinem Superheldendasein auch als geachteter Theaterschauspieler und Regisseur Ruhm und Ehre verschaffen. Eine teilweise bissige Hollywood-Satire, die einmal mehr den Tod des Autors feiert: voll meta also.

von NADINE HEMGESBERG und SYLVIA KOKOT

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„Das Menschenmögliche zur Sprache bringen“

Christoph Ransmayr: Bericht am Feuer Quelle: S. Fischer VerlageZum 60. Geburtstag von Christoph Ransmayr bringt der Fischer-Verlag einen reich ausgestatteten Materialienband zum Werk des Autors heraus, dessen Titel bereits die Spuren des Archaischen im Modernen spürbar macht, für die Ransmayrs Romane den Leser auf vielfältige Weisen sensibilisieren: Bericht am Feuer. Gespräche, E-Mails und Telefonate zum Werk von Christoph Ransmayr heißt das gerade erschienene Buch.

von BERNHARD STRICKER

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„Haben Sie denn nicht mitbekommen, was sich da draußen abgespielt hat?“

Martin Beyer - Mörderballaden   Cover: Asphalt und AndersInspiriert von zeitgenössischen Liedern besingt Martin Beyer mythische, historische und fiktive Gewalttaten in seinen Mörderballaden. So richtig überzeugen kann aber nur die versteckte Zusatzgeschichte am Ende.

Von ALINE PRIGGE

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