Der Frosch, der Wolf, der Bär und die griechische Krise

Edit Engelmann - Schulden am Olymp. Tagebuch eines Frosches   Cover: GrößenwahnWie lebt es sich als Frosch? Wenn man ausbaden muss, was Wolf und Bär einem eingebrockt und der Affe verschwiegen hat? Edit Engelmann weiß es. In Krise! Krise! Schulden am Olymp. Das Tagebuch eines Frosches gibt sie dem griechischen Frosch eine Stimme. Die Rollen sind klar verteilt: der Wolf in der Politik auf der einen Seite, der Bär im Finanzwesen auf der anderen und dazwischen der kleine Frosch von der Straße. Was klingt wie eine äsopsche Fabel, ist Engelmanns Versuch mit dem Bild Griechenlands und dessen Krise in den (deutschen) Medien aufzuräumen.

Dieses Buch entstand, weil sie dem Leser zeigen wollte „was nicht in den Zeitungen steht, was an Informationen unterschlagen wird.“ Und auch, weil sie findet, dass „auch der deutsche Frosch wissen sollte, was der griechische Frosch denkt.“ So von Frosch zu Frosch eben.

von VERENA SCHÄTZLER

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Das große Frösteln

Die Finanzkrise ist in der Belletristik angekommen. Eine ihrer vielen literarischen Stimmen ist der isländische Schriftsteller Guðmundur Óskarsson, Jahrgang 1978, dessen dritter Roman Bankster Islands großes Bankensterben im Herbst 2008 aus einer sehr persönlichen Perspektive betrachtet und dafür mit dem Isländischen Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Er erzählt die Geschichte des jung-dynamischen Paares Markús und Harpa, die über Nacht ihre lukrativen Jobs als Bankangestellte verlieren und sich mit der neuen Situation arrangieren müssen. Während Harpa schnell eine Anstellung als Aushilfslehrerin findet, kommt Markús kaum noch von der Couch herunter und lässt sich hängen. Auf den Rat eines Freundes hin beginnt er, Tagebuch zu führen. Bankster ist dieses Tagebuch.

Von PETER VIGNOLD

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„Wer bin ich?“

Umberto Ecos Der Friedhof in Prag führt den Leser in das späte 19. Jahrhundert in Frankreich. Es ist eine Zeit des politischen Umbruchs, in welcher der Protagonist lebt. Der Hauptmann Simonini begibt sich auf die Suche nach seiner Identität, derer er sich nicht mehr sicher ist. Die Frage, ob seine Persönlichkeit gespalten ist, soll sich über die Rekonstruktion der vergangenen Jahre in einem Tagebuch klären, da Simonini zu allem Überfluss auch sein Gedächtnis verloren hat.

von SARAH PLATH

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