In der lesBar mit Heiner Müller und einer gehörigen Portion Fatalismus

Apokalypse Sonnenuntergang Fatalismus Weltende

Ein viel gebrauchtes Zitat, ein DDR-Dramatiker, ein Revolutionsstück, eine Romanverfilmung, eine Steckbrieffrage, ein toxisch gewordener Diskurs, eine musikalisch begleitete Apokalypse, eine alkoholisch begleitete Apokalypse, ein aufmunternder Abbinder. Herzlich willkommen zum Tanz auf dem Vulkan in der lesBar!

von NICK PULINA

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Der 250. Geburtstag eines jungen Mannes, der der Vergänglichkeit begegnete und in ihr Frieden suchte

Porträt Novalis‘ (1772 – 1801) von Franz Gareis (1775 – 1803), circa 1799; Public Domain

Man ist dem Leben nicht gefeit. Nicht in seinen hellsten Momenten und nicht in seinen dunkelsten. In dieser Erfahrung fand sich auch der junge Dichter Novalis, der nach dem Tod seiner Verlobten der lebendigen Welt abschwor und in lyrischer Vollendung eine Spiritualität der erlösenden Nacht erschuf, die die frühe Blüte der Romantik prägen sollte.

von ANDREAS MARTIUS

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Aller Anfang ist schwer (1): Der fliegende Berg

Christoph Ransmayr: Der fliegende Berg; Cover: S. Fischer

Kann man erzählen, nachdem man stirbt? Genau diesen Eindruck erweckt der erste Satz – erwecken vielmehr die ersten Verse – von Christoph Ransmayrs Epos Der fliegende Berg. Das paradoxale Erzählen des Protagonisten Patrick entführt uns in eine menschenfeindliche Welt, in die eisweißen Höhen des Himalayas.

von THOMAS STÖCK

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Mama, ich begrabe dich

Scholastique Mukasonga: Frau auf bloßen Füßen; Cover: Peter Hammer Verlag

In Frau auf bloßen Füßen erschreibt sich Scholastique Mukasonga den Grabstein für ihre Mutter, den sie ihr nie setzen konnte. Denn ihre Mutter Stefania fiel – wie Mukasongas gesamte Familie und über 800.000 andere Tutsi – dem Völkermord in Ruanda 1994 zum Opfer. Ihre Kindheit lässt Mukasonga in dieser Biografie wiederauferstehen: Traditionen und Aberglaube, die aufkommende Globalisierung – und inmitten dessen die ruandischen Tutsifrauen und die allgegenwärtige Todesangst.

von THOMAS STÖCK

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Türchen 6: „Ein Mensch lebt, solange sich andere an ihn erinnern.“

Weihnachten – das Fest der Familie. Nicht immer ist diese Zeit von Glück und Freude geprägt, besonders dann nicht, wenn ein uns lieber Mensch verstorben ist. Der Tod ist ein Thema, über das man im Alltag gern schweigt, welches aber nun mal zum Leben dazugehört. In Mein Vater, die Dinge und der Tod begleiten wir Rainer Moritz auf einen anekdotischen Streifzug durch dessen Erinnerung, um so das gemeinsame Leben mit dem Vater Revue passieren zu lassen.

von THOMAS STÖCK

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In der lesBar mit dem Publikum der letzten Wochen und Schloss Vaux

Ein pandemiegeprägtes Auditorium, eine nie dagewesene Gnade, eine wasserreiche Metapher, ein finnischer Landschaftskomponist, ein sägender Violinist, ein aufstehender Gast, eine schreiende Frau, eine Schar überzeugender Studierender, ein rotierender Regisseur, eine Einsicht mit Besserung, eine objektophile Mörderin, eine metallene Schwangerschaft, ein unvergesslicher Kinoabend, ein destruktiver Kolumnist und ein alles rettender Schaumwein. Willkommen beim Gossip-Abend in der lesBar!

von NICK PULINA

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Eine Reise ins Jenseits

Spiritfarer; Cover: Thunder Lotus Games

In dem Indie-Game Spiritfarer spricht das Team von Thunder Lotus Games das sensible Thema des Todes an. Dabei gelingt es ihnen, die Problematik des Abschiednehmens in ein interaktives Abenteuer zu verwandeln, und gleichzeitig den Spielern und Spielerinnen das Thema des Sterbens sanft näher zu bringen. Zwangsläufig stellt man sich selbst die Frage: Wie gehe ich mit dem Tod eines geliebten Menschen oder Tieres um? Oder wie erkläre ich dieses Thema einem Kind?

von KRISTINA KUBITZA

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„Im Zweifel für den Angeklagten.“

Ein geistig behinderter Vater wird des Mordes an einem kleinen Mädchen angeklagt. Er wird von seiner Tochter getrennt und zum Tode verurteilt. Kommt es zum Urteil oder geschieht am Ende ein Wunder? Mehmet Ada Öztekins Meisterwerk 7. Koğuştaki Mucize (übersetzt: Wunder in der Gefängniszelle Nummer 7) setzt sich einerseits mit gesellschaftlichen Problemen wie der Todesstrafe oder der Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung auseinander, andererseits löst der Film ein Wechselspiel aus Wut, Freude, Trauer und Frustration beim Zuschauer aus.

von VANESSA MUSZARSKY

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Wenn die Gerechtigkeit ihren Weg nicht findet

Philip Roth, Nemesis; Cover: Hanser

In seinem 2010 erschienenen Roman Nemesis zeigt Philip Roth den Lesenden auf, wie Schuldgefühle und ein übersteigertes Verantwortungsbewusstsein einen Menschen brechen können. Bei dem Roman handelt es sich um den dritten und letzten Teil der Trilogie mit dem unheilvollen Namen Nemeses – der Pluralform der griechischen Rachegöttin Nemesis. In gewohnt düsterem Schreibstil geht Roth diesmal ins Gericht mit Gott. So scheint es zumindest zunächst…

von ISABEL MANTHE

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In der lesBar mit Dorothy Parker und Reichsrat von Buhl

Dorothy Parker: „New Yorker Geschichten“, Zürich/Berlin 2017.

Eine bibliophile Angst, ein Sportschuhproblem, eine Cremesuppe, ein reifer Riesling, eine bitterböse New Yorkerin, eine Orgie in der Buchhandlung, ein mysteriöser Verlust von Zeit und ein fehlgeschlagenes Multitasking. Lernen Sie in der lesBar aus meinen Fehlern!

von NICK PULINA

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