„I’m every woman“

Nam-Joo Cho: Kim Jiyoung, geboren 1982; Cover: Kiepenheuer & Witsch

In Südkorea hat Cho Nam-Joos Roman Kim Jiyoung geboren 1982 bereits im Jahr 2016 große gesellschaftspolitische Wellen geschlagen. Seit diesem Jahr können sich auch deutschsprachige Leser:innen an Cho Nam-Joos internationalen Bestseller erfreuen, der mittlerweile ein zentraler Text der feministischen Bewegung in Südkorea geworden ist und zahlreiche Frauen auf die Straße geholt hat.

von ALINA BRAUCKS

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Vom Wahnsinn der Diskriminierung

Nam-Joo Cho: Kim Jiyoung, geboren 1982; Cover: Kiepenheuer & Witsch

Nam-Joo Cho erzählt in ihrem Roman Kim Jiyoung, geboren 1982 von der gleichnamigen Protagonistin und Momenten aus ihrem Leben, in denen sie sich mit Diskriminierung und Benachteiligung aufgrund ihres Geschlechts auseinandersetzen muss. Der Roman berichtet in einem sachlichen Erzählstil von einer Realität, mit der sich viele Frauen tagtäglich konfrontiert sehen und deckt auf, wie tief Diskriminierung im Alltag verankert ist.

Von CELINA FARKEN

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Menschsein auf Koreanisch

Ahn In-Kyoung (Hrsg.): Gefährliche Lektüre – 11 Kurzgeschichten aus Korea; Cover: Iudicium Verlag

Reisen bildet. Lesen auch. Wer seine Welt bereichern und wachsen will, der muss lernen, dass es mehr als einen Blickwinkel gibt. Mit Gefährliche Lektüre bekommen Leser:innen Betrachtungsweisen aus der Feder ausgezeichneter koreanischer Autor:innen präsentiert, die so vielfältig sind, wie die Genres, derer sie sich bedienen. Doch wer erwartet, das Andere im Land zu finden, hat weit gefehlt.

von MEIKE WINKLER

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Küsschen, Küsschen aus Korea

 

Hye-Young Pyun: Der Riss; btb

Ogi, Professor für Geografie, erleidet auf dem Höhepunkt seiner Karriere einen schweren Schicksalsschlag: Bei einem von ihm verursachten Autounfall verstirbt seine Frau, er selbst wird zum Pflegefall. Trotz dieser dramatischen Ausgangssituation gelingt es Hye-Young Pyuns Roman Der Riss zu keinem Zeitpunkt, Empathie für die gesichtslosen Figuren beim Leser auszulösen. Doch vielleicht stehen gar nicht die Figuren im Zentrum, sondern die Schatten, die sie werfen…?

von THOMAS STÖCK Weiterlesen

Rettichgeruch als Auslöser des Klassenkampfes

Naive Reiche, ausgebuffte Arme und erstaunlich viel Blut: Parasite, der neue Film des in seinem Heimatland gefeierten südkoreanischen Regisseurs Bong Joon-ho, trumpft mit einer Mischung aus Familiendrama, Komödie und Sozialkritik auf und schafft es, die Schere zwischen Arm und Reich ohne viel Rumgefuchtel des moralischen Zeigefingers anzuprangern. Ein absolut gelungener Film!  

von CARO KAISER Weiterlesen

Lyrischer Voyeurismus aus Südkorea

Der Gedichtband Autobiographie aus Eis des südkoreanischen Lyrikers Choi Seung-Ho ist anders, als ich es erwartet hatte. Der Autor spielt in seinen Gedichten mit scharfen Kontrasten und dem Ekel seiner Leser, indem er auf Themen und Worte zurückgreift, die sich immer am Rande, häufig sogar deutlich jenseits der Grenze des guten Geschmacks bewegen. In jedem Fall berührt er den Leser, die Frage ist nur, welcher Art diese Berührung ist. In meinem Fall äußert sie sich in deutlicher Abneigung und grenzenlosem Unverständnis.

von KATHARINA WINTER

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