Ade Kehlmann und Glavinic

Logo Deutscher Buchpreis 2013, PressefotoDie siebenköpfige Jury des Deutschen Buchpreises 2013 hinter Jurysprecher Helmut Böttiger hat entschieden. Die sechs FinalistInnen der Shortlist wurden heute Morgen in Frankfurt bekanntgegeben. Nicht unter ihnen: die vom Feuilleton hoch gehandelten Schriftsteller Daniel Kehlmann (F, Rowohlt) und Thomas Glavinic (Das größere Wunder, Hanser).

von NADINE HEMGESBERG

Vielleicht kann er auch in diesem Jahr, wie schon 2008 beim Preis der Leipziger Buchmesse, die Faust gen Himmel recken und genüsslich einen Schluck Bier auf den Sieg trinken. Die Rede ist von Clemens Meyer, der es neben Mirko Bonné (Nie mehr Nacht, Schöffling & Co), Reinhard Jirgl (Nichts von euch auf Erden, Hanser), Terézia Mora (Das Ungeheuer, Luchterhand), Marion Poschmann (Die Sonnenposition, Suhrkamp) und Monika Zeiner (Die Ordnung der Sterne über Como, Blumenbar) mit seinem Roman Im Stein (S. Fischer) auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises geschafft hat. Die sechs FinalistInnen wurden aus der im August verkündeten Longlist ausgewählt, der bereits die Sichtung der 201 von den Verlagen eingesendeten Titel vorausging. Der „omnipräsente“ und als Feuilleton-Hype abgefeierte Kehlmann-Roman F wird hingegen leer ausgehen (weiterlesen beim Spiegel „S wie Sensation, Ü wie Überraschung“ … ). Den Verkaufszahlen wird dies wohl keinen Abbruch tun: Der manchmal kritisch beäugte Deutsche Buchpreis (weiterlesen bei Sibylle Berg „It’s a book“ … ), die nominierten Titel der Long- und Shortlist sind Garanten für die diversen Bestsellerlisten und einen dementsprechend hohen Absatz.

Den „Cut“ ebenfalls nicht geschafft haben die von uns besprochenen Romane von Ralph Dutli (Soutines letzte Fahrt, Wallstein), Jonas Lüscher (Frühling der Barbaren, C.H. Beck) und Joachim Meyerhoff (Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war, Kiepenheuer & Witsch).

Ein Stern über Frankfurt

Am 7. Oktober, zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse, wird der „beste Roman des Jahres“ dann endgültig gekürt. Und vielleicht handelt es sich dann doch nicht um den nun als Favoriten gehandelten Meyer mit seinem großangelegten Gesellschafts- und Bordellroman, vielleicht geht ja ein Debütantinnen-Stern in Gestalt einer Monika Zeiner am Himmel über Frankfurt auf. Die Jury wird auch bei dieser Entscheidung heiß diskutieren und hoffentlich keinen Kompomissgewinner ermitteln: „Es war eine spannende Kontroverse und kollegiale Diskussion in der Jury, in der Kompromisskandidaten vermieden wurden und sich leidenschaftliche, engagierte literarische Positionen durchsetzten. Auf der Shortlist stehen extrem unterschiedliche Schreibweisen nebeneinander und zeigen so die Vielfalt der gegenwärtigen literarischen Möglichkeiten: lyrische Bilderwelten, große Weltentwürfe, psychologisch genau ausdifferenzierte Figurenkonstellationen. Der deutschsprachige Gegenwartsroman zeigt sich spannungsreicher denn je“, sagte Jurysprecher Helmut Böttiger.

Wer in die Fußstapfen von Ursula Krechl, Katharina Hacker oder in die des ersten Gewinners Arno Geiger treten darf, bleibt also gespannt abzuwarten.

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