Unterhaltsame Relevanz im Operettengewand

"Die Blume von Hawaii" an der Oper Dortmund   Foto: Björn Hickmann, Stage Picture

„Die Blume von Hawaii“ an der Oper Dortmund Foto: Björn Hickmann, Stage Picture

Wie schön muss es sein, in einer Operettenwelt zu leben? Man umgibt sich mit fröhlichen und herzzerreißenden Melodien, alles ist bunt und glitzert, und man beschäftigt sich den ganzen Tag mit verwirrenden Liebesdreiecken und vielen Happy Endings. Die Oper Dortmund versucht nun, den Besuchern einen Einblick in ebendiese, vordergründig rein fröhliche, Operettenwelt zu geben und zeigt Paul Abrahams Die Blume von Hawaii. Während Spaß, Goldregen und Showtreppen den Hauptteil des Abends einnehmen, überraschen die Dortmunder doch auch immer wieder mit erstaunlich tiefgreifenden und nachdenklichen Szenen und bieten so einen Operetten-Abend, der abwechslungsreicher kaum sein könnte.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Handzahmes Aktionstheater

"2099" am Schauspiel Dortmund Foto: Nick Jaussi

„2099“ am Schauspiel Dortmund Foto: Nick Jaussi

Selten wurde eine Uraufführung im Vorfeld so hitzig debattiert: Aufruf zum Jaguarbabymord, Nagetierdiebstahl, Distanzierung des Theaters von den Künstlern. Am Samstag feierte das Stück 2099 Premiere, welches aus einer Kooperation des Schauspiels Dortmund mit dem Zentrum für Politische Schönheit entstanden ist. Befürchtete Skandale blieben aus, kluge Fragen wurden gestellt. Inszenatorische Einfälle, Lösungen und Antworten waren hingegen Mangelware.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Die Möglichkeit eines Theaters

Die Mšöglichkeit einer Insel am Theater Dortmund   Foto: Birgit HupfeldNils Voges inszeniert mit dem Künstlerkollektiv sputnic am Schauspiel Dortmund frei nach dem Roman Die Möglichkeit einer Insel von Michel Houellebecq einen live animierten Trickfilm und sprengt damit die Grenzen von Theater, Film und Performance. Nach dem live animierten Film Minority Report oder Mörder der Zukunft (Regie: Klaus Gehre) ein weiterer spektakulärer Technik-Clou auf der Dortmunder Bühne.

von NADINE HEMGESBERG Weiterlesen

Demütigung und Selbstaufgabe sind Menschenrechte – ein kurioses Plädoyer

Das Bekenntnis eines Masochisten am Theater Dortmund   Foto: Edi SzekelyMasochismus. In Das Bekenntnis eines Masochisten ist es nicht bloß eine sexuelle Vorliebe, sondern das Lebenskonzept von Herrn M. Auf seiner Suche nach ekstatischen Grenzerfahrungen treibt es ihn in immer tiefere Abgründe, bis er am Ende doch an der Spitze landet. Eine Tragödie des 21. Jahrhunderts. Man gratuliere dem Theater Dortmund für die Auswahl dieses brillanten Stückes von Roman Sikora, das großartig von Carlos Manuel inszeniert wurde und am letzten Samstag Premiere hatte.

von SILVANA MAMMONE Weiterlesen

Von Eheleuten, Eseln und Primaten

Szenen einer Ehe Premiere in Dortmund: Claudia Bauer inszeniert Szenen einer Ehe nach Ingmar Bergmanns sechsteiliger Serie von 1973. Marianne und Johan führen zu Beginn eine vermeidlich glückliche und harmonische Ehe, welche durch Johans abruptes Geständnis einer Affäre eine Kette von (Re-)Aktionen und Gefühlen auslöst. Schonungslos wird das Publikum mit dutzenden Fragen an das Konzept Ehe konfrontiert und mit diversen Ästhetiken und Techniken überflutet.

von ALINA SAGGERER

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Peterchen meets Darth Vader

Peters Reise zum Mond im KJT Dortmund   Foto: Birgit HupfeldWas passiert, wenn in einem Weihnachtsmärchen zwei beliebte Filme über Raumfahrt aufeinandertreffen? Andreas Gruhn wagt einen interessanten, aber nicht ganz gelungenen Versuch: Peters Reise zum Mond wird zu einer Korrelation zwischen dem Filmklassiker Star Wars und Gerdt von Bassewitz‘ Peterchens Mondfahrt.

von NINA STEINERT und ANNIKA MEYER Weiterlesen

Zum Geburtstag viel Dogma

Das Fest am Theater Dortmund   Foto: Birgit HupfeldLachsalven, laute Zwischenrufe, nicht enden wollender Applaus, Pfiffe und Schreie, Standing Ovations, Überwältigung und Herzrasen bei den Zuschauern. Was ist da los? Haben die vom Theater umsonst Alkohol ausgeschenkt? – Nein, die Reaktionen seien eigentlich immer so positiv, wird später erzählt. Das Fest feierte seine Premiere im Schauspiel Dortmund bereits im Februar 2013, doch auch in dieser Spielzeit begeistert Kay Voges‘ Inszenierung nach wie vor.

von GERALDINE GAU Weiterlesen

Ich weiß, was du nächsten Freitag tun wirst

Björn Gabriel als Chief John Anderton   Bild: Birgit HupfeldIm kleinen Studio des Schauspiel Dortmund inszeniert Klaus Gehre Spielbergs Minority Report in Form des Live-Films Minority Report oder Mörder der Zukunft. Viel Technik, witziger Trash und die Erkenntnis, dass Philip K. Dick nie so aktuell war wie heute. Und Klaus Gehre ebenso wie Intendant Kay Voges ein gutes Gespür für wichtige gesellschaftliche Themen beweist.

von NADINE HEMGESBERG Weiterlesen

„Hamlet“ Tag und Nacht

Hamlet„Wir machen jetzt politisches Theater“, skandieren Wum und Wendelin am Ende eines ebenso kurzweiligen wie bedrückenden Theaterabends: Massenüberwachung, Mord, Reality-TV, Krieg gegen den Terror, Selbstoptimierung und Cyborgism. Der Mensch, das überforderte Tier, und die durch die Medienkanäle sausende Datenflut – Fluch und Segen. Regisseur und Intendant des Schauspiels Dortmund Kay Voges mit einer für ihn gewohnt videolastigen Inszenierung des Shakespearestoffs.

von NADINE HEMGESBERG Weiterlesen