Weiße Westen, Persil sei Dank

"Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" am Musiktheater im Revier Foto: Karl und Monika Forster

„Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ am Musiktheater im Revier Foto: Karl und Monika Forster

„Darum lasst uns hier eine Stadt gründen. Und sie nennen Mahagonny. Das heißt: Netzstadt.“ Während die neu gegründete Stadt Mahagonny mitten im amerikanischen Nirgendwo ihr Netz auswirft und immer neue Bewohner einfängt, kann Jan Peters Inszenierung von Kurt Weills Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny im Musiktheater im Revier Gelsenkirchen nur wenige Premierenbesucher fesseln. Weit entfernt von frenetischem Applaus, klatscht das Publikum eher höflich. Etwas euphorischer hätte es jedoch reagieren dürfen, zeigt das MiR doch ein mutiges Stück, in einer Inszenierung, die gern noch etwas mutiger hätte sein dürfen. 

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

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Freiheit, wem Strafe gebührt

FILMPLAKAT_Fatih Akin_Aus dem Nichts_Warner Bros. Pictures

Fatih Akin wirft mit Aus dem Nichts wichtige Fragen auf: Muss ein Film über den NSU zwangsweise den NSU beinhalten? Kann man neonazistische Nagelbombenanschläge auf Deutsch-Türken ohne Diskussionen um V-Männer und Paulchen Panther thematisieren? Für einen guten Film nicht zwingendermaßen.

von CARO KAISER Weiterlesen

Und er war eben doch ein Nazi

Per Leo: Flut und Boden // Quelle: Klett-Cotta

 

Als Historiker ist der Autor Per Leo damit vertraut, sich auf Spurensuche in der Vergangenheit zu machen. In seinem literarischen Debüt Flut und Boden. Roman einer Familie taucht er bis zu den Anfängen des 20. Jahrhunderts hinab, um von dort aus die Geschichte seiner eigenen Familie zu ergründen. Auslöser hierfür, aber nicht alleiniger Fokus des Romans, sind sein Großvater Friedrich und dessen Nazivergangenheit.

 

von GREGOR J. REHMER

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Gefangen in den Maschen der Erinnerung

die unverheiratet   Foto: Georg SoulekWann hört er endlich auf, der Film, der unaufhaltsam in Dauerschleife im Kopf eines Opfers, Täters oder Traumatisierten läuft? Ist er irgendwann einfach abgespielt oder muss man ihn selbst anhalten? die unverheiratete lässt uns teilhaben an der finalen Abwicklung einer grausamen Tat, die wie ein solcher Film im Kopf der Täterin abläuft.

von ALINE PRIGGE

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There will be blood

Bloodline, Original-Netflix-Series ©NetflxSchuld und Sühne in den Florida Keys: Das Schwarze Schaf kehrt zurück in den Hort seiner Familie und schleichend, aber unweigerlich bricht das Chaos aus. Netflix bringt mit Bloodline die nächste gute Serie an den Start. Seit dem 20. März kann die erste Staffel angesehen werden, warum eine zweite Staffel für 2016 bei den Showrunnern, das Kollektiv aus den Kessler-Brüdern und Daniel Zelman, bestellt wurde, bleibt hingegen fraglich.

von NADINE HEMGESBERG

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Ich weiß, was du nächsten Freitag tun wirst

Björn Gabriel als Chief John Anderton   Bild: Birgit HupfeldIm kleinen Studio des Schauspiel Dortmund inszeniert Klaus Gehre Spielbergs Minority Report in Form des Live-Films Minority Report oder Mörder der Zukunft. Viel Technik, witziger Trash und die Erkenntnis, dass Philip K. Dick nie so aktuell war wie heute. Und Klaus Gehre ebenso wie Intendant Kay Voges ein gutes Gespür für wichtige gesellschaftliche Themen beweist.

von NADINE HEMGESBERG Weiterlesen

Knarre, Käfer, Kapitalverbrechen

Claudia Kühn - Banklady   Cover: KiWiSteckt „das Böse“ in jedem von uns? Könnte auch ich von heute auf morgen zum Verbrecher werden? Kann man sich das Glück einfach so nehmen? Diese Fragen stellt sich der Leser von Claudia Kühns neuem Roman Banklady. Die Antworten, die das Buch liefert, regen zum Nachdenken an – insbesondere weil es die „Banklady“ tatsächlich gegeben hat.

von JAN HENRIC BERING

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In Island tun sich „Abgründe“ auf

Ein Banker stürzt von einer Steilklippe in den Tod, ein Obdachloser rächt sich auf brutale Art und Weise an seinem Vergewaltiger, eine junge Frau wird halbtot in ihrer Wohnung aufgefunden. Mittendrin ein isländischer Kommissar, dessen Leben völlig trostlos daherkommt. Arnaldur Indriðason liefert in seinem neuen Roman viele seichte Handlungsstränge, ziemlich nah am Abgrund.

von CHRISTINA FROMMERT

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