Das Kafka-Universum

Franz Kafka (1883 – 1924) 1923, dem Jahr vor seinem Tod

„Jemand musste Josef K. verleumdet haben“, lautet der erste Satz von Franz Kafkas berühmtem Roman Der Prozess. Der darin vorkommende ratlose Protagonist, der sich einer Macht gegenübergestellt sieht, die sich weder ihm noch dem Leser offenbart, ist typisch für Kafkas Werke. Zu seinem Todestag lohnt es sich, einen Blick auf jene Texte zu werfen und auf seine Arbeitsweise, die genauso besonders wie sein Werk ist.

von CELINA FARKEN

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Sechs Kosmopoliten suchen einen Mörder

Maxim Biller – Sechs Koffer Cover: Kiepenheuer & Witsch

Sechs Koffer ist wahrlich alles andere als Unterhaltungslektüre. Das Vermächtnis des Großvaters Schmihl und die Widerfahrnisse der Familie Biller auf dem Weg aus Prag in den Westen zeichnen das Porträt einer nicht gerade sympathischen Familie, die den teils lebensbedrohlichen Schikanen des Kommunismus zu entrinnen sucht. Mit seinem direkten – man ist dazu verleitet zu sagen: beinahe ordinären – Sprachstil bewegt sich Maxim Biller irgendwo zwischen Krimi, Agententhriller und Familientragödie.

von THOMAS STÖCK Weiterlesen

„Über den Schatten einer Wolke, über das Lied eines Gedankens“

Vladimir Nabokov – Briefe an Véra Cover: Rowohlt

Liest man die Briefe eines Menschen, so erfährt man Grundlegendes über seine Persönlichkeit. Nabokovs Briefe an seine Frau sind Liebesbekundung, Reisebericht, und Zeitporträt in einem. Was sich als Konstante durch sein Leben zieht, ist die Liebe zu seiner Frau Véra. Ihr Verhältnis wird in den nun erstmals in deutscher Sprache veröffentlichten Briefen an Véra dokumentiert. Im unverkennbar brillanten Nabokov-Duktus eröffnen sie die Tür zu der vertrauten Atmosphäre einer über 50 Jahre währenden Beziehung.

von ALINA WOLSKI Weiterlesen

„Wer bin ich?“

Umberto Ecos Der Friedhof in Prag führt den Leser in das späte 19. Jahrhundert in Frankreich. Es ist eine Zeit des politischen Umbruchs, in welcher der Protagonist lebt. Der Hauptmann Simonini begibt sich auf die Suche nach seiner Identität, derer er sich nicht mehr sicher ist. Die Frage, ob seine Persönlichkeit gespalten ist, soll sich über die Rekonstruktion der vergangenen Jahre in einem Tagebuch klären, da Simonini zu allem Überfluss auch sein Gedächtnis verloren hat.

von SARAH PLATH

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