Es hätte so gut werden können

Richard Wagners "Siegfried" an der Oper am Rhein Foto: Hans Jörg Michel

Richard Wagners „Siegfried“ an der Oper am Rhein Foto: Hans Jörg Michel

Der Ring dreht sich weiter. Inzwischen ist die Deutsche Oper am Rhein am zweiten Tag des Bühnenfestspiels Der Ring des Nibelungen angelangt. Mit Siegfried steht nun also das insgesamt dritte Werk aus der Ring-Saga Richard Wagners auf dem Spielplan. Während Das Rheingold noch mit spannendem Regiekonzept überzeugte und auf einen sehr guten Ring hoffen ließ, glänzte schon die Walküre fast nur noch musikalisch. Siegfried setzt den Abwärtstrend nun fort, kann jedoch zumindest auf Seiten der Darsteller überzeugen.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

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Persische Politromanze

Verdis "Nabucco" an der Oper Dortmund Foto: Thomas Jauk, Stage Picture

Verdis „Nabucco“ an der Oper Dortmund Foto: Thomas Jauk, Stage Picture

Mit Verdis Nabucco verabschiedet sich Opernintendant Jens-Daniel Herzog nach sieben Spielzeiten fulminant vom Dortmunder Publikum. Der Abend überzeugt nicht nur musikalisch. Herzog verlegt die sprunghafte Opernhandlung aus dem Babylon und Jerusalem des 6. Jahrhunderts v. Chr. klug in die Islamische Revolution um 1980 – und erntet für seine Regie völlig zu Unrecht so manche Buhrufe von den Premierengängern.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Ein Bergbau-Märchen als Opernrarität

Heinrich Marschners "Hans Heiling" am Aalto-Theater Essen Foto: Thilo Beu

Heinrich Marschners „Hans Heiling“ am Aalto-Theater Essen Foto: Thilo Beu

Das Aalto-Musiktheater traut sich was: Nach Meyerbeers Le Prophète in der letzten Spielzeit bringt es jetzt eine Neuinszenierung der ebenfalls selten zu erlebenden Oper Hans Heiling von Heinrich Marschner auf die Bühne. Die Essener Philharmoniker werden von Frank Beerman, einem profunden Kenner des romantischen Randrepertoires, ausdifferenziert und klangmächtig durch den Abend geführt, während die Inszenierung von Andreas Baesler den lokalpatriotischen Bezug zu Aufstieg und Fall der Zechenkultur – etwas zu konsequent – deutlich macht.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Jetzt hätte es eigentlich losgehen sollen

Richard Wagners "Die Walküre" an der Oper am Rhein Foto: Hans Jörg Michel

Richard Wagners „Die Walküre“ an der Oper am Rhein Foto: Hans Jörg Michel

Die Deutsche Oper am Rhein hat sich in dieser und in der kommenden Spielzeit vorgenommen, Wagners Mammut-Epos Der Ring des Nibelungen neuinszeniert vom Starregisseur Dietrich W. Hilsdorf auf die Bühne zu bringen. Mit Das Rheingold begann der insgesamt etwa 16 Stunden lange Wagner-Ritt im vergangenen Jahr mit dem sogenannten „Vorabend“, nun steht der „Erste Tag des Bühnenfestspiels“, Die Walküre, auf dem Programm des Düsseldorfer Opernhauses. Während die Sänger glänzen, holt sich Regisseur Hilsdorf bei der Premiere vor allem Buh-Rufe ab.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Alle Jahre wieder

"Der Nussknacker" am Aalto-Theater Essen Foto: Bettina Stöß

„Der Nussknacker“ am Aalto-Theater Essen Foto: Bettina Stöß

Das Essener Aalto-Theater setzt auch in diesem Winter auf eine sichere Bank für ein ausverkauftes Haus. Insgesamt nur drei Mal steht Ben Van Cauwenberghs Nussknacker-Interpretation von 2015 auf dem Spielplan. Weniger Essens Hauschoreograf als vielmehr die exzellenten Tänzer und die fabelhaften Essener Philharmoniker entlocken auch dem größten Weihnachtsmuffel besinnliche Gefühle.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Auf ein Gläschen Absinth in den Rhein

Wagners "Rheingold" an der Deutschen Oper am Rhein Foto: Hans Jörg Michel

Wagners „Rheingold“ an der Deutschen Oper am Rhein Foto: Hans Jörg Michel

Die Deutsche Oper am Rhein erarbeitete unter der Regie von Dietrich W. Hilsdorf eine Rheingold-Inszenierung, die schonungslos mit Richard Wagner umgeht, während sie gleichzeitig sein musikalisches Genie ehrt. Nach Premiere und Spielzeit in Düsseldorf schwimmt Hilsdorfs Vorabend zur Ringtetralogie den Rhein entlang und feierte nun Premiere im Duisburger Opernhaus. Hier wurde es vom Publikum gefeiert und lässt auf weitere spannende Wagner-Abende an den Häusern am Rhein hoffen.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Märchenmusik mit Knusperhexe

Humperdincks "Hänsel und Gretel" am Aalto-Theater Essen Foto: Saad Hamza

Humperdincks „Hänsel und Gretel“ am Aalto-Theater Essen Foto: Saad Hamza

In der (vor-)weihnachtlichen Regie der Mezzosopranistin Marie-Helen Joël bringt das Essener Aalto-Theater Hänsel und Gretel kindgerecht auf die Bühne. Die musikalische Qualität des Abends führt einmal mehr vor Augen, dass Humperdincks Märchenspiel in drei Bildern durchaus keine Banalität ist, sondern ein ernst zu nehmendes Werk des post-wagnerianischen Musiktheaters.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Folklore mit Schwung oder: Die böhmische Pechmarie

Smetanas "Die verkaufte Braut" am Essener Aalto-Theater Foto: Matthias Jung

Smetanas „Die verkaufte Braut“ am Essener Aalto-Theater Foto: Matthias Jung

Zur Eröffnung der Spielzeit 2017/18 präsentiert das Essener Aalto-Musiktheater den vielleicht größten Klassiker des tschechischen Musiktheaters, Smetanas Die verkaufte Braut, auf Deutsch. Während das junge Regieduo SKUTR inszenatorisch nur wenige Akzente setzt, lässt der Abend in musikalischer Hinsicht beinah keinen Wunsch offen. Vor allem Jessica Muirhead in der Titelpartie und Tomáš Netopil an der Spitze seiner Essener Philharmoniker sorgen für genussvolle Momente.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Blick in den Kopf der Kanzlerin

Man kennt sie reserviert, besonnen und neutral. Ihre Markenzeichen sind einfarbige Hosenanzüge und „die Raute“, lange hinausgezögerte Entscheidungen und interpretationsoffene Reden. Wie aber könnte es hinter dieser Fassade aussehen? Was geht der Kanzlerin durch den Kopf, während sie den Staatschefs ferner Länder die Hände schüttelt und Kindergärten besucht? Wie kam es zu ihrer Entscheidung, die Grenzen zu öffnen und zu sagen „Wir schaffen das“? Und was haben die darauffolgenden Anfeindungen mit ihr gemacht? Der Journalist und Autor Konstantin Richter wagt  in seinem Buch Die Kanzlerin. Eine Fiktion eine Antwort auf diese Fragen.

Von HANNAH SCHMIDT Weiterlesen

Hauptsache, es knallt

Mozarts "Titus" am Essener Aalto-Theater Foto: Thilo Beu

Mozarts „Titus“ am Essener Aalto-Theater Foto: Thilo Beu

Ausgerechnet am fünften Doch-Nicht-Geburtstag des Berliner Pannen-Flughafens lädt das Essener Aalto-Theater zur letzten Premiere seiner diesjährigen Spielzeit. Regisseur Frédéric Buhr siedelt die antike Geschichte um den milden Kaiser Titus (zufällig?) an einem stylishen Flughafen in unserer Gegenwart an und präsentiert eine bemüht aktuelle Mozart-Interpretation, die seine Holzhammermethode nicht nötig gehabt hätte, um Aktualität widerzuspiegeln.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen