Freiheit, wem Strafe gebührt

FILMPLAKAT_Fatih Akin_Aus dem Nichts_Warner Bros. Pictures

Fatih Akin wirft mit Aus dem Nichts wichtige Fragen auf: Muss ein Film über den NSU zwangsweise den NSU beinhalten? Kann man neonazistische Nagelbombenanschläge auf Deutsch-Türken ohne Diskussionen um V-Männer und Paulchen Panther thematisieren? Für einen guten Film nicht zwingendermaßen.

von CARO KAISER Weiterlesen

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Hauptsache, es knallt

Mozarts "Titus" am Essener Aalto-Theater Foto: Thilo Beu

Mozarts „Titus“ am Essener Aalto-Theater Foto: Thilo Beu

Ausgerechnet am fünften Doch-Nicht-Geburtstag des Berliner Pannen-Flughafens lädt das Essener Aalto-Theater zur letzten Premiere seiner diesjährigen Spielzeit. Regisseur Frédéric Buhr siedelt die antike Geschichte um den milden Kaiser Titus (zufällig?) an einem stylishen Flughafen in unserer Gegenwart an und präsentiert eine bemüht aktuelle Mozart-Interpretation, die seine Holzhammermethode nicht nötig gehabt hätte, um Aktualität widerzuspiegeln.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Wie hast Du’s mit der Religion?

Ayad Akhtars "Geächtet" vom Wiener Burgtheater bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen Foto: Georg Soulek

Ayad Akhtars „Geächtet“ vom Wiener Burgtheater bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen Foto: Georg Soulek

Bei den Recklinghäuser Ruhrfestspielen werden dieses Jahr unter dem Motto „Kopf über, Welt unter“ große, oft unbequeme Fragen und komplexe Themen auf verschiedenste Weise auf der Bühne präsentiert und verhandelt. Ayad Akhtars mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnetes Stück Geächtet könnte damit den Kern der diesjährigen Spielzeit treffen – der Regisseurin Tina Lanik und dem Dramaturgen Florian Hirsch vom Wiener Burgtheater fehlt es jedoch an Mut zur Kürzung und Abstraktion, um den Zuschauer bei all den Abhandlungen über das Für und Wider des Islams, die Frage nach dem individuellen Wert des Glaubens u. v. m. emotional am Ball zu halten.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Das Nibelungen-Einmaleins

"Die Nibelungen" am Düsseldorfer Schauspielhaus Foto: Sebastian Hoppe

„Die Nibelungen“ am Düsseldorfer Schauspielhaus Foto: Sebastian Hoppe

Nach Ferdinand von Schirachs Publikumsliebling Terror inszeniert Kurt Josef Schildknecht am Düsseldorfer Schauspielhaus nun Hebbels Nibelungen-Adaption. Eine kraftvolle, leider aber allzu gewöhnliche Darbietung vermag die Frage nach der Sinnhaftigkeit des „germanischen Heldenstoffs“ nur unzureichend zu beantworten.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Schuldig oder nicht schuldig – das ist hier die Frage

"Terror" am Düsseldorfer Schauspielhaus Foto: Sebastian Hoppe

„Terror“ am Düsseldorfer Schauspielhaus Foto: Sebastian Hoppe

Diese Spielzeit wird Schirachs Theater-Erstling Terror knapp 20 Mal auf deutschsprachigen Bühnen aus der Taufe gehoben. Die Bühne wird zum Gerichtssaal, die Zuschauer zu Schöffen – zu den alleinigen Bestimmern des Ausgangs. In Düsseldorf wurde die Inszenierung von Kurt Josef Schildknecht nun völlig zu Recht mit stehenden Ovationen bejubelt.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Eine Argonauten-Reise bis an Europas Grenzzäune

Argonauten am Schauspiel Köln   Foto: Martin MiseréRegisseur Simon Solberg bringt Argonauten auf die Bühne des Schauspiels Köln. Seine (antiken) Helden werden von sechs Studierenden der Leipziger Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelsson Bartholdy“ dargestellt, die am neuen Kölner Schauspielstudio die Sage um Jason und seine Suche nach dem Goldenen Vlies mit viel Dynamik und teilweise überforderndem Medieneinsatz ins 21. Jahrhundert transportieren.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Eine Gesellschaft im Alarmzustand

Yassin Musharbash, der seit 2005 Redakteur bei Spiegel online ist, veröffentlichte im Herbst 2011 den Politthriller RADIKAL. Der Autor ist bereits mit diversen Beiträgen in der taz, der Neuen Osnabrücker Zeitung und der Jordan Times, in die Öffentlichkeit getreten. 2006 erschien sein erstes Buch Die neue Al-Quaida. Innenansichten eines lernenden Terrornetzwerks. Er studierte Arabistik und Politikwissenschaft. Möglicherweise hat ihn all das dazu befähigt, ein so realitätsnahes wie auch erschreckendes Buch zu schreiben.

Von JULIA FELDHAUS

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