Doctor’s Diary (4): Warum über einen anderen Genozid schreiben

Paul Rusesabagina in der US-Botschaft in Schweden im Jahr 2013.

Nach den ersten Monaten der Organisationsphase möchte ich in der heutigen Kolumne auf die inhaltliche Findungsphase zu sprechen kommen. In meinem speziellen Fall soll es dabei um ein kleines ostafrikanisches Land gehen, dessen grausame Geschichte das Geschichtenerzählen notwendig macht: Ruanda. 1994 fand in etwa 100 Tagen ein Völkermord statt und kostete über 800.000 Angehörige der Bevölkerungsminderheit der Tutsi das Leben.

von THOMAS STÖCK

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Kann alles, kennt jeden

Jean Cocteau im Jahr 1923, Foto von der Agence de presse Meurisse.

Dichter, Prosautor, Dramatiker, Maler, Drehbuchschreiber, Regisseur, Schauspieler, Bühnenbildner – Jean Cocteau war ein Mann mit vielen künstlerischen Talenten. Ebenso zahlreich wie seine Fertigkeiten waren seine Kontakte und Freundschaften mit anderen Künstlerinnen und Künstlern. Manche dieser Kontakte werfen aus heutiger Sicht durchaus einen Schatten auf Cocteau. Heute wäre er 133 Jahre alt geworden und auch wenn Geburtstage zum Feiern da sind, wollen wir im heutigen Porträt gerade die ambivalenten Aspekte unseres Geburtstagskindes beleuchten.

von CARO KAISER

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„Nun sind wir – oder ich, ohne Heimat ohne Wärme ohne – – – – Zeitung.“

Bettina Braun: Das Feuilleton des Exils; Cover: Schwabe

Welche Rolle Zeitungsliteratur und somit auch das Feuilleton für deutschsprachige Exilautor*innen in der Zeit zwischen 1933 und 1945 gespielt haben, ist in der Forschung bislang nicht thematisiert worden. Dr. Bettina Braun (Universität Zürich) hat sich dieser Thematik in ihrer Dissertation Das Feuilleton des Exils. Veröffentlichungen in der Basler National-Zeitung 1933–1945 gewidmet, die im Januar 2022 im Schwabe-Verlag erschienen ist.

von JANA SCHRÄDER-GRAU

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„Ich ernähre mich von deinem Hass.“

Foto: Oliver Paolo Thomas

Hand aufs Herz: Wer von uns hat nicht schon einmal einen eher unüberlegten Kommentar unter einem Video hinterlassen, sich vor der Buchung eines Hotels die Google-Rezensionen durchgelesen oder in einem Ärzteforum versucht herauszufinden, was die roten Flecken auf dem Oberarm bedeuten könnten? Im Internet lässt sich so ziemlich alles kommentieren – und das meist auch noch anonym. Im Regelfall bleiben diese Kommentare stumm. Was aber, wenn man sie auf eine Bühne bringt und einfach mal laut vorliest? In JUST HERE FOR THE COMMENTS – Eine Revue der schönsten Netzkonflikte im Rottstr 5 Theater in Bochum wird genau das ausprobiert. Ein lohnender, kurzweiliger Abend, doch eines braucht es: starke Lungen.

von REEMDA HAHN

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Zu den Sternen (к звездам)

Zurück in die Zukunft, Teil 2: Wie schon letzte Woche in unserem Podcast werfen wir einen Blick in die Vergangenheit – und damit über Umwege in die Zukunft – und erinnern an den 100. Todestag des russischen Futurismus-Vordenkers Velimir Chlebnikov. Mit seinem Versuch einer universalen „Sternensprache“ beeinflusst Chlebnikov nachhaltig die russische Literatursprache. Treten Sie ein in die Welt des russischen Futurismus.

von THOMAS STÖCK

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The Greatest Showman

Nein, die Rede ist nicht von Michael Graceys Filmmusical aus dem Jahr 2017, sondern von Colonel Parker – einem Schausteller, der in den 50er Jahren einen jungen Mann entdeckte und diesen zu seinem Projekt machte – der größten Geldmaschinerie der Musikgeschichte: Elvis Presley. In seinem neuen Film Elvis inszeniert Baz Luhrmann die Lebensgeschichte des „King of Rock“ in einem fulminanten Biopic-Spektakel aus der Perspektive des geldgierigen Managers und selbsternannten Colonels, den einige für den Tod des Superstars verantwortlich machten. 

von ALINA BRAUCKS 

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Ein Mann der vielen Künste

Selbstporträt E. T. A. Hoffmanns (1776–1822)

Wer sich schon einmal mit den fantastischen und schaurigen Texten der Romantik beschäftigt hat, ist E. T. A. Hoffmann bestimmt begegnet. Mit Erzählungen wie Der Sandmann oder der Sammlung Die Serapionsbrüder begeistert er bis heute eine Vielzahl Leser und Leserinnen und sorgt mit seinen vielfältigen Werken noch immer für viel Gesprächsstoff. Heute vor 200 Jahren ist er gestorben.  

von VIKTORIA GORETZKI

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Literatur und Feuilleton Podcast – Folge 003: Zukunftsromane um 1900

Zurück in die Zukunft? Genau diesen Schritt wagen wir in unserer heutigen Podcastfolge. Foto 1934 von Stellar Publishing.

Fiktionale Literatur beschäftigt sich grundsätzlich mit möglichen Welten. Zu diesen möglichen Welten zählen Vorstellungen davon, was uns in Zukunft erwarten könnte. Wie leben wir in 100 Jahren? Welche Technologien existieren dann? Hat sich die Welt zum Guten gewandelt oder droht gar der gesamten Menschheit der Untergang? So häufig, wie man in der Literatur den Blick zurück richtet, so oft schauen Literatinnen und Literaten auch nach vorn. In unserer heutigen Folge möchten wir über einen kleinen Ausschnitt der Literaturgeschichte sprechen, in dem Autorinnen und Autoren genau das getan haben: den Blick auf die Zukunft gerichtet.

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In der lesBar mit Werner Herzog und fruchtsüßem Kabi

Kino Werner Herzig Fitzcarraldo Klaus Kinski
Foto: Unsplash

Ein Kinokonflikt, eine Kinolösung, eine große Kinofrage, eine Liste der kollektiven Verachtung, eine beglückende Freiheitsberaubung, ein deutscher Klassiker mit Überlänge, eine künstlerisch-masochistische Erkenntnis, ein Plädoyer für die Langeweile, ein süßer Allround-Begleiter und eine Gebrauchsanweisung für dessen Einsatz. Herzlich willkommen zum Kinoabend in der lesBar!

von NICK PULINA

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Tschingis Aitmatow – Eine Liebesgeschichte schöner als Romeo und Julia?

Tschingis Aitmatow bei einer Lesung in Marburg an der Lahn im Jahr 2003, Foto von Andreas Zak.

Er galt als der kirgisische Nationaldichter, sein Vater wurde während der stalinistischen „Säuberungen“ wegen „bürgerlichem Nationalismus“ hingerichtet, er selbst schrieb für die Parteizeitung Prawda und wurde schließlich Botschafter Kirgisistans in Frankreich. Wer war dieser divergente Mann? Wer war der Schriftsteller Tschingis Aitmatow, der am 10. Juni 2008 in Nürnberg starb?

von ALINA WOLSKI

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