Küsschen, Küsschen aus Korea

 

Hye-Young Pyun: Der Riss; btb

Ogi, Professor für Geografie, erleidet auf dem Höhepunkt seiner Karriere einen schweren Schicksalsschlag: Bei einem von ihm verursachten Autounfall verstirbt seine Frau, er selbst wird zum Pflegefall. Trotz dieser dramatischen Ausgangssituation gelingt es Hye-Young Pyuns Roman Der Riss zu keinem Zeitpunkt, Empathie für die gesichtslosen Figuren beim Leser auszulösen. Doch vielleicht stehen gar nicht die Figuren im Zentrum, sondern die Schatten, die sie werfen…?

von THOMAS STÖCK Weiterlesen

Rettichgeruch als Auslöser des Klassenkampfes

Naive Reiche, ausgebuffte Arme und erstaunlich viel Blut: Parasite, der neue Film des in seinem Heimatland gefeierten südkoreanischen Regisseurs Bong Joon-ho, trumpft mit einer Mischung aus Familiendrama, Komödie und Sozialkritik auf und schafft es, die Schere zwischen Arm und Reich ohne viel Rumgefuchtel des moralischen Zeigefingers anzuprangern. Ein absolut gelungener Film!  

von CARO KAISER Weiterlesen

Lyrischer Voyeurismus aus Südkorea

Der Gedichtband Autobiographie aus Eis des südkoreanischen Lyrikers Choi Seung-Ho ist anders, als ich es erwartet hatte. Der Autor spielt in seinen Gedichten mit scharfen Kontrasten und dem Ekel seiner Leser, indem er auf Themen und Worte zurückgreift, die sich immer am Rande, häufig sogar deutlich jenseits der Grenze des guten Geschmacks bewegen. In jedem Fall berührt er den Leser, die Frage ist nur, welcher Art diese Berührung ist. In meinem Fall äußert sie sich in deutlicher Abneigung und grenzenlosem Unverständnis.

von KATHARINA WINTER

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