Aleppinische Buddenbrooks

Khaled Khalifa: Keiner betete an ihren Gräbern; Cover: Rowohlt

Khaled Khalifas Keiner betete an ihren Gräbern begleitet uns hinab in die liebestollen Schicksale der Bürger Aleppos. Von Narben gezeichnet sind deren Leben durch die zahlreichen Katastrophen, die das osmanische Reich, das französische Mandatsgebiet sowie das unabhängige Syrien heimsuchen. Von der Flut, dem Ersten Weltkrieg, von Hunger und Massakern, von Pest und Cholera – nichts bleibt den Menschen erspart. Doch selbst die Liebe bietet den Bewohnern des Romans keinen Halt: ein schaurig-schönes Panorama für das Leiden bietet Aleppo.

von THOMAS STÖCK

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In den Trümmern menschlicher Abgründe

Kleists "Das Erdbeben in Chili" bei den Ruhrfestspielen Foto: Anke Neugebauer

Kleists „Das Erdbeben in Chili“ bei den Ruhrfestspielen Foto: Anke Neugebauer

Schon im November des letzten Jahres feierte Alice Buddebergs Inszenierung von Das Erdbeben in Chili (1807) in Weimar Premiere. Nun bringt die Regisseurin Kleists Novelle auf die kleine Bühne des Festspielhauses der Ruhrfestspiele und zeigt in gerade mal 60 Minuten, wieviel Grausamkeit, aber auch Humor in der Abhandlung über den Umgang mit der Theodizee und deren unmenschlichen Resultaten stecken kann.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Lessings Lektion in Lehm geschmiert

Das Ruhrfestspielhaus Foto: Torsten JanfeldBereits am 30. August 2015 feierte Lessings Nathan der Weise am Deutschen Theater Berlin Premiere – nun lief das Stück auch im Rahmen der Ruhrfestspiele Recklinghausen. Andreas Kriegenburg präsentiert die große, märchenhafte Abhandlung über religiöse Toleranz als wunderbare Komödie, in welcher der Staub der Aufklärung einem gut aufgelegten, mit Lehm beschmierten Ensemble weicht.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen