Die tödliche Schlange Eifersucht

Verdis "Otello" am Essener Aalto-Theater Foto: Thilo Beu

Verdis „Otello“ am Essener Aalto-Theater Foto: Thilo Beu

Im Essener Aalto-Musiktheater gibt es mal wieder eine Verdi-Neuinszenierung. Diesmal jedoch nicht ein Klassiker wie Aida, La Traviata oder Rigoletto, sondern ein Spätwerk, das der Komponist in Angriff nahm, obgleich er sich eigentlich schon von der Opernwelt verabschiedet hatte: Otello nach Shakespeares gleichnamigem Drama. In der Regie von Roland Schwab und unter musikalischer Leitung von Matteo Beltrami wird (aufs Neue) deutlich, warum dieses „lyrische Drama“ zweifellos Verdis anderen Meisterwerken ebenbürtig – wenn nicht gar überlegen – ist.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

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Düsteres Porträt einer stürmischen Seele

Verdis "Otello" an der Düsseldorfer Oper am Rhein Foto: Hans Jörg Michel

Verdis „Otello“ an der Düsseldorfer Oper am Rhein Foto: Hans Jörg Michel

In der Düsseldorfer Oper am Rhein wurde die Theatersaison nun mit Otello von Giuseppe Verdi eröffnet. Regisseur Michael Thalheimer widmet sich gänzlich Verdis Interpretation der Shakespeare-Vorlage und zeigt einen in sich Getriebenen, der – ästhetisch toll aufbereitet – an der eigenen Eifersucht zugrunde geht.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Was ist faul im Staate?

"Hamlet" am Schauspiel Köln Foto: David Baltzer

„Hamlet“ am Schauspiel Köln Foto: David Baltzer

Zur Eröffnung der neuen Spielzeit bringt der Kölner Intendant Stefan Bachmann Shakespeares Hamlet auf die Bühne des Depot 1. Der gewichtige Stoff um den prominentesten Zweifler der Theatergeschichte gäbe Anlass zu vielerlei kontroversen, zeitgemäßen Deutungen – an diesem Abend wird er jedoch bloß zu einem traurigen Abbild ideenlosen Stadttheaters.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Zwischen Wahrheit und Übermacht

Ibsens "Ein Volksfeind" am Schauspiel Köln Foto: Thomas Aurin

Ibsens „Ein Volksfeind“ am Schauspiel Köln Foto: Thomas Aurin

Der Schweizer Roger Vontobel ist Hausregisseur in Bochum. Nun widmet er sich nach Hedda Gabler am dortigen Schauspielhaus abermals Ibsen und bringt den vernachlässigten Volksfeind auf die Bühne des Schauspiels Köln. Trotz zeitlosem Plot und glanzvollen Schauspielern verharrt der Abend leider viel zu oft in bezuglosen Brechungen und lässt dramatisches Dynamit verpuffen.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Shakespeare Re-Loaded

COVER_MacbethShakespeares klassische Tragödie in neuem Gewand: Der australische Regisseur Justin Kurzel versucht Macbeth in die Moderne zu überführen, doch scheitert mit einer letztlich langweiligen Ästhetik digitaler Überfrachtung. Denn was seine Adaption dabei übersieht, ist die komplexe Tiefe und Ambivalenz des zugrunde liegenden Stoffes selbst.

von PHILIPP HANKE Weiterlesen

Roger Vontobel macht sich den Shakespeare widewide Wie es Euch gefällt

"Wie es Euch gefällt" am Schauspiel Köln   Foto: David BaltzerGeorge Bernard Shaw vertrat die Meinung, Shakespeare überließe schon im Titel allein dem Publikum die Bewertung seiner Komödie: As YOU like it. Roger Vontobel fühlte sich als Regisseur ebenfalls angesprochen, Wie es Euch gefällt so zu inszenieren, wie es ihm gefiel, und brachte seine Version der Shakespeareʼschen Komödie auf die Bühne, die auch dem Publikum am Schauspiel Köln sichtlich gefiel.

von VERENA SCHÄTZLER Weiterlesen

Schädelhirntrauma

Hamlet am Theater Oberhausen  Foto: Thomas AurinEtwas ist faul im Staate Dänemark: Regisseur Pedro Martins Beja inszeniert am Theater Oberhausen in der vernebelten Halbwelt zwischen lebendigem Diesseits und Totenreich einen düsteren wie gleichsam hysterischen Hamlet. Die Tollheit regiert: Am Ende sind sie alle vermessen und fertig für die Holzkiste und Gevatter Tod – der ist vielleicht gar ein Lichtblick in all dem Chaos.

von NADINE HEMGESBERG

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Von Schein und Sein in Shakespeares „Viel Lärm um Nichts“

Viel Lärm um Nichts im Schauspielhaus Bochum   Foto: Arno DeclairDie Arbeiten an Shakespeares Viel Lärm um Nichts standen im Bochumer Schauspielhaus unter keinem guten Stern. So mussten Dramaturg Olaf Kröck und das Ensemble nach einem Streit mit Regisseur Lukas Langhoff das Stück allein fertig inszenieren – mit einem überraschenden Ende.

von VERENA SCHÄTZLER Weiterlesen

Panem im Pott: Die Zukunft wird lila

Jörg Albrecht - Anarchie in Ruhrstadt   Cover: WallsteinJörg Albrechts neuer Roman Anarchie in Ruhrstadt wirft einen Blick in eine potenzielle Zukunft des Ruhrgebiets, in der sich im Jahr 2015 eine dezentrale Regierung erhebt und die 53 Städte und Kommunen zu einer einzigen Stadt, der Ruhrstadt, verbindet. Wie und warum es im Jahr 2044 zum Zusammenbruch des zunächst vielversprechenden Systems kommt und sich die Utopie zur Dystopie wandelt, verbildlicht der Roman anhand der Geschichten von Stadtplaner György und der Anarchisten Julieta und Rick.

von PIA ALEITHE

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Vom Leben und Sterben in Schnee und Eis

„Der Himmel verfügt über endlose Mengen an Schnee. Es fallen Engelstränen, sagen die Indianer im Norden Kanadas, wenn es schneit. Hier schneit es viel, und die Traurigkeit des Himmels ist schön, sie ist eine Decke, die den Boden vor Frost schützt und den dunklen Winter erhellt, doch sie kann auch kalt und unbarmherzig sein.“

In hochpoetischer Sprache erzählt der isländische Erfolgsautor Jón Kalman Stefánsson in Der Schmerz der Engel vom Leben am Rande der Welt, dessen gewaltiger Mantel aus Eis und Schneesstürmen den Faden des Lebens ständig zum Reißen gespannt hält.

von NINA HENZE

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