Gluck statt Wagner oder: Orpheus als Corona-Bezwinger?

Orfeo | Euridice, Aalto-Musiktheater Essen

Eigentlich heißt Glucks bekannteste Oper Orfeo ed Euridice – Orpheus und Eurydike –, das Essener Aalto-Musiktheater inszeniert den Klassiker jedoch unter dem Titel Orfeo | Euridice. Soll diese Trennungswand womöglich den Infektionsschutz symbolisieren? Man mag darüber grübeln, sollte jedoch nicht den Blick davor verschließen, dass es – endlich – wieder hochkarätige Opernkunst gibt, die nicht als Stream, sondern ganz physisch daherkommt. Eine gekürzte und angepasste azione teatrale zwar, dank Tomáš Netopils musikalischer Leitung jedoch ein Genuss.

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Ein neuer Ruhrpott-Lohengrin

Nachdem es im Dezember 2016 bereits eine aufsehenerregende Lohengrin-Premiere am Essener Aalto-Theater gab, legt Schauspiel- und Musiktheater-Regisseur Ingo Kerkhof nun seine Interpretation dieser wahrscheinlich romantischsten aller Wagner-Opern im Theater Dortmund vor. Atmosphärisch dichte Bilder, aber auch eine beglückende Sängerbesetzung rund um Daniel Behle in der Titelrolle sowie zupackende Dortmunder Philharmoniker sorgen für eine Vorstellung mit einem ungewöhnlich hohen ästhetischen Wert.

Theater Dortmund, Spielzeit 2019-2020, Lohengrin; Romantische Oper in drei Akten von Richard Wagner

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Märchenmusik mit Knusperhexe

Humperdincks "Hänsel und Gretel" am Aalto-Theater Essen Foto: Saad Hamza

Humperdincks „Hänsel und Gretel“ am Aalto-Theater Essen Foto: Saad Hamza

In der (vor-)weihnachtlichen Regie der Mezzosopranistin Marie-Helen Joël bringt das Essener Aalto-Theater Hänsel und Gretel kindgerecht auf die Bühne. Die musikalische Qualität des Abends führt einmal mehr vor Augen, dass Humperdincks Märchenspiel in drei Bildern durchaus keine Banalität ist, sondern ein ernst zu nehmendes Werk des post-wagnerianischen Musiktheaters.

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