Kurzatmiger Tony in kurzweiligem Musical

„West Side Story“ am Theater Dortmund Foto: Anke Sundermeier, Stage Picture

Die Musik- und Bühnenwelt feiert 2018 Leonard Bernsteins 100. Geburtstag. Obwohl dieses Jahr auf den Spielplänen weltweit zahlreiche Bernstein-Produktionen auftauchten, hielt man sich ausgerechnet mit seinem größten Erfolg, der West Side Story, erstaunlich lange zurück. Nur an fünf deutschen (und 18 internationalen) Opernhäusern fanden Aufführungen statt. Unter den fünf deutschen Produktionen sind immerhin zwei Premieren im Bernstein-Jahr zu verzeichnen. Eine halbe Premiere feiert nun auch das Theater Dortmund. Kostüme und Requisiten sowie einen Teil der Hauptbesetzung nahm Regisseur Gil Mehmert vom Domplatz Open Air 2017 aus Magdeburg mit ins Ruhrgebiet, wo das nun über 60 Jahre alte Stück für ausverkaufte Vorstellungen sorgt.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

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Alles, was man vergesssen hat…

COVER_Matthew Thomas_Wir sind nicht wir_BerlinverlagMatthew Thomas’ Monumental-Werk Wir sind nicht wir ist weder thematisch innovativ noch von sprachlicher Raffinesse oder erzählerisch überraschend. Die 900-seitige Schilderung eines unbarmherzigen Kampfes trifft dennoch mit voller Wucht.

von ANNA KREWERTH Weiterlesen

Zigaretten, Alkohol und jede Menge Pathos

"West Side Story" an den Wuppertaler Bühnen Foto: Uwe Stratmann

„West Side Story“ an den Wuppertaler Bühnen Foto: Uwe Stratmann

Nach vorübergehender Musicalabstinenz unter dem nun scheidenden Opernintendanten Toshiyuki Kamioka steht mit West Side Story endlich wieder ein idealtypischer Vertreter des Musicalgenres auf der Bühne des Wuppertaler Opernhauses. Berühmt für die komplexe narrative Verflechtung von Tanz, Gesang und Schauspiel, fungiert das Stück seit fast 60 Jahren weltweit als Publikumsmagnet. Fast 60 Jahre? Zeit für eine Aktualisierung! – dachte sich wohl das Kreativteam der Wuppertaler Inszenierung rund um Regisseurin Katja Wolff, das zu einer Übertragung der Geschichte in die Gegenwart ansetzt.

von CHRISTOFER SCHMIDT Weiterlesen

Wider die Buchstäblichkeit

U1_978-3-498-05315-4.inddThomas Pynchon siedelt seinen neuen Roman Bleeding Edge im New York City des Jahres 2001 an. Im Gewand einer verwirrenden Detektivgeschichte offenbart sich bald ein detailliertes Porträt des Zeitgeists um die Jahrtausendwende – und ein Blick auf 9/11, dem keine Absurdität entgeht.

von ANTONIA STICHNOTH

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Aporien des Bewusstseins, Unwegsamkeiten der Liebe

COVER_Heinz Helle_Der beruhigende Klang von explodierendem Kerosin SuhrkampEinst beschäftigten sich Philosophen mit dem Glück. Heute kümmern sie sich mehr um Neurobiologie. Heinz Helles intelligenter Debütroman Der beruhigende Klang von explodierendem Kerosin stellt die Frage, wie sich eins zum anderen verhält. Was macht eine neurowissenschaftliche Beschreibung mit der Wirklichkeit unserer intimen und sozialen Verhältnisse?

von BERNHARD STRICKER Weiterlesen

Ein bisschen Faith, ein bisschen Hope

Paley_Ungeheure_Veraenderungen_in_letzter_Minute  Quelle: Schöffling & Co.Seit Alice Munro 2013 für ihre Short Stories mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde, scheinen Verlage durch das Veröffentlichen von Kurzgeschichtenbänden englischsprachiger Autoren auf dieser Erfolgswelle mitreiten zu wollen. Wie schön, dass dieser Trend den deutschen Lesern die großartige Grace Paley dadurch näher bringt!

von ESRA CANPALAT Weiterlesen

Er war es nicht!

Noah Hawley - Der Vater des Attentäters Cover Nagel & KimcheWas denkt und tut ein Vater, der schon Monate vorher weiß, wann sein Kind sterben wird? Datum und Uhrzeit des Todes stehen fest, denn Daniel Allen soll den zukünftigen Präsidenten der USA erschossen haben. Noah Hawleys Roman Der Vater des Attentäters erzählt von der Suche nach Antworten und den Zweifeln am eigenen Verstand.

von SIMONE SAUER-KRETSCHMER

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Auf ein literarisches Philly Cheesesteak, KW 10

John Jeremiah Sullivan bei den National Book Critics Circle Awards   Foto: Wikimedia User David ShankboneNew York … unendliche Weiten … Halt! Was? Das geht in die vollkommen falsche Richtung. Hier geht es nicht um literaturkritische Raumfahrt, sondern um Literaturtourismus der gehobenen Art durch die amerikanische Essayistik. Noch mal von vorn: Die erste Etappe unserer Reise führt uns heute nach New York, den einzigen großen Apfel, den der iGod nicht patentieren konnte, wo Mark Greif von n+1 auf uns wartet. Danach fahren wir die Ostküste runter, wo uns John Jeremiah Sullivan in seinem Haus empfängt. Dass dort Peyton Sawyer, eine Figur aus der Serie One Tree Hill, gewohnt hat, ist nur eines der Themen, denen sich Sullivan in seinem Buch Pulphead widmet.

von KAI FISCHER

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Auf ein literarisches Surf ’n’ Turf, KW 9

Jonathan Lethem beim National Book Critics Circle Award   Foto: Wikimedia User David ShankboneHerzlich Willkommen zur dritten Woche über amerikanische Essays! Mein Name ist Fischer und ich bin heute wieder Ihr Reiseleiter. Ich hoffe, Sie halten Ihre Bordkarten bereit, damit wir zügig los kommen. Den ersten Stopp legen wir heute in Claremont, Kalifornien, ein, wo Jonathan Lethem am Pomona College Creative Writing lehrt. Und da wir schon mal in Kalifornien sind, fahren wir danach die Küste entlang Richtung Santa Cruz und treffen hoffentlich Jonathan Franzen. Vorausgesetzt er ist nicht unterwegs, um Vögel zu beobachten. Also, packen Sie ein paar Cracker ein, denn es wird eine lange Etappe.

von KAI FISCHER

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Blinde Flecken

Gabrielle Bell – Die Voyeure Quelle: Metrolit Verlag BerlinGabrielle Bell blickt in Die Voyeure auf sich selbst und die Zeit zwischen 2007 und 2010, lässt den LeserInnen dabei aber viel Platz für eigene Selbstauslotung. 

 von CHRISTIAN A. BACHMANN

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