Drei, zwei, eins…meins

"Shoplifters"

„Shoplifters“

Seine Familie soll man sich bekanntlich nicht aussuchen können. In seinem neuen Film Shoplifters hinterfragt der japanische Regisseur Hirokazu Kore-eda diese Binsenweisheit und stellt ohne große Rührseligkeit oder übertriebene Emotionalität einen alternativen Familienentwurf dar. 

von CARO KAISER Weiterlesen

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Ein Fest der Wollust

"Die Philosophie im Boudoir" am Schauspielhaus Bochum Foto: Birgit Hupfeld

„Die Philosophie im Boudoir“ am Schauspielhaus Bochum Foto: Birgit Hupfeld

Herbert Fritsch feiert mit seiner Bochumer Neuinszenierung der Philosophie im Boudoir den Marquis de Sade. Ein Bühnen- und Kostümbild für die Götter, stimmige Live-Klaviermusik und Darsteller, die nicht bloß sprachlich, sondern vor allem körperlich alles in die Waagschale werfen – mutige, erfrischende und in ihrer Kohärenz schwer zu übertreffende Abende wie dieser sind das Lebenselixier des Stadttheaters.  

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Die Redaktion empfiehlt…

Frohe Weihnachten! Foto: Aaron Burden (Unsplash)

Frohe Weihnachten! Foto: Aaron Burden (Unsplash)

Wieder ist ein Jahr vorüber und Weihnachten steht vor der Tür. Es ist also höchste Zeit, eine inzwischen liebgewonnene Tradition fortzuführen und Euch Tipps unserer Redaktion zukommen zu lassen, mit welcher Lektüre Ihr das alte Jahr beenden oder das neue Jahr beginnen solltet. Wir wünschen Euch und Euren Liebsten entspannte Feiertage und lauschige Lesestunden! Weiterlesen

Leidenslaboratorium unter himmlischen Lichtern

"Celestial Sorrow" Foto: Laura Van Severen

„Celestial Sorrow“ Foto: Laura Van Severen

Celestial Sorrow – so heißt das Ergebnis der Kollaboration zwischen Choreografin Meg Stuart und dem bildenden Künstler Jompet Kuswidananto, das PACT Zollverein auf die Bühne gebracht hat und das im nächsten Jahr noch in Minneapolis, Gent, Wien und Berlin zu erleben sein wird. Ausgehend von Kuswidanantos Erinnerung an die Suharto-Diktatur in Indonesien, während welcher der Künstler aufwuchs, entstand eine eindrucksvolle Installation und Performance über Trauer, Schmerz und die Geister der Vergangenheit.

von SILVANA MAMMONE Weiterlesen

Kurzatmiger Tony in kurzweiligem Musical

„West Side Story“ am Theater Dortmund Foto: Anke Sundermeier, Stage Picture

Die Musik- und Bühnenwelt feiert 2018 Leonard Bernsteins 100. Geburtstag. Obwohl dieses Jahr auf den Spielplänen weltweit zahlreiche Bernstein-Produktionen auftauchten, hielt man sich ausgerechnet mit seinem größten Erfolg, der West Side Story, erstaunlich lange zurück. Nur an fünf deutschen (und 18 internationalen) Opernhäusern fanden Aufführungen statt. Unter den fünf deutschen Produktionen sind immerhin zwei Premieren im Bernstein-Jahr zu verzeichnen. Eine halbe Premiere feiert nun auch das Theater Dortmund. Kostüme und Requisiten sowie einen Teil der Hauptbesetzung nahm Regisseur Gil Mehmert vom Domplatz Open Air 2017 aus Magdeburg mit ins Ruhrgebiet, wo das nun über 60 Jahre alte Stück für ausverkaufte Vorstellungen sorgt.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Vor dem Sterben kommt alles anders

"Ein großer Aufbruch" am Schauspiel Essen Foto: Matthias Jung

„Ein großer Aufbruch“ am Schauspiel Essen Foto: Matthias Jung

Nach einem cineastischen Frankenstein und einem etwas überfordernden Parsifal bringt der Zürcher Regisseur Gustav Rueb sein drittes Stück am Schauspiel Essen auf die Bühne: Ein großer Aufbruch nach dem gleichnamigen Fernsehfilm von Magnus Vattrodt. Dieser Theaterabend gerät zu einer emotionalen Auseinandersetzung mit den Themen Sterben und Sterbehilfe – aber vor allem zu einem klischeefreien Plädoyer für geklärte zwischenmenschliche Verhältnisse.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Sex und Sühne

Nino Haratischwili – Die Katze und der General Cover: Frankfurter Verlagsanstalt

Nino Haratischwili gelingt es, das bewegende Schicksal einer vergewaltigten und ermordeten Tschetschenin zu den zwei Fragen verkommen zu lassen, wer mit wem in die Kiste hüpft und wann endlich mal Tacheles geredet wird.  Die hölzern wirkenden Figuren drucksen mehrheitlich um den heißen Brei herum. Übrig bleibt der perfekte Roman – für jeden, der sich an plumper Unterhaltungslektüre ergötzen kann.

von THOMAS STÖCK Weiterlesen

Ein Kinderspiel mit dem Zitate-Mosaik

María Cecilia Barbetta – Nachtleuchten Cover: S. Fischer

María Cecilia Barbettas Nachtleuchten ist wohl der Traum eines jeden Literaturwissenschaftlers. Die argentinisch-deutsche Autorin kombiniert autoreferenzielle und intertextuelle Bezüge zu einem Textgewebe, welches aus unzähligen roten Fäden gleich einen ganzen roten Teppich entstehen lässt. Dabei spielt sie gekonnt mit Wörtern, den Möglichkeiten eines veränderbaren Schriftbildes und auf inhaltlicher Ebene mit grausam-grotesken Anwandlungen eines Landes zwischen Diktatur und Demokratie.

von THOMAS STÖCK Weiterlesen

Im Labyrinth des flüchtigen Seins

"Moments of Being" von kaleidoskop beim west off-Festival Foto: Annika Meyer

„Moments of Being“ von kaleidoskop beim west off-Festival Foto: Annika Meyer

Das Theaterfestival west off beschäftigt sich in diesem Jahr unter anderem mit der (De-)Konstruktion unserer Wahrnehmung und dem Begriff der Wirklichkeit. In diesem Rahmen zeigt das Kollektiv kaleidoskop seine „theatrale Rauminstallation“ Moments of Being und präsentiert dem Publikum eine sehr persönliche Annäherung an Virginia Woolfs Schreiben und (künstlerisches) Erleben.

von ANNIKA MEYER Weiterlesen

Alles hat ein Ende – den Göttern sei Dank!

Richard Wagners "Götterdämmerung" an der Deutschen Oper am Rhein Foto: Hans Jörg Michel

Richard Wagners „Götterdämmerung“ an der Deutschen Oper am Rhein Foto: Hans Jörg Michel

Es ist vollbracht: Die Deutsche Oper am Rhein hat mit Götterdämmerung nun den letzten Teil von Wagners Ring-Zyklus zur Premiere gebracht. Während die Solisten vom Premierenpublikum frenetisch gefeiert werden, holt sich das Kreativteam um Regisseur Dietrich W. Hilsdorf ein lautes Buh-Konzert ab. Daran sollte es sich inzwischen gewöhnt haben.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen