„Heimatlosigkeit muss nicht falsch sein“

COVER_Ilija Trojanow_Nach der Flucht_FischerFlucht und Vertreibung hat es schon immer gegeben. Viele Medien reißen sich um
Geschichten von Flüchtenden, suchen die dramatischsten Bilder und wetteifern um die authentischsten Interviews. Ganz anders bearbeitet Ilija Trojanow das Thema in Nach der Flucht. Ihm geht es explizit nicht um das Flüchten im herkömmlichen Sinne, obwohl sein Werk dieses Wort im Titel trägt. Zentral ist für ihn das, was nach der Flucht übrig bleibt. Damit stellt er eine spannende, andere Perspektive auf die Thematik dar, die demgegenüber jedoch sprachlich häufig hinterherhinkt.

von ALINA WOLSKI Weiterlesen

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Liberalismus ist Konservativismus?

Diana Kinnert - Für die Zukunft seh' ich schwarz Cover: Rowohlt

Diana Kinnert – Für die Zukunft seh‘ ich schwarz Cover: Rowohlt

Diana Kinnert entwickelt in Für die Zukunft seh´ ich schwarz die Idee eines modernen Konservatismus. Dabei geht es der Autorin nicht um Werbung für ihre Partei, die CDU. Vielmehr fordert sie in ihrem Plädoyer eine gesellschaftliche Grundhaltung der Innovation und Liberalität – und ermuntert zum Einstieg in die politische Debatte.

von ANNA BREIDENBACH Weiterlesen

„Here’s looking at you, Kid!“ – Sex im Auge der Zukunft

"The Future of Sex" bei der Ruhrtriennale 2016 Foto: Fred Debrock

„The Future of Sex“ bei der Ruhrtriennale 2016 Foto: Fred Debrock

Wie mag unser Sex in einer zunehmend technisierten und digitalisierten Welt wohl aussehen, wenn bereits jetzt ein Rückgang der tatsächlichen sexuellen Aktivität zwischen Paaren zu konstatieren ist? Haben wir dann überhaupt noch welchen? Und was ist Sex in Zukunft und jetzt überhaupt? Im Rahmen der Ruhrtriennale 2016 haben das niederländisch-flämische Schauspielkollektiv Wunderbaum und der niederländische Autor Arnon Grünberg auf PACT Zollverein in der Inszenierung The Future of Sex versucht, unserer sexuellen Zukunft performativ beizukommen.

von SYLVIA KOKOT Weiterlesen

Weltuntergang in Killerrapsgelb

COVER_Karin Duve_MachtKaren Duves Endzeitroman Macht zeigt Deutschland in der Hand von Staatsfeminismus und toxischen Vorstellungen von Männlichkeit. Ein scheinbarer Gegensatz, aber vor allem eine konsequente Weiterentwicklung ihrer Philosophie.

von NINA BLÄSIUS Weiterlesen

Handzahmes Aktionstheater

"2099" am Schauspiel Dortmund Foto: Nick Jaussi

„2099“ am Schauspiel Dortmund Foto: Nick Jaussi

Selten wurde eine Uraufführung im Vorfeld so hitzig debattiert: Aufruf zum Jaguarbabymord, Nagetierdiebstahl, Distanzierung des Theaters von den Künstlern. Am Samstag feierte das Stück 2099 Premiere, welches aus einer Kooperation des Schauspiels Dortmund mit dem Zentrum für Politische Schönheit entstanden ist. Befürchtete Skandale blieben aus, kluge Fragen wurden gestellt. Inszenatorische Einfälle, Lösungen und Antworten waren hingegen Mangelware.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Spätabends inmitten der Beckett’schen Zukunftsversion

Samuel Becketts "Glückliche Tage" und "Das letzte Band" am Schauspiel Dortmund Foto: Birgit Hupfeld

Samuel Becketts „Glückliche Tage“ und „Das letzte Band“ am Schauspiel Dortmund Foto: Birgit Hupfeld

Winnie ist einsam, Willie ist einsam und Krapp ist einsam. Samuel Beckett positionierte seine Figuren in einem zeitlichen und geografischen Vakuum nach der Apokalypse. Es sind Existenzen im vorletzten Stadium der Auflösung. Man könnte meinen, dass Becketts dystopische Zukunftsversion in weiter Ferne liegt. Marcus Lobbes beweist aber in seiner Dortmunder Inszenierung von Glückliche Tage und Das letzte Band im kleinen Studio des Schauspielhauses eindrucksvoll: Wir sind mittendrin!

von VERENA SCHÄTZLER Weiterlesen

„Wir haben Unterlassungssünden auf uns geladen“

Das "ZEIT Forum Kultur" bei der Ruhrtriennale Foto: Edi Szekely

Das „ZEIT Forum Kultur“ bei der Ruhrtriennale Foto: Edi Szekely

Im vielfältigen Programm der diesjährigen Ruhrtriennale darf auch ein Polit-Talk nicht fehlen. In Kooperation mit dem hiesigen Theaterfestival hat die ZEIT eine neue Auflage des ZEIT Forum Kultur ausgerichtet und über das Verhältnis von Geschichte und Gegenwart debattieren lassen.

von CHRISTOFER SCHMIDT Weiterlesen

Ein Roman wie ein Feelgood-Movie

Rebecca Martin - Nacktschnecken   Cover: DumontEs gibt Bücher, die werden nie zu den Lieblingen, sie schaffen es nicht in die Kategorie ‚anspruchsvoll‘ und glänzen auch nicht durch ausgefeilte stilistische Höhenflüge. Dennoch besitzen sie einen reizvollen Charme: Sie vermögen, den Leser glücklich zu machen. Rebecca Martins Nacktschnecken ist so ein Buch.

von ANNA KREWERTH

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Der mit dem Flusspferd

Arno Geiger - Selbstporträt mit Flusspferd   Cover: HanserArno Geiger erzählt in seinem neuen Roman Selbstporträt mit Flusspferd vom Erwachsenwerden. Die Poetik des Alltäglichen und Unprätentiösen zollt ihren Tribut: Spannend ist der Roman nicht, unterhaltsam nur bedingt.

von NADINE HEMGESBERG

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„Planet Magnon“ – Unsere Gesellschaft im verzerrten Spiegel

Leif Randt - Planet Magnon   Cover: Kiepenheuer & WitschLeif Randts Parallelweltroman Planet Magnon ist wie ein verzerrt-verschwommener Spiegel, der dem Leser mit fast meditativer Gelassenheit ein überdrehtes Bild seiner eigenen Lebenswelt zeigt. Der mit einer Vielzahl an Referenzen ausgestattete Roman ist in vielerlei Hinsicht eine ungewöhnliche Erscheinung in der deutschen Literaturszene, die sich trotz kleiner Schwächen lohnt.

von SIMON SAHNER Weiterlesen