Die Chronik einer Wiese

John Lewis-Stempel: Meadowland; Cover: Black Swan

John Lewis-Stempel beschreibt einen vollen Jahreszeitenzyklus auf einer Wiese im englischen Hereford Shire, nahe der walisischen Grenze. In akkurater Feinarbeit lässt der Chronist ein Panorama der einzigartigen Schönheit und Artenvielfalt dieses begrenzten Naturraumes entstehen und spart bei alldem auch die Kulturgeschichte nicht aus. 2014 gewann dieses außergewöhnliche Sachbuch dafür den Wainwright Prize für Nature Writing.

von STEFAN JAKOB

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Vom Schwärmen mit Schnaken

Harry Martinson: Schwärmer und Schnaken; Cover: Guggolz Verlag

In Harry Martinsons Schwärmer und Schnaken werden ausschweifend schwärmende, scheinbar willkürlich gesammelte Naturessays aneinandergereiht, in denen Weisheiten über das Schreiben, sowie Kritik an der Gesellschaft verwoben sind. Ein poetisches Naturbild für Liebhaber.

von VIKTORIA GORETZKI

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Bücher hamstern statt Klopapier – Teil II: Freiwillige Isolation

In der Corona-Krise wird dazu geraten, soziale Kontakte möglichst gering zu halten. Im zweiten Teil unserer Bücherempfehlung in diesen herausfordernden Zeiten möchten wir Ihnen einige Bücher ans Herz legen, in denen die Protagonisten sich gewissermaßen in einer ähnlichen Situation wiederfinden und sich auch eine freiwillige Quarantäne auferlegen.

von ALINA WOLSKI

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Die Zeit zwischen Sommer und Tod

COVER_Reclam_Herbstgedichte

Herbstgedichte. Ausgewählt von Evelyne Polt-Heinzl und Christine Schmidjell; Cover: Reclam Verlag

Passend zur Jahreszeit bietet das Reclam-Bändchen Herbstgedichte einen Querschnitt der deutschsprachigen modernen Lyrik. Das Wechselspiel von motivischer Varianz bei zugleich einsetzender Kategorisierung der Gedichte fügt sich in ein stimmiges Gesamtkonzept, von dem eigentlich auch Lyriklaien profitieren könnten – würden diese nur nicht auf weiter Herbstesflur allein gelassen…

von THOMAS STÖCK Weiterlesen

Mutter mit Axt sucht Vorort mit Charme

Emily Ruskovich – Idaho Cover: Hanser Berlin im Carl Hanser Verlag

Drei amerikanische Familienromane mit den Müttern im Zentrum: Emily Ruskovichs „Idaho“, Brit Bennetts „Die Mütter“ und Celeste Ngs „Kleine Feuer überall“. Alle drei Bücher handeln vom Leben in Familien, aber auch vom Ausbrechen aus familiären Strukturen. Sie fragen danach, wie viele und welche Menschen es zwingend braucht, um überhaupt Familie zu sein. Die Grundthemen der Bücher gleichen sich also, aber die Romane sind von ganz unterschiedlicher Qualität.

von SIMONE SAUER-KRETSCHMER Weiterlesen

Zielloser Lenz

"Lenz" vom Théâtre National du Luxembourg und Les Théâtres de la Ville de Luxembourg bei den Ruhrfestspielen Foto: Bohumil Kostohryz

„Lenz“ vom Théâtre National du Luxembourg und Les Théâtres de la Ville de Luxembourg bei den Ruhrfestspielen Foto: Bohumil Kostohryz

Bei den Ruhrfestspielen zeigt die Koproduktion des Théâtre National du Luxembourg und Les Théâtres de la Ville de Luxembourg, dass Büchners Lenz zeitlos (und) packend ist – aber leider auch, dass es für einen überzeugenden Theaterabend nicht ausreicht, sich nur auf die guten Leistungen eines Schauspielers zu verlassen.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Der ganz alltägliche Wandel

Doris Anselms Kurzgeschichtenband und in dem Moment holt meine Liebe zum Gegenschlag aus erzählt von jenen Momenten, die das Leben entscheidend verändern. Die Autorin schildert diese gezielt und lässt dabei weder Kinder, noch Businessmen oder Hausfrauen aus: Unterschiedlichste Personen treten nacheinander in den Mittelpunkt, werden dem Leser jedoch nicht nahegebracht, sondern verwundern zunächst und lassen ihn einen Großteil der Figuren negativ und realitätsfremd wahrnehmen. Ein Kurzgeschichtenband, der die Stimmung eines verregneten Herbsttages heraufbeschwört, trostlos und negativ.

von VIVIANE SCHWERTFEGER  Weiterlesen

„Gott ist tot! Hoch lebe Darwin!“

Ilona Jerger: Und Marx stand still in Darwins Garten   Cover: UllsteinMarxismus, Darwinismus und Religion – wie passt das zusammen? Dass die beiden Persönlichkeiten Karl Marx und Charles Darwin mehr verband als ihre Bärte und der schlechte Gesundheitszustand, zeigt Ilona Jerger in ihrem Roman Und Marx stand still in Darwins Garten. Dabei kommen philosophische Diskurse nicht zu kurz.

von ALINA WOLSKI Weiterlesen

Vom Aufgang der Sonne…

"Sonnenaufgangsautomat" der scheinzeitmenschen Foto: Jörg Gröger

„Sonnenaufgangsautomat“ der scheinzeitmenschen Foto: Jörg Gröger

Pünktlich zur Herbstsaison liefert das Künstler*innenkollektiv scheinzeitmenschen mit der Installation Sonnenaufgangsautomat eine gute Alternative zu den hiesigen Sonnenbänken – nicht nur, um Licht zu tanken, sondern auch, um den bevorstehenden Winterdepressionen helle Momente entgegenzusetzen. Kunst versus Solarium also? Nicht ganz. Trotz diverser Parallelen funktioniert die Arbeit weniger auf einer körperlichen als vielmehr auf einer geistigen Ebene.

von CHRISTOFER SCHMIDT Weiterlesen

„Gib alles was du hast auf deine Zunge“

COVER_Sebastian_23_Hinfallen_LektoraHinfallen ist wie Anlehnen, nur später, ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, Gedichten und allem, was sich dazwischen bewegt. Sebastian 23, einer der bekanntesten Poetry Slammer Deutschlands, entzieht sich als Poet, Gesellschaftskritiker und Kabarettist jeglicher Einordnung. Sein Buch kann wie eine Tragikomödie über diese Welt gelesen werden: In den lustigen, ernsten, häufig ironischen Texten blickt der Leser auf die Gegenwart wie durch ein Kaleidoskop und entdeckt ihre schillerndsten Farben.

von ANNA BREIDENBACH Weiterlesen