Ein nur scheinbar obszönes Würstchen

"ÜBERGEWICHT, unwichtig: UNFORM" am Schauspiel Dortmund Foto: Birgit Hupfeld

„ÜBERGEWICHT, unwichtig: UNFORM“ am Schauspiel Dortmund Foto: Birgit Hupfeld

Sozial schwach wird einmal nicht als politische Worthülse, sondern wörtlich genommen: Die Inszenierung ÜBERGEWICHT, unwichtig: UNFORM, verfasst von Werner Schwab und inszeniert von Johannes Lepper, welche am 17. Dezember am Theater Dortmund Premiere feierte, ist eine bitterböse Vision mit Realitätsanspruch, die einige Fragezeichen im Geist und einen Klumpen im Magen hinterlässt. Eine etwas andere dramatische Erfahrung, mit der das Schauspiel Dortmund mal wieder überrascht.

von SILVANA MAMMONE Weiterlesen

Advertisements

Die Redaktion empfiehlt…

Alle Jahre wieder kommt Weihnachten völlig überraschend, und wie jedes Jahr stöbert man in den letzten Tagen vorm Fest der Liebe durch die Buchhandlung seines Vertrauens auf der Suche nach den letzten Gaben für Freunde und Familie. Wer nun also noch Geschenketipps oder gar Inspiration für die eigene Weihnachtslektüre benötigt, darf sich gerne unsere Lesetipps zu Gemüte führen – wir wünschen schöne Feiertage und einen Sack voller Bücher unterm Baum! Weiterlesen

Was ist faul im Staate?

"Hamlet" am Schauspiel Köln Foto: David Baltzer

„Hamlet“ am Schauspiel Köln Foto: David Baltzer

Zur Eröffnung der neuen Spielzeit bringt der Kölner Intendant Stefan Bachmann Shakespeares Hamlet auf die Bühne des Depot 1. Der gewichtige Stoff um den prominentesten Zweifler der Theatergeschichte gäbe Anlass zu vielerlei kontroversen, zeitgemäßen Deutungen – an diesem Abend wird er jedoch bloß zu einem traurigen Abbild ideenlosen Stadttheaters.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Musik der Geschichte / Geschichte der Musik

"The Rest is Noise" in Dortmund im Rahmen der Ruhrtriennale Foto: Christoph Sebastian

„The Rest is Noise“ in Dortmund im Rahmen der Ruhrtriennale Foto: Christoph Sebastian

Auch wenn die eigentliche Spielzeit der aktuellen Ruhrtriennale schon vergangen ist, lockt ihr Programm weiterhin ins Theater: Im Rahmen des Kunstfestivals kooperieren erstmalig sechs Theaterhäuser des Ruhrgebiets, um Alex Rossʼ The Rest is Noise zum Besten zu geben. Nach Stationen in Essen und Moers im letzten Jahr fand der dritte Teil der Lesereihe nun im Schauspiel Dortmund statt und überzeugte mit hervorragenden Musikern und einem gut aufgelegten Ensemble.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

(K)ein Gespenst zum Gruseln

"Das Gespenst von Canterville" am Schauspiel Dortmund Foto: Birgit Hupfeld

„Das Gespenst von Canterville“ am Schauspiel Dortmund Foto: Birgit Hupfeld

Das diesjährige Dortmunder Weihnachtsmärchen ist schön schaurig und setzt wie schon im letzten Jahr auf einen kleinen Clash of Cultures: Im Gespenst von Canterville trifft die amerikanische Familie Otis auf britischen Adel aus vergangenen Zeiten und lehrt dem Schlossgespenst das Fürchten.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Keine schrecklich nette Familie

"Eine Familie (August: Osage County)" am Schauspiel Dortmund Foto: Birgit Hupfeld

„Eine Familie (August: Osage County)“ am Schauspiel Dortmund Foto: Birgit Hupfeld

Intrigen, Verlust und Abhängigkeiten in der Sommerhitze der Pampa Oklahomas – in Tracy Lettsʼ Eine Familie (August Osage County) kommen alte Wunden und Streitigkeiten wieder zum Vorschein, als sich Familie Weston zusammenfindet, um erst das Verschwinden, dann den Tod des Vaters zu verarbeiten. Sascha Hawemann inszeniert einen fast vierstündigen Abend, der zwar selten langweilt, aber das Dortmunder Ensemble nicht von seiner besten Seite zeigt.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Handzahmes Aktionstheater

"2099" am Schauspiel Dortmund Foto: Nick Jaussi

„2099“ am Schauspiel Dortmund Foto: Nick Jaussi

Selten wurde eine Uraufführung im Vorfeld so hitzig debattiert: Aufruf zum Jaguarbabymord, Nagetierdiebstahl, Distanzierung des Theaters von den Künstlern. Am Samstag feierte das Stück 2099 Premiere, welches aus einer Kooperation des Schauspiels Dortmund mit dem Zentrum für Politische Schönheit entstanden ist. Befürchtete Skandale blieben aus, kluge Fragen wurden gestellt. Inszenatorische Einfälle, Lösungen und Antworten waren hingegen Mangelware.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Spätabends inmitten der Beckett’schen Zukunftsversion

Samuel Becketts "Glückliche Tage" und "Das letzte Band" am Schauspiel Dortmund Foto: Birgit Hupfeld

Samuel Becketts „Glückliche Tage“ und „Das letzte Band“ am Schauspiel Dortmund Foto: Birgit Hupfeld

Winnie ist einsam, Willie ist einsam und Krapp ist einsam. Samuel Beckett positionierte seine Figuren in einem zeitlichen und geografischen Vakuum nach der Apokalypse. Es sind Existenzen im vorletzten Stadium der Auflösung. Man könnte meinen, dass Becketts dystopische Zukunftsversion in weiter Ferne liegt. Marcus Lobbes beweist aber in seiner Dortmunder Inszenierung von Glückliche Tage und Das letzte Band im kleinen Studio des Schauspielhauses eindrucksvoll: Wir sind mittendrin!

von VERENA SCHÄTZLER Weiterlesen

Über das Sprechen und Schweigen in chorischen Massen

Kaspar Hauser und Die Sprachlosen aus Devil County – unter diesem Titel feiert das neuste Stück des Dortmunder Sprechchors und des in dieser Spielzeit gegründeten Kindersprechchors am Schauspiel Dortmund seine Uraufführung. Bei dieser letzten Premiere in einer durchaus turbulenten Spielzeit zeigen Thorsten Bihegue und Alexander Kerlin (Text und Regie) einen Abend, der mit meist klugen Textfragmenten zwar im Hirn, doch nicht immer unter der Haut haften bleibt.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Die Möglichkeit eines Theaters

Die Mšöglichkeit einer Insel am Theater Dortmund   Foto: Birgit HupfeldNils Voges inszeniert mit dem Künstlerkollektiv sputnic am Schauspiel Dortmund frei nach dem Roman Die Möglichkeit einer Insel von Michel Houellebecq einen live animierten Trickfilm und sprengt damit die Grenzen von Theater, Film und Performance. Nach dem live animierten Film Minority Report oder Mörder der Zukunft (Regie: Klaus Gehre) ein weiterer spektakulärer Technik-Clou auf der Dortmunder Bühne.

von NADINE HEMGESBERG Weiterlesen