Schwanengesang eines Mittvierzigers

Michel Houellebecq: Serotonin Cover: DuMont

Michel Houellebecq: Serotonin Cover: DuMont

Vier Jahre nach seinem viel diskutierten, längst für die Bühne und das Fernsehen adaptierten Bestseller Unterwerfung legt der Skandalautor Michel Houellebecq seinen neuen, unerwartet intimen Roman vor: Serotonin. Viel ist im Feuilleton auch über diesen bereits gesagt und geschrieben, sein Autor als genialer „Seismograph“ und „Visionär“ bejubelt worden. Dabei offenbart Serotonin unübersehbare literarische Schwächen, Einfallslosigkeit – und mitunter geistige Blutleere.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

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Sexualisierter Kunstdiskurs

Pfisterer: Kunst-Geburten / Quelle: Wagenbach„Ich habe mich im Belvedere derart in einen außergewöhnlich schönen Jüngling namens Apollo verliebt, daß ich gar nicht anders kann, als normalerweise zweimal am Tag seine himmlischen Schönheiten zu kontemplieren“ – so beschreibt der Mantuaner Adlige Francesco Maffei in einem Brief 1517 sein Liebesverhältnis zum berühmten Apoll vom Belvedere. Mit seinem Verlangen steht er nicht allein. Vielmehr werden in der Frühen Neuzeit in breitem Umfang das Wesen der Kunst und der Umgang mit ihr in den Liebeskategorien von Begehren und erotischer Erfüllung erfasst – so das Ergebnis von Ulrich Pfisterers Studie Kunst-Geburten.

von NORBERT SCHNABEL

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