Ehrliche Antworten aus dem Literaturbetrieb

Erwin Krottenthaler (Hg): Literaturnachen II // Quelle:  Voland & Quist

Viele Autoren vereinen die Einsamkeit am Schreibtisch und die Auseinandersetzung mit sich selbst. Das kann man zumindest aus den Beiträgen der Sammlung Literaturmachen II herauslesen. Wie zehn Schriftsteller jedoch die Fragen im Rahmen der zweiten Gesprächsreihe Literatur und ihre Vermittler beantworten, zeugt vom Abwechslungsreichtum, Humor und den Möglichkeiten, die der Literaturbetrieb zu bieten hat.

von ALINE PRIGGE

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Nie ganz Kunst und nie ganz Leben

Eine strahlende Zukunft von Richard Yates Quelle: DVAEhegeschichten gibt es viele. Die meisten handeln davon, wie es schief geht. Da ist Eine strahlende Zukunft keine Ausnahme, aber die Art, wie sie schief geht, ist spannend. Irgendwo zwischen Mad Men, American Beauty und Carnage entwickelt Richard Yates hier zwei Lebensgeschichten, die eine Weile gemeinsam verlaufen und das in einer äußerst aufregenden Zeit: Direkt nach dem Krieg scheint jeder Weg in eine strahlende Zukunft zu führen, trotzdem verharren Michael und Lucy lediglich als Zuschauer ihres eigenen. Ein hervorragender Roman – 30 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung nun endlich auch in deutscher Übersetzung.

von SOLVEJG NITZKE

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Das große Geheimnis

Thomas Glavinic: Meine Schreibmaschnine und ich   Cover: HanserIn Meine Schreibmaschine und ich gibt Thomas Glavinic, preisgeschmückter österreichischer Schriftsteller, Einblick in sein Arbeitszimmer und seine Gedankenwelt. Entstanden ist der Text aus seinen Bamberger Poetikvorlesungen. Auch wenn er selbst nicht genau ergründen kann, wie seine Texte zustande kommen, gibt das Büchlein viel Aufschluss über sein Werk und ist vor allem für Fans interessant.

von LINA BRÜNIG

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„Das Menschenmögliche zur Sprache bringen“

Christoph Ransmayr: Bericht am Feuer Quelle: S. Fischer VerlageZum 60. Geburtstag von Christoph Ransmayr bringt der Fischer-Verlag einen reich ausgestatteten Materialienband zum Werk des Autors heraus, dessen Titel bereits die Spuren des Archaischen im Modernen spürbar macht, für die Ransmayrs Romane den Leser auf vielfältige Weisen sensibilisieren: Bericht am Feuer. Gespräche, E-Mails und Telefonate zum Werk von Christoph Ransmayr heißt das gerade erschienene Buch.

von BERNHARD STRICKER

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Emma Bovary geht unter die Spione

Ian McEwan - Honig  Cover DiogenesEine hübsche Agentin und ein Schriftsteller – braucht es noch mehr für einen ambitionierten Spionageroman? Es ist 1972 und irgendwo zwischen Kaltem Krieg und IRA-Terror ist den Geheimdiensten die Unschuld verloren gegangen. Protagonistin Serena versinkt zwischen belanglosen Akten anstatt zu spionieren und muss feststellen, dass das Geheimdienstleben, zumal für eine Frau, wenig Glamour bereithält. Bis sie, die „Leseratte“, den Auftrag erhält, Tom Haley zu rekrutieren. Serenas Glück scheint perfekt, doch ein Schriftsteller ist keine so leichte Beute, wie sie glaubt. Honig entwickelt ein apartes Verwirrspiel voller Doppelagenten, die ganz ohne Feinde auskommen.

von SOLVEJG NITZKE

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Das letzte Buch

Urs Widmer - Reise an den Rand des Universums   Cover: Diogenes„Kein Schriftsteller, der bei Trost ist, schreibt eine Autobiographie. Denn eine Autobiographie ist das letzte Buch. Hinter der Autobiographie ist nichts. Alles Material verbraucht. Kein Erinnerungsrätsel mehr.“ Urs Widmer tut es dennoch und beweist in Reise an den Rand des Universums, dass die Geschichte des eigenen Lebens zu erzählen weit mehr ist, als die letzten noch unverbrauchten „Tatsachen“ zusammenzutragen und sie dem Voyeurismus der Leserinnen und Leser preiszugeben.

von SOLVEJG NITZKE

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