west off 2015 – zwischen geteilter Verantwortung und geplantem Zufall

west off 2015Das Theaterfestival west off 2015 geht zu Ende. Mit dem Theatergame regere der Gruppe Progranauten sowie der Performance Feeding Fears von A Barrel of Monkeys verhandelt das FFT Düsseldorf komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge – auf der Bühne und außerhalb: So fragt es u. a. nach der Bedeutung des Zufalls, nach Privilegien und nach dem Gefühl, regiert zu werden.

von CHRISTOFER SCHMIDT und PHILIPP HANKE Weiterlesen

„Weʼre all mad here“ – Das MiR wird zum Wunderland

"Alice in Wonderland" im MiR Foto: Costin Radu150 Jahre nach Erscheinen von Lewis Carrolls Kinderbuchklassiker Aliceʼs Adventures in Wonderland zeigt uns Choreograf Luiz Fernando Bongiovanni, dass die Geschichte ums Erwachsenwerden, sich selbst Finden und Fantasie noch immer Facetten hat, die es lohnen, im Jahr 2015 auf eine Theaterbühne gebracht zu werden. Während man sich bei vielen alten Stoffen fragt, warum sie aus der Mottenkiste gekramt wurden und welche Berechtigung es gibt, ihnen einen bemüht aktuellen Ansatz aufzudrücken, sitzt man im Musiktheater im Revier und wünscht sich nach zwei Stunden unterhaltsamen Balletts mehr Alice, mehr weißes Kaninchen und vor allem mehr Luiz Fernando Bongiovanni.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Tanzt umschlungen in Bass und Licht!

Ritournelle

Ritournelle“ der Ruhrtriennale an der Jahrhunderthalle. Foto: Marcus Simaitis

Une Ritournelle – ein Lied, ein Refrain, ein sich wiederholendes Musikstück, zirkulierend, durchdringt es den frühen Abend und die Nacht in und rund um die Jahrhunderthalle. Nach dem Einläuten des Eröffnungswochenendes der Ruhrtriennale am Freitag durch Accattone in Dinslaken dient das ehemalige Industriegelände in Bochum in- und outdoor der Festivalnacht für elektronische Musik Ritournelle als Heimstatt. Imposant will man sie nennen, beeindruckend und laut.

von SYLVIA KOKOT Weiterlesen

Die Büchse der (un)begrenzten Möglichkeiten

Pandora 88   Foto: Aurora NovaIn dieser Woche präsentieren zwei renommierte Tänzer der Off-Szene und Mitbegründer der fabrik in Potsdam, Wolfgang Hoffmann und Sven Till, das Physical Theatre Stück Pandora 88 bei den Ruhrfestspielen. Seit nunmehr zwölf Jahren – Uraufführung war im Jahr 2003 – begeistern sie mit ihrer außergewöhnlichen Performance auf engstem Raum, die im Zuge des Fringe Festivals bei den Ruhrfestspielen gezeigt wird.

von SILVANA MAMMONE

Weiterlesen

„Ruhm“ oder die Geburtsstunde eines B-Sternchens

Ruhm im Schauspielhaus Bochum   Foto: Diana KüsterRuhm heißt das neue Tanztheaterstück, das Neco Çelik zusammen mit Renegade in Residence auf die Bühne der Kammerspiele des Schauspielhauses Bochum bringt. Tänzerisch will man dem Begriff „Ruhm“ auf die Spur kommen. Nach einem gelungenen Beginn ähnelt das Stück allerdings bald einer langweiligen Version von Deutschland sucht den Superstar und ähnlichen TV-Formaten.

von SUSANNE EHRL Weiterlesen

Kuriose Gleichzeitigkeit – essende Tänzer und tanzende Esser

manger bei der Ruhrtriennale 2014   Foto: Ursula KaufmannDas einzige, was der Jahrhunderthalle fehlte, war der Dauerlutscher. Am Samstag, den 27. September zeigte die Ruhrtriennale die Tanzperformance manger von Boris Charmatz. Das Stück überzeugte durch eine beeindruckende Gruppendynamik und den sichtlichen Willen, das Konzept des Körpers zu erforschen und an neuartige Grenzen zu führen. Eine Auslotung der alltäglichsten aller Handlungen – des Essens.

von SILVANA MAMMONE Weiterlesen

Tanz des Vampirs – Joann Sfars neuer Comic-Roman

Joann Sfar: Vampir   Cover: avantDer litauische Vampir Ferdinand und die Mandragora Lia sind ein ganz typisches Paar: Man hält es nicht miteinander aus, trennt sich – und hat es doch nicht hinter sich. Zu Beginn der Geschichte hat die zierliche wurzelgestaltige Lia Ferdinand gerade verlassen; am Ende geht sie einmal wieder. Dazwischen sucht sie Zuflucht bei einem Freund, dem Baummann, einem Schreiner und Schuhkatalogsammler (zu dem schon Ferdinands frühere Frau gegangen war, die inzwischen aber von ihm geschieden ist). Der melancholische Ferdinand trinkt gelegentliche Schlückchen Blut (aber nur ja keine tödlichen!) bei anderen Frauen. Er gerät an die punkige Jung-Vampirin Aspirine, die Graveyard-Parties mag, Minderwertigkeitsgefühle gegenüber ihrer verführerischen Schwester Ritalina hegt und mit Ferdinand gern seinen Sarg teilen möchte. Weiterlesen

Das Leben ist schön! Ist das Leben schön?

Was ist falsch an einem unterhaltsamen Theaterabend? Muss eine Inszenierung heute immer unbequem sein? Bei Marketplace 76 von Jan Lauwers und Needcompany, uraufgeführt bei der diesjährigen Ruhrtriennale, bekommt man zumindest einen Sitzplatz und eine zusammenhängende Geschichte mit ästhetischen Bildern, die im Gedächtnis bleiben. Das besondere Zusammenspiel von Tanz, Gesang, Performance und bildender Kunst sowie ihre Mehrsprachigkeit zeichnen die international besetzte und fast 30 Jahren bestehende Needcompany aus und lassen auch diesen Theaterabend, trotz seiner Länge von zweieinhalb Stunden, zu einem kurzweiligen werden.

von GERDA LEVERS

Weiterlesen