Hinter der Mauer lauern Liebe und Hass

Shakespeares "Romeo und Julia" am Schauspielhaus Bochum Foto: Thomas Aurin

Shakespeares „Romeo und Julia“ am Schauspielhaus Bochum Foto: Thomas Aurin

Marius von Mayenburg inszeniert am Schauspielhaus Bochum den wohl bekanntesten Theaterklassiker überhaupt: Romeo und Julia. Was ihn am Stoff fasziniert, ist aber weniger die „Love Story“ als die düstere Omnipräsenz des Todes. Dank interessanter Regieeinfälle und engagierter Darsteller gelingt ein starker, unverschnörkelt-eindringlicher Shakespeare-Abend auf Niveau der besten Schaubühnen-Produktionen.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Was ist faul im Staate?

"Hamlet" am Schauspiel Köln Foto: David Baltzer

„Hamlet“ am Schauspiel Köln Foto: David Baltzer

Zur Eröffnung der neuen Spielzeit bringt der Kölner Intendant Stefan Bachmann Shakespeares Hamlet auf die Bühne des Depot 1. Der gewichtige Stoff um den prominentesten Zweifler der Theatergeschichte gäbe Anlass zu vielerlei kontroversen, zeitgemäßen Deutungen – an diesem Abend wird er jedoch bloß zu einem traurigen Abbild ideenlosen Stadttheaters.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Kann man die Zeit umkehren?

Jeanette Winterson_Der weite Raum der Zeit von _KnausUnd falls ja, hieße das nicht, dass es in der vermeintlichen Kontinuität des Zeitverlaufs Brüche geben muss, Lücken, Löcher oder offene Räume? Der weite Raum der Zeit, der neue Roman der vielfach preisgekrönten Schriftstellerin Jeanette Winterson, handelt von einem solchen „Zeitloch“. Nicht weniger als 400 Jahre geht die Autorin zurück in die Vergangenheit, um uns eine erklärte „Cover-Version“ von einem der wundervollsten Shakespeare-Stücke, Das Wintermärchen, zu präsentieren.

von BERNHARD STRICKER Weiterlesen

Shakespeare Re-Loaded

COVER_MacbethShakespeares klassische Tragödie in neuem Gewand: Der australische Regisseur Justin Kurzel versucht Macbeth in die Moderne zu überführen, doch scheitert mit einer letztlich langweiligen Ästhetik digitaler Überfrachtung. Denn was seine Adaption dabei übersieht, ist die komplexe Tiefe und Ambivalenz des zugrunde liegenden Stoffes selbst.

von PHILIPP HANKE Weiterlesen

Die komische Poesie des Dysfunktionalen

vorschlag:hammer - "Die Leiden der jungen Wörter" im Ringlokschuppen   Foto: Paula Reissig

vorschlag:hammer – „Die Leiden der jungen Wörter“ im Ringlokschuppen Foto: Paula Reissig

Der Ringlokschuppen zeigte am vergangenen Wochenende die wundersame Inszenierung von Die Leiden der jungen Wörter vom Kollektiv vorschlag:hammer. Sie begeisterte durch Feinfühligkeit, Witz und eine herausragende schauspielerische Leistung. Hindurch zieht sich die Frage, wie wir unsere Erfahrungen und intensivsten Gefühle auszudrücken vermögen. Über Licht und Schatten, Musik und Poesie schwebt vor allem die Unzulänglichkeit von Sprache. Was mit Theater geschieht, wenn die Unmöglichkeit wahrhaftiger Kommunikation verinnerlicht und schließlich erfasst wird, zeigt das Kollektiv mit ihrer Interpretation von Johann Wolfgang von Goethes berühmtem Briefroman Die Leiden des jungen Werther.

von SILVANA MAMMONE Weiterlesen