49 Jahre seit Philip K. Dick und noch immer keine elektrischen Schafe!

Blade Runner 2049

Denis Villeneuves Blade Runner 2049 läuft seit dem 5. Oktober in den deutschen Kinos.

Hollywood hat es schon wieder getan. Nach Star Wars und Alien wurde jetzt der nächste Sci-fi-Meilenstein per Sequel aus den 70ern und 80ern ins 21. Jahrhundert gehievt: Denis Villeneuve wagt sich mit Blade Runner 2049 an eine Fortsetzung zu Ridley Scotts Blade Runner von 1982. Yay oder Nay? Eine Enttäuschung à la Star Wars: Episode I blieb uns immerhin erspart.

 

von CARO KAISER Weiterlesen

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„Gott ist tot! Hoch lebe Darwin!“

Ilona Jerger: Und Marx stand still in Darwins Garten   Cover: UllsteinMarxismus, Darwinismus und Religion – wie passt das zusammen? Dass die beiden Persönlichkeiten Karl Marx und Charles Darwin mehr verband als ihre Bärte und der schlechte Gesundheitszustand, zeigt Ilona Jerger in ihrem Roman Und Marx stand still in Darwins Garten. Dabei kommen philosophische Diskurse nicht zu kurz.

von ALINA WOLSKI Weiterlesen

Vater sein, Kind sein – glücklich sein

Liebesgeschichte mal anders: Jochen Schmidts Zuckersand ist eine bittersüße Liebeserklärung eines Vaters an den Sohn. Mit skurrilen Marotten und einer wehmütigen Melancholie um die eigene Kindheit nimmt Schmidt seine Leser mit auf eine Expedition zur Erforschung des Alltags mit Kind.

von ELISA TINNAPPEL Weiterlesen

So hip kann man gar nicht sein: Thomas Meinecke legt „Selbst“ auf

Thomas Meinecke - Selbst Cover: Suhrkamp

Thomas Meinecke – Selbst Cover: Suhrkamp

Im „verwilderten Gestrüpp neben dem Hintereingang zum Institut für vergleichende Irrelevanz“ ereignen sich Dates zwischen Menschen, die offensiv mit ihrer geschlechtlichen Identität spielen: Das ist Programm, aber ist es mehr?

von STEPHANIE HEIMGARTNER Weiterlesen

Befreiung aus dem Gefängnis des Geistes

Hubert Dreyfus und Charles Taylor - Die Wiedergewinnung des Realismus Cover: Suhrkamp

Mit ihrem Gemeinschaftswerk Die Wiedergewinnung des Realismus mischen sich zwei der bedeutendsten Philosophen unserer Tage, Hubert Dreyfus und Charles Taylor, in die Debatte um das gegenwärtige Wiederaufleben des Realismus – oder sollte man besser sagen: der Realismen ? – ein. Ihr Buch gehört zweifellos zu dem Besten, was man zu diesem Thema lesen kann.

von BERNHARD STRICKER Weiterlesen

In den Fängen der Hyperkommunikation

Byung-Chul Han - Die Austreibung des Anderen Cover: S. Fischer Verlag

Byung-Chul Han – Die Austreibung des Anderen Cover: S. Fischer Verlag

Überraschend ist Die Austreibung des Anderen, der neueste Essay des Philosophen Byung-Chul Han, nicht gerade, findet man darin doch Phänomene wieder, die der deutsch-koreanische Kulturkritiker schon in vergangenen Werken besprochen hat. Doch auch wieder aufgewärmte Gerichte können schmecken – wenn man denn hungrig ist.

von JONAS PODLECKI Weiterlesen

Warum sind Matratzenläden immer in Eckhäusern?

Tim Szlafmyca - Die Relativität der Gleichzeitigkeit

Tim Szlafmyca – Die Relativität der Gleichzeitigkeit

Das nicht so falsche Klischee zeigt, dass Liebesgeschichten, wenn nicht unbedingt von Frauen geschrieben, so doch zumindest aus weiblicher Sicht geschildert und damit auch oft für Leserinnen produziert werden. Tim Szlafmyca hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses Klischee ad acta zu legen: Sein Debütroman Die Relativität der Gleichzeitigkeit erzählt eine romantische Geschichte aus dem Alltag eines jungen Mannes, der zwischen Uni, seinem Küchenfenster und der Lieblingskneipe versucht, das Herz eines Mädchens zu erobern.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Muttertier Medea

"Medea.Matrix" bei der Ruhrtriennale Foto: Ju/Ruhrtriennale

„Medea.Matrix“ bei der Ruhrtriennale Foto: Ju/Ruhrtriennale

Im Rahmen der Ruhrtriennale bringen die Regisseurin Susanne Kennedy und der Installationskünstler Markus Selg den Medea-Mythos auf die Bühne der Gebläsehalle des Landschaftsparks Duisburg-Nord. Wie schon Christoph Schlingensief in seiner Kirche der Angst vor dem Fremden in mir nutzen Kennedy und Selg den Raum als Industriekathedrale und hinterfragen in Medea.Matrix die Rolle der Frau als Gebärende und Mutter.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Waldens „Neue Welt“ bleibt zu entdecken

COVER_Stanley Cavell_Die Sinne von Walden_Matthes&SeitzAm Unabhängigkeitstag 1845 zieht Henry David Thoreau sich zurück in die Wälder von Concord, um sich dort eine Hütte zu bauen. Von diesem Experiment berichtet sein Buch Walden, ein faszinierendes, aber bis heute in der akademischen Philosophie kaum beachtetes Werk. In Die Sinne von Walden, das nun in deutscher Übersetzung bei Matthes und Seitz erschienen ist, erschließt der seinerseits noch viel zu wenig bekannte amerikanische Philosoph Stanley Cavell (*1926) den Gedankenreichtum von Thoreaus Text. Es handelt sich um ein „Traktat über politische Erziehung“ von ungebrochener Aktualität. Leider in einer äußerst enttäuschenden deutschen Übersetzung.

von BERNHARD STRICKER Weiterlesen

Wer bin ich (nicht)?

"Stiller" am Schauspielhaus Bochum Foto: Hans Jürgen Landes

„Stiller“ am Schauspielhaus Bochum Foto: Hans Jürgen Landes

In seiner dritten Inszenierung am Schauspielhaus Bochum bringt der niederländische Regisseur Eric de Vroedt Max Frischs Roman Stiller auf die große Bühne. Die Adaption von Reto Finger kommt trotz einer Spiellänge von 2 Stunden 50 kurzweilig daher und büßt somit manches an Komplexität ein, verliert aber keineswegs an Sogwirkung auf den Zuschauer.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen