Viel Hollywood und ein wenig zu wenig Bernstein

Daniel Hope sorgte an der Philharmonie Essen für ein fast ausverkauftes Konzert.

Daniel Hope sorgte an der Philharmonie Essen für ein fast ausverkauftes Konzert.

Die Essener Philharmoniker feiern noch immer den 100. Geburtstag der Komponisten-Legende Leonard Bernstein. Und wieder bitten sie mit Daniel Hope einen Star-Geiger zu sich. Nachdem Hilary Hahn vor ein paar Monaten nur bedingt überzeugen konnte, punktet Hope mit Charme, Gefühl und vor allem viel Talent. Doch es lässt sich sicher darüber streiten, inwieweit der Abend Bernstein in den Mittelpunkt stellt.

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Ein amerikanisches Heimspiel in Essen

Leonard Bernstein Foto: Jack Mitchell

Leonard Bernstein Foto: Jack Mitchell

Die Philharmonie Essen hat im Rahmen seiner Konzertreihe Leonard Bernstein zum 100. Geburtstag Grammy-Preisträgerin Hilary Hahn zusammen mit der Houston Symphony eingeladen, sich vor einem der wichtigsten Komponisten des vergangenen Jahrhunderts zu verneigen. Der kolumbianische Dirigent Andrés Orozco-Estrada präsentiert ein Programm, das neben Bernsteins sicher größtem Hit auch ein unbekannteres Werk aus dem Œuvre des Ausnahmemusikers beinhaltet. Abgerundet wird der Abend durch Antonín Dvořáks siebte Sinfonie. Während Beginn und Finale des Konzertabends voll und ganz überzeugen, ist ausgerechnet der Auftritt der berühmten Solistin weniger bemerkenswert.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Eine Reise durch Russland

Die Essener Philharmoniker präsentieren bei ihrem 7. Sinfoniekonzert neben der Uraufführung eines Konzerts für Violoncello und Orchester zwei hin- und mitreißende Beispiele für russische Kompositionskunst des 19. Jahrhunderts. Boris Gurevichs Neukomposition hat trotz seiner fast cineastischen Dramatik Schwierigkeiten, neben Glinka und vor allem Tschaikowski zu bestehen.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Menschenopfer für die Freiheit

"Prometheus/Egmont" bei den Ruhrfestspielen Foto: Krusebild

„Prometheus/Egmont“ bei den Ruhrfestspielen Foto: Krusebild

Die Ruhrfestspiele setzen den Feinden der Demokratie in einer Lesung mit Sebastian Koch die Freiheits-Märtyrer Prometheus/Egmont entgegen. Die Aussicht, die das ergibt, ist wenig erträglich. Doch es sind eben ernste Zeiten, sagt der Regisseur.

von FABIAN MAY Weiterlesen

Prophetisches Spektakel

Giacomo Meyerbeers "Le Prophète" am Essener Aalto-Theater Foto: Matthias Jung

Giacomo Meyerbeers „Le Prophète“ am Essener Aalto-Theater Foto: Matthias Jung

Zum ersten Mal in der Geschichte des Essener Aalto-Theaters wird eine Oper von Giacomo Meyerbeer aufgeführt: Le Prophète. Dass der im selben Jahr wie Rossini geborene Komponist samt seiner gewaltigen historischen Sujets so lange in Vergessenheit geraten ist, erscheint nach diesem fünfstündigen Abend fast unbegreiflich, denn die Inszenierung von Vincent Boussard erweist sich – gerade im Musiktheater keine Selbstverständlichkeit – als echter zeitgemäßer Hingucker.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Mein lieber Schwan!

Wagners "Lohengrin" am Essener Aalto-Theater Foto: Forster

Wagners „Lohengrin“ am Essener Aalto-Theater Foto: Forster

„Nie sollst du mich befragen, noch Wissens Sorge tragen, woher ich kam der Fahrt, noch wie mein Nam‘ und Art.“ Nein, das Essener Aalto-Theater hat in dieser Spielzeit keine Vertonung der Grimmʼschen Rumpelstilzchen-Geschichte im Programm. Jedenfalls nicht direkt. Dieses zentrale Zitat stammt aus Richard Wagners Oper Lohengrin, die seit Anfang Dezember das Essener Publikum spaltet.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Bachs Hohe Messe in der Industriekathedrale

Das Collegium Vocale Gent mit J. S. Bachs Messe in h-Moll bei den Ruhrfestspielen Foto: Pedro Malinowski

Das Collegium Vocale Gent mit J. S. Bachs Messe in h-Moll bei den Ruhrfestspielen Foto: Pedro Malinowski

Philippe Herreweghe und sein Collegium Vocale Gent zeigen sich einmal mehr im Rahmen der Ruhrtriennale als perfekt eingespieltes Ensemble. Bei spätsommerlicher Hitze begeistern sie das Publikum in der Jahrhunderthalle mit ihrer Interpretation von Johann Sebastian Bachs Messe in h-Moll.

von ANTONIA RUMPF Weiterlesen

Limbus, Langeweile und ein bisschen Monteverdi

"Orfeo" bei der Ruhrtriennale in der Kokerei Zollverein Essen Foto: JU/Ruhrtriennale

„Orfeo“ bei der Ruhrtriennale in der Kokerei Zollverein Essen Foto: JU/Ruhrtriennale

In der Mischanlage der Kokerei Essen gibt es dieses Jahr bei der Ruhrtriennale Orfeo zu hören. Nein, eher gibt es Eurydike zu sehen, die in der Regie von Susanne Kennedy, Suzan Boogaerdt und Bianca van der Schoot in vielfacher Ausführung in einer Vorhölle aus Plastik und hyperrealem 70er-Jahre-Design gefangen ist. Viel passiert hier nicht – dennoch: Das Konzept der Langeweile entpuppt sich zwar als zäh, aber durchaus auch als fesselnd.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen