Doctor’s Diary (5): 1 Million Tote in 100 Tagen

Viele der ruandischen Traditionen sind durch die Kolonialisierung verlorengegangen. Dazu zählen auch die traditionellen Frisuren, amasunzu genannt.

Wer den Völkermord in Ruanda verstehen will, muss einen Blick in die Geschichte des Landes werfen. Und siehe da: Kolonialismus, Pseudowissenschaft, Machtausübung zu Lasten der Bevölkerung und am Ende überlässt man die Afrikaner sich selbst. Ruanda ist ein Paradebeispiel für die (Post-)Kolonialpolitik der europäischen Staaten – versagt haben sie alle. Inklusive der ruandischen Mehrheitsbevölkerung, die sich von den rassistischen Fantasien der Machthaber einlullen ließ.

von THOMAS STÖCK

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Doctor’s Diary (4): Warum über einen anderen Genozid schreiben

Paul Rusesabagina in der US-Botschaft in Schweden im Jahr 2013.

Nach den ersten Monaten der Organisationsphase möchte ich in der heutigen Kolumne auf die inhaltliche Findungsphase zu sprechen kommen. In meinem speziellen Fall soll es dabei um ein kleines ostafrikanisches Land gehen, dessen grausame Geschichte das Geschichtenerzählen notwendig macht: Ruanda. 1994 fand in etwa 100 Tagen ein Völkermord statt und kostete über 800.000 Angehörige der Bevölkerungsminderheit der Tutsi das Leben.

von THOMAS STÖCK

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Auseinanderstreben der Welt

Nora Bossong: Schutzzone; Suhrkamp

Was im Kleinen möglich ist, geschieht auch im Großen. Mit Schutzzone verbindet Nora Bossong das private Schicksal einer heimatlosen Weltenbürgerin mit den Problemen des Internationalen Rechts. Dabei bedient sich die Autorin vermeintlicher Absurditäten, die beim Lesen jedoch einleuchten und ihre Funktion erfüllen. Ein Roman über die Hilflosigkeit der Welt.

von ALINA WOLSKI

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