„I became insane, with long intervals of horrible sanity.“

Edgar Allan Poe (18091849) wenige Monate vor seinem Tod

Das titelgebende Zitat stammt aus der Feder Edgar Allan Poes, den heute vor 173 Jahren ein noch immer ungeklärter Tod ereilte. Das Ende des Autors von Geschichten wie The Fall of the House of Usher ist ebenso mysteriös wie das Schicksal und die geistige Verfassung vieler seiner Erzählfiguren. In seinem Werk spielen Wahnsinn und die Psyche eine große Rolle, die Leser*innen werden regelmäßig mit Übernatürlichem, Mord und (vermeintlicher?) Auferstehung konfrontiert. Doch warum setzt sich Poe vorwiegend mit diesen Themen auseinander? Im heutigen Porträt wollen wir gemeinsam einen Blick auf das Leben dieses trotz seiner psychischen Instabilität erstaunlich produktiven Schriftstellers werfen.

von AIVE JÜRGENS

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Türchen 7: Eine literarische Zeitreise

Früh einsetzende Dunkelheit, grauer Himmel, kalter Wind und Nieselregen – dem allen können Sie mit dieser Lektüre entfliehen: Benedict Wells schreibt mit seinem fünften Roman Hard Land eine Coming of Age-Geschichte mit Zeitmaschinen-Potential über einen Sommer voller erster Male, Freundschaft und Liebe, die ihr eigenes Genre dabei gerne auch aufs Korn nimmt.

von ALINA BRAUCKS

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Türchen 6: „Ein Mensch lebt, solange sich andere an ihn erinnern.“

Weihnachten – das Fest der Familie. Nicht immer ist diese Zeit von Glück und Freude geprägt, besonders dann nicht, wenn ein uns lieber Mensch verstorben ist. Der Tod ist ein Thema, über das man im Alltag gern schweigt, welches aber nun mal zum Leben dazugehört. In Mein Vater, die Dinge und der Tod begleiten wir Rainer Moritz auf einen anekdotischen Streifzug durch dessen Erinnerung, um so das gemeinsame Leben mit dem Vater Revue passieren zu lassen.

von THOMAS STÖCK

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Der Förderpreis Ruhr geht an… Esra Canpalat! – „Ich schreibe, weil ich nicht anders kann.“

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Die Preisträgerin, Esra Canpalat Bildrechte: Laila Schubert

Esra Canpalat war lange Jahre Redaktionsmitglied bei literaturundfeuilleton. Nun erhielt sie den mit 5.000 Euro dotierten Förderpreis Ruhr 2021 für ihren Text Wahlrosshaut. In diesem Zuge freuen wir uns, dass sie sich Zeit genommen hat, diesem Medium, auf dem sie früher selbst veröffentlicht hat, ein Interview zu geben. Darin spricht sie darüber, was sie bewogen hat, ihren Sieger-Text zu verfassen, sie thematisiert Diversität im Literaturbetrieb, die Bedeutung des Schreibens für sie selbst und was sich in der universitären Wissenschaft ändern sollte.

von ALINA WOLSKI Weiterlesen

Eine Reise ins Jenseits

Spiritfarer; Cover: Thunder Lotus Games

In dem Indie-Game Spiritfarer spricht das Team von Thunder Lotus Games das sensible Thema des Todes an. Dabei gelingt es ihnen, die Problematik des Abschiednehmens in ein interaktives Abenteuer zu verwandeln, und gleichzeitig den Spielern und Spielerinnen das Thema des Sterbens sanft näher zu bringen. Zwangsläufig stellt man sich selbst die Frage: Wie gehe ich mit dem Tod eines geliebten Menschen oder Tieres um? Oder wie erkläre ich dieses Thema einem Kind?

von KRISTINA KUBITZA

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Die Variation der Liebe und das Paradox des Todes

Gabriele von Arnim: Das Leben ist ein vorübergehender Zustand; Cover: Rowohlt

In Gabriele von Arnims Das Leben ist ein vorübergehender Zustand darf man die Autorin ein kurzes Stück durch die zehn Jahre begleiten, die sie ihren Mann nach zwei schweren Schlaganfällen pflegt und liebt. Es ist ein trauriger, leiser, mutiger und poetischer Weg mit einer exorbitanten Intensität in der Sprache, den man mit der Autorin geht.

von LISA THEISSEN

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How to: Einsamkeit überwinden

Benedict Wells: Vom Ende der Einsamkeit; Cover: Diogenes

Ergreifend. Einfühlsam. Sensibel. In Vom Ende der Einsamkeit erzählt Benedict Wells auf berührende und philosophische Weise über das Leben, den Tod und die damit verbundene Trauer, die für die Hinterbliebenen unausweichlich ist. Eine Geschichte über die Hürden des Lebens und wie man sie überspringt.

von VIKTORIA GORETZKI

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Wie ein neues Leben Familien prägt

Jacqueline Woodson: Alles glänzt; Cover: Piper

Der Roman Alles glänzt erzählt die Geschichte einer ungeplanten Schwangerschaft, die nicht nur das Leben der werdenden Mutter, sondern gleich das mehrerer Familien und Generationen auf den Kopf stellt. Denn nicht nur die werdenden Eltern Iris und Aubrey hatten mit fünfzehn Jahren andere Pläne für ihr Leben – auch Iris‘ Mutter ist zunächst voller Verzweiflung: eine Erzählung darüber, wie ein einziger Mensch das Leben mehrerer Generationen verflechten und dessen Verläufe beeinflussen kann. Kurzweilig und doch kraftvoll nimmt Autorin Jacqueline Woodson den Leser mit auf eine emotionale Reise aus verschiedenen Perspektiven.

von ISABELLA NAUEN

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Maschinenmenschen im Schönheitswahn

Oskar Panizza: Die Menschenfabrik; Cover: Hoffmann und Campe

Oskar Panizza hat Die Menschenfabrik (1890) noch vor George Orwells 1984 und Aldous Huxleys Brave New World verfasst. Seine Erzählung ist sowohl eine erschreckende Dystopie als auch ein philosophisches Traktat für mehr Menschlichkeit und Ethik in einer auf wirtschaftlichen Erfolg bedachten Welt.

von ALINA WOLSKI

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Im Bardo ist die Hölle los

George Saunders: Lincoln im Bardo Cover: Luchterhand

George Saunders: Lincoln im Bardo Cover: Luchterhand

Es ist die Nacht, in der Willie Lincoln, der elfjährige Sohn des Präsidenten, stirbt. Bei George Saunders wird in Lincoln im Bardo daraus ein Meisterwerk, das ‚Berührung‘ neu erfindet.

von SIMONE SAUER-KRETSCHMER Weiterlesen