Bienvenue au Café de Flore

Simone de Beauvoir 1955 in Beijing; Foto der Xinhua News Agency.

Klirrende Teller, der Geruch von frischem Gebäck, ein Zischen der Kaffeemaschine: Nehmen Sie Platz auf einem weichen, roten, samtbezogenen Sofa im wohl bekanntesten Café von ganz Paris und genießen Sie den Ausblick auf den St. Germain Boulevard, den auch die Frau genossen hat, durch die das Café de Flore seine Berühmtheit erlangte: Simone de Beauvoir. Stundenlange philosophische Diskussionen führte sie hier unter anderem mit ihrem langjährigen Partner Jean-Paul Sartre. Heute jährt sich ihr Todestag. Zeit also, einen Blick auf ihr Werk zu werfen.

von ALINA BRAUCKS

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Die Reinheit liegt im Porno

Garth Greenwell: reinheit; Cover: Claassen

Garth Greenwell eröffnet in seinen Texten das Panoptikum der Bilder, Gefühle und Affekte. Seine neueste Erscheinung reinheit begleitet einen Mann durch die Orte einer Stadt, die zugleich Stationen seines Lebens, seiner Liebe und seines Leidens sind, und dabei die Leserschaft durch Sex und Poesie nahe am körperlichen Miterleben zu halten versucht. Nicht immer gelingt das.

von NICK PULINA

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Herzschmerz in der Stadt der Liebe

Salih Jamal: Blinder Spiegel; Cover: Septime Verlag

Wer ein Happy End erwartet, ist hier fehl am Platz: Salih Jamal erzählt in seinem neuen Roman Blinder Spiegel von der unmöglichen und tragischen Liebe zwischen der geheimnisvollen Elle und dem nach Freiheit strebenden Lui. Poetisch entführt uns der Autor in ein Paris, wie wir es alle kennen, in dem manchen Menschen das Glück jedoch verwehrt bleibt. Uns erwartet eine schmerzhafte Geschichte in fünf Akten.

von ALINA BRAUCKS

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Karikatur einer Kindsmörderin

Tamar Tandaschwili: Als Medea Rache übte und die Liebe fand; Cover: Residenz Verlag

Als Medea Rache übte und die Liebe fand der georgischen Autorin Tamar Tandaschwili macht betroffen: Verstörend sind die andauernde physische und psychische Gewalt, der die LGBTQ-Community in der kaukasischen Republik schutzlos ausgeliefert ist. Tandaschwilis Gesellschaftsroman könnte in seiner epischen Plotbreite sicherlich mit Tolstois großen Romanen konkurrieren – würde die Autorin nicht achtlos eine Figur nach der anderen beiseiteschieben und alle Hüllen um den mythischen Medea-Stoff fallen lassen.

von THOMAS STÖCK

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Schwanengesang eines Mittvierzigers

Michel Houellebecq: Serotonin Cover: DuMont

Michel Houellebecq: Serotonin Cover: DuMont

Vier Jahre nach seinem viel diskutierten, längst für die Bühne und das Fernsehen adaptierten Bestseller Unterwerfung legt der Skandalautor Michel Houellebecq seinen neuen, unerwartet intimen Roman vor: Serotonin. Viel ist im Feuilleton auch über diesen bereits gesagt und geschrieben, sein Autor als genialer „Seismograph“ und „Visionär“ bejubelt worden. Dabei offenbart Serotonin unübersehbare literarische Schwächen, Einfallslosigkeit – und mitunter geistige Blutleere.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Ein Fest der Wollust

"Die Philosophie im Boudoir" am Schauspielhaus Bochum Foto: Birgit Hupfeld

„Die Philosophie im Boudoir“ am Schauspielhaus Bochum Foto: Birgit Hupfeld

Herbert Fritsch feiert mit seiner Bochumer Neuinszenierung der Philosophie im Boudoir den Marquis de Sade. Ein Bühnen- und Kostümbild für die Götter, stimmige Live-Klaviermusik und Darsteller, die nicht bloß sprachlich, sondern vor allem körperlich alles in die Waagschale werfen – mutige, erfrischende und in ihrer Kohärenz schwer zu übertreffende Abende wie dieser sind das Lebenselixier des Stadttheaters.  

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Die Redaktion empfiehlt…

Frohe Weihnachten! Foto: Aaron Burden (Unsplash)

Frohe Weihnachten! Foto: Aaron Burden (Unsplash)

Wieder ist ein Jahr vorüber und Weihnachten steht vor der Tür. Es ist also höchste Zeit, eine inzwischen liebgewonnene Tradition fortzuführen und Euch Tipps unserer Redaktion zukommen zu lassen, mit welcher Lektüre Ihr das alte Jahr beenden oder das neue Jahr beginnen solltet. Wir wünschen Euch und Euren Liebsten entspannte Feiertage und lauschige Lesestunden! Weiterlesen

Ein nur scheinbar obszönes Würstchen

"ÜBERGEWICHT, unwichtig: UNFORM" am Schauspiel Dortmund Foto: Birgit Hupfeld

„ÜBERGEWICHT, unwichtig: UNFORM“ am Schauspiel Dortmund Foto: Birgit Hupfeld

Sozial schwach wird einmal nicht als politische Worthülse, sondern wörtlich genommen: Die Inszenierung ÜBERGEWICHT, unwichtig: UNFORM, verfasst von Werner Schwab und inszeniert von Johannes Lepper, welche am 17. Dezember am Theater Dortmund Premiere feierte, ist eine bitterböse Vision mit Realitätsanspruch, die einige Fragezeichen im Geist und einen Klumpen im Magen hinterlässt. Eine etwas andere dramatische Erfahrung, mit der das Schauspiel Dortmund mal wieder überrascht.

von SILVANA MAMMONE Weiterlesen

Mord auf der Principal

Lluís Llach - Die Frauen von La Principal Cover: Insel

Lluís Llach – Die Frauen von La Principal Cover: Insel

Das Weingut La Principal ist das größte Anwesen in Ríus, einer kleinen spanischen Provinzstadt. 1940 wird hier ein alter Mordfall aufgerollt, während zugleich eine ungewöhnliche Liebesgeschichte beginnt. Lluís Llachs Die Frauen von La Principal handelt von Unabhängigkeit, Moral und von neuen Wegen, die in der tiefsten Provinz Spaniens während der Herrschaft des Franco-Regimes beschritten werden.

von ANNA BREIDENBACH Weiterlesen

So hip kann man gar nicht sein: Thomas Meinecke legt „Selbst“ auf

Thomas Meinecke - Selbst Cover: Suhrkamp

Thomas Meinecke – Selbst Cover: Suhrkamp

Im „verwilderten Gestrüpp neben dem Hintereingang zum Institut für vergleichende Irrelevanz“ ereignen sich Dates zwischen Menschen, die offensiv mit ihrer geschlechtlichen Identität spielen: Das ist Programm, aber ist es mehr?

von STEPHANIE HEIMGARTNER Weiterlesen