Die Einzigartigkeit einer Nicht-Metropole

Jörg Albrecht ist jung, vielbeschäftigt mit unzähligen und weitreichenden Ideen, auch über Text- und Genregrenzen hinweg. So bedeutete die Veröffentlichung seines neuen Romans Anarchie in Ruhrstadt beispielsweise nicht, dass es sich um ein abgeschlossenes Kapitel handelt. Vielmehr wurde das Konzept erweitert und Albrecht organisierte im September zusammen mit mehreren Performancegruppen zwischen Mühlheim und Oberhausen die Ur- und gleichzeitig Letztaufführung der dynamischen Theatertour 54. Stadt.

literaturundfeuilleton traf den Romanautor während einer Probenpause in Oberhausen, im Roman das Zentrum des als Ruhrstadt zusammengeschlossenen Ruhrgebiets. Wir sprachen u.a. über seine Projekte, den Kulturbetrieb und den Strukturwandel im Ruhrgebiet.

von PIA ALEITHE und NADINE HEMGESBERG Weiterlesen

Was man (nicht) sehen kann

COVER_Anthony Doerr_Alles Licht das wir nicht sehenEin verschwundener Schatz und eine Verbindung zwischen zwei auf unterschiedliche Weise im Dunkeln gefangenen Jugendlichen, die auf verschiedenen Seiten eines Krieges stehen, für den sie nichts können… Was klingt wie eine gefährlich zum Kitsch tendierende Mischung, verbindet sich in Alles Licht, das wir nicht sehen zu einer ebenso spannenden wie reflektierten Erzählung vom Aufwachsen in der Zeit des Zweiten Weltkrieges und von den alle Ideologien unterlaufenden Gemeinsamkeiten der Menschen. Anthony Doerr findet eine klare Sprache für die Dunkelheit einer Zeit, die von irrem Reinheitswahn beherrscht wurde und dennoch nicht vermochte, alle Hoffnungen auf Zukunft zu ersticken.

von SOLVEJG NITZKE Weiterlesen

Was für ein Theater!

Schauspielhaus BochumGroßes Haus, Zuschauerrraum Copyright: Birgit HupfeldEin neuer Herbst kündigt sich langsam aber stetig an und damit beginnt auch die neue Spielzeit in den diversen Theaterhäusern des Ruhrgebiets. Es ist also Zeit, dass sich literaturundfeuilleton dem Bühnengeschehen widmet und berichtet, welche Inszenierung auf keinen Fall verpasst werden sollte, welches Stück den Zuschauer schier aus dem Theatersessel reißt oder welcher Theaterabend zum Vergessen ist.

von ANNIKA MEYER

Weiterlesen

Panem im Pott: Die Zukunft wird lila

Jörg Albrecht - Anarchie in Ruhrstadt   Cover: WallsteinJörg Albrechts neuer Roman Anarchie in Ruhrstadt wirft einen Blick in eine potenzielle Zukunft des Ruhrgebiets, in der sich im Jahr 2015 eine dezentrale Regierung erhebt und die 53 Städte und Kommunen zu einer einzigen Stadt, der Ruhrstadt, verbindet. Wie und warum es im Jahr 2044 zum Zusammenbruch des zunächst vielversprechenden Systems kommt und sich die Utopie zur Dystopie wandelt, verbildlicht der Roman anhand der Geschichten von Stadtplaner György und der Anarchisten Julieta und Rick.

von PIA ALEITHE

Weiterlesen

Wesentliche Worte werden gesucht!

RuhrpoetenIch bedaure es zunächst etwas, die sommerliche Wärme dieses Samstagabends nicht mehr auskosten zu können, als ich in die bunkerhaften Räumlichkeiten des Consol Theaters in Gelsenkirchen hinabsteige. Doch das warme gelbe Licht und die südamerikanischen Gitarrenklänge bringen einen Hauch von Sommer in den verdunkelten Raum hinein. Die Ruhrpoeten stellen sich vor.

von Esra Canpalat

Weiterlesen

Richtungsding VI Premiere

Christof Wolf   Foto: Emelyn YábarDas Richtungsding – Zeitschrift für junge Gegenwartsliteratur VI feierte bereits am 27. September mit einer Lesung im Ringlokschuppen Mülheim Premiere. Das Publikum ermittelte via Abstimmung den diesjährigen „Jahrgangsprimus“ und hatte diesmal in einem internationalen AutorInnenfeld die Qual der Wahl. Ein abwechslungsreicher Abend mit stilistisch und formal äußerst unterschiedlichen Texten und einem Überraschungssieger machen auch Lust auf die sechste Ausgabe in gedruckter Form.

von NADINE HEMGESBERG

Weiterlesen

Mit Kapuze gegen den Kapitalismus

Mit seiner Solotour Freude ist nur ein Mangel an Informationen liefert Nico Semsrott, bekannter Poetry-Slammer aus Hamburg, ein abendfüllendes Mindmapping zum Thema Depression – und zeigt, dass man das Thema weit mehr ausschlachten kann, als einem lieb ist.

Von SARAH HERHAUSEN

Weiterlesen

LCD – Ruhrgebeat

Ruhrgebeat, so lautete der Titel des vergangenen Literarischen Abends des Literaturclubs Düsseldorf, kurz LCD. Die Veranstaltung fand am 06.03.2012 statt.

Der seit April 2011 jeweils am ersten Dienstag des Monats stattfindende Club bietet Literaten jeden Alters Forum und Experimentierbühne. Außerdem stellen sich kleinere, unabhängige Verlage, wie z.B. der Verbrecher Verlag aus Berlin, mit ihrem Programm vor. Der LCD findet im Salon des Amateurs, Club und Café der Düsseldorfer Kunsthalle statt, der für sein innovatives und abwechslungsreiches Programm von Elektroclubmusik über experimentelle Klaviermusik bis hin zum Literaturclub bekannt ist. Am Ruhrgebeatsabend war ich zum dritten Mal da. Wie der Titel schon andeutet, kamen die Vortragenden dieses Mal aus dem Ruhrgebiet. Ein paar Beats waren auch dabei.

Von SARAH ZIMMERMANN

Weiterlesen

Die Vorleser. Oder: Wer schweigt, der bleibt.

Die Lesung in der Mayerschen Buchhandlung sei, so Rainer Küster in seinen Einführungsworten zu Wolfszorn. Kriminalroman aus dem Ruhrgebiet, die erste öffentliche Lesung dieses im Herbstprogramm erschienenen Buches. Bisher habe man das Buch in kleinen privaten Runden vorgestellt und Passagen gelesen. Nun haben Rainer Küster und Rüdiger Schneider ihr Publikum vergrößert und in der Mayerschen Buchhandlung in Bochum gelesen – leider lässt ihre Vorlesefähigkeit zu wünschen übrig.

von SARAH HERHAUSEN

Weiterlesen

Einprägende Druckstellen und preisgekrönte Sieger

Leb im Ballungsgebiet, das an Druckstellen wie Fallobst aussieht. Unter diesem Motto hatten Till Beckmann und Kathrin Butt zum 2. Ruhrgebiets-Literaturwettbewerb aufgerufen. Am Freitag, den 10. Februar, fand nun die Preisverleihung und Buchpräsentation zur dazugehörigen Anthologie statt.

von ANNIKA MEYER

Weiterlesen