Ein Fest der Wollust

"Die Philosophie im Boudoir" am Schauspielhaus Bochum Foto: Birgit Hupfeld

„Die Philosophie im Boudoir“ am Schauspielhaus Bochum Foto: Birgit Hupfeld

Herbert Fritsch feiert mit seiner Bochumer Neuinszenierung der Philosophie im Boudoir den Marquis de Sade. Ein Bühnen- und Kostümbild für die Götter, stimmige Live-Klaviermusik und Darsteller, die nicht bloß sprachlich, sondern vor allem körperlich alles in die Waagschale werfen – mutige, erfrischende und in ihrer Kohärenz schwer zu übertreffende Abende wie dieser sind das Lebenselixier des Stadttheaters.  

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

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Die Redaktion empfiehlt…

Frohe Weihnachten! Foto: Aaron Burden (Unsplash)

Frohe Weihnachten! Foto: Aaron Burden (Unsplash)

Wieder ist ein Jahr vorüber und Weihnachten steht vor der Tür. Es ist also höchste Zeit, eine inzwischen liebgewonnene Tradition fortzuführen und Euch Tipps unserer Redaktion zukommen zu lassen, mit welcher Lektüre Ihr das alte Jahr beenden oder das neue Jahr beginnen solltet. Wir wünschen Euch und Euren Liebsten entspannte Feiertage und lauschige Lesestunden! Weiterlesen

Ein nur scheinbar obszönes Würstchen

"ÜBERGEWICHT, unwichtig: UNFORM" am Schauspiel Dortmund Foto: Birgit Hupfeld

„ÜBERGEWICHT, unwichtig: UNFORM“ am Schauspiel Dortmund Foto: Birgit Hupfeld

Sozial schwach wird einmal nicht als politische Worthülse, sondern wörtlich genommen: Die Inszenierung ÜBERGEWICHT, unwichtig: UNFORM, verfasst von Werner Schwab und inszeniert von Johannes Lepper, welche am 17. Dezember am Theater Dortmund Premiere feierte, ist eine bitterböse Vision mit Realitätsanspruch, die einige Fragezeichen im Geist und einen Klumpen im Magen hinterlässt. Eine etwas andere dramatische Erfahrung, mit der das Schauspiel Dortmund mal wieder überrascht.

von SILVANA MAMMONE Weiterlesen

Mord auf der Principal

Lluís Llach - Die Frauen von La Principal Cover: Insel

Lluís Llach – Die Frauen von La Principal Cover: Insel

Das Weingut La Principal ist das größte Anwesen in Ríus, einer kleinen spanischen Provinzstadt. 1940 wird hier ein alter Mordfall aufgerollt, während zugleich eine ungewöhnliche Liebesgeschichte beginnt. Lluís Llachs Die Frauen von La Principal handelt von Unabhängigkeit, Moral und von neuen Wegen, die in der tiefsten Provinz Spaniens während der Herrschaft des Franco-Regimes beschritten werden.

von ANNA BREIDENBACH Weiterlesen

So hip kann man gar nicht sein: Thomas Meinecke legt „Selbst“ auf

Thomas Meinecke - Selbst Cover: Suhrkamp

Thomas Meinecke – Selbst Cover: Suhrkamp

Im „verwilderten Gestrüpp neben dem Hintereingang zum Institut für vergleichende Irrelevanz“ ereignen sich Dates zwischen Menschen, die offensiv mit ihrer geschlechtlichen Identität spielen: Das ist Programm, aber ist es mehr?

von STEPHANIE HEIMGARTNER Weiterlesen

Voll auf den Zug aufgesprungen

Cover_Nandi_Nichts gegen blasenJacinta Nandi berichtet in Nichts gegen blasen von ihrem turbulenten Leben: Von ihrer verrückten Familie, ihrem Freund, der just in dem Moment mit ihr Schluss macht, nachdem sie ihm einen geblasen hat, und von ihren sogenannten „Fickterminen“. Etwas Neues erzählt sie dabei nicht.

von ESRA CANPALAT Weiterlesen

Die Masochistin auf der Couch

Jenny Diski - Küsse und Schläger   cover: Klett CottaAls Klassiker der erotischen Literatur bewirbt der Verlag das Buch Küsse & Schläge der englischen Autorin Jenny Diski aus dem Jahr 1986. Da tauchen vor dem geistigen Auge Namen wie Leopold v. Sacher-Masoch, Henry Miller und Anaïs Nin auf. Doch anders als deren Helden führt Diskis Rachel ein Leben, das sich nicht allein zwischen Bett und Bücherwand abspielt. Hier wird weniger geküsst und geschlagen als getrauert und gekämpft.

Von STEPHANIE HEIMGARTNER

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Ein Roman wie eine furchtbar lange Kurzgeschichte

Cover_Olga Grjasnowa_Unschärfen einer Ehe_ HanserDie juristische Unschärfe einer Ehe führt den Leser tief ins Hinterland des Kaukasus und wohl möglich genauso tief in die „russische Seele“ – was auch immer das sein mag. Olga Grjasnowas zweiter Roman changiert zwischen Stereotypen, Vorurteilen, privaten Missverständnissen und Völkerunverständigung.

von ANNA-LENA THIEL Weiterlesen

Eine Frau zwischen drei Leben

Andrew Sean Greer - Ein unmögliches Leben   Cover S. FischerWas wäre, wenn?“ Eine Frage, die interessante und verrückte Ideen zu Tage bringen kann. Ein unmögliches Leben ist das Szenario einer in der Zeit ‚verrückten‘ Frau: Eine genetisch gleiche, 36jährige Greta Wells gibt es jeweils in den Jahren 1985, 1918, 1941. Drei Existenzen, die hier miteinander verschlungen werden. Was wäre, wenn eine Frau all diese Leben in all diesen Zeiten erleben könnte? Was wäre anders? Was wäre gleich? Und die wichtigste Frage: Wäre es ein besseres Leben?

von ANNA-LENA THIEL Weiterlesen

Sarrazins Samen trägt Früchte

Sibylle Lewitscharoff beim Literaturfest in München 2012   Quelle: Wikimedia User LiteraturkreisAm 2. März hielt die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff im Dresdner Schauspielhaus eine Rede, in der sie die moderne Apparatemedizin kritisierte, über die richtige Haltung zum Tod nachdachte – und Kinder, die mithilfe künstlicher Befruchtung auf die Welt gekommen sind, als „Halbwesen“, welche bei ihr „Horror“ und „Abscheu“ hervorriefen, bezeichnete. Der Dramaturg des Hauses antwortete mit einem offenen Brief, weil er die Würde des Menschen angetastet sieht. Ein Kommentar.

von LINA BRÜNIG

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