Türchen 12: „Du bist des Mannes Mörder, den du suchen willst.“

Die Geschichte um Ödipus dürfte den meisten mehr oder weniger bekannt sein. Johan Simons inszeniert sie unter dem Titel Ödipus, Herrscher nun erneut im Schauspielhaus Bochum. Das Stück beginnt – wie der Titel bereits verrät – zu dem Zeitpunkt, an dem Ödipus bereits der Herrscher von Theben ist. Schon zwanzig Jahre ist es her, dass er seinen Vater Laios erschlagen, seine Mutter Iokaste geheiratet und mit ihr vier Kinder in die Welt gesetzt hat. Als nun eine Seuche in Theben ausbricht, muss der Mörder des Laios gefunden werden, um das Leid zu beenden – so sagt es das Orakel, und am Königshaus stellt man sich die Frage: Whodunit?

von REEMDA HAHN

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Iphigenie bei den Bochumern

"Iphigenie" am Schauspielhaus Bochum Foto: Julian Röder

„Iphigenie“ am Schauspielhaus Bochum Foto: Julian Röder

Das Schauspielhaus Bochum zeigt eine Euripides-Jelinek-Melange von Dušan David Pařízek, die vor allem ein Anliegen hat: Geschlechterrollen zu verwischen und zu hinterfragen. Trotz brillanter Schauspieler und einiger verblüffender Regieeinfälle läuft der Abend jedoch etwas ins Leere; nur Weniges bleibt hängen.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

The „Heavy Silence“ of a Tragedy

"Antigone" bei den Ruhrfestspielen Foto: Jan Versweyveld

„Antigone“ bei den Ruhrfestspielen Foto: Jan Versweyveld

Der belgische Regisseur Ivo van Hove inszenierte für die diesjährigen Ruhrfestspiele in Recklinghausen Antigone von Sophokles. Van Hove bringt die großen Themen und Fragen der Tragödie insbesondere durch ein Gespür für die subtilen Nuancen und Ambivalenzen der Stückvorlage zum Vorschein. Antigones Welt ist klar, weit und still und bildet auf diese Weise einen Raum, in welchem Handlung und Sprache über sich hinauswachsen können.

Ein Rückblick auf die Inszenierung und ein Gespräch mit dem Regisseur.

von SILVANA MAMMONE Weiterlesen