Kolumne: In der lesBar mit Brecht, Bruinier und Laura Weber

Eine lyrische Vorstellung, eine antilyrische These, ein weltbewegendes Gedicht, eine poetische Überführung und Ihre Reservierung in einem Etablissement, in dem die Grenzen der Gattungen überschritten werden: Willkommen in der lesBar, liebe Kolumnauten!

von NICK PULINA

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„Mein Geist verlangte nach einer kleineren Welt“

Ottessa Moshfegh: Der Tod in ihren Händen; Hanser Berlin

Ottessa Moshfegh wagt mit ihrem neuen Roman Der Tod in ihren Händen einen Vorstoß in die Welt der unzuverlässigen Erzähler und schafft eine Protagonistin, deren einsamer Alltag durch den Fund eines Zettels durchbrochen wird, der von einem vermeintlichen Mord berichtet. Was zunächst nach dem Anfang eines klassischen Whodunit-Krimis aussieht, bekommt sehr schnell einen bitteren Beigeschmack. Geht es hier wirklich um die Aufklärung eines Mordes oder sollte eigentlich etwas ganz anderes aufgearbeitet werden?

von NICK PULINA

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Ich backe mir einen Roman…

Guillaume Musso: La vie secrète des écrvains; Calmann-Lévy

Angesichts der zahlreichen Lobeshymnen auf La vie secrète des écrivains kann man viel von diesem Roman erwarten – doch dem hohen Anspruch wird er nicht gerecht. Er ist widersprüchlich, sprachlich insbesondere bezogen auf die Thematik nicht ausgeklügelt genug und macht jedes Mitdenken der Leserschaft obsolet. Guillaume Mussos fatalster Fehler: Er hält sich nicht an das Rezept, das er selbst in seinem Roman vorgibt.

von ALINA WOLSKI

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Brot und Kriege

Giulia Caminito: Ein Tag wird kommen; Klaus Wagenbach

In ihrem dritten Roman Ein Tag wird kommen erzählt die italienische Autorin Giulia Caminito die Geschichte zweier ungleicher Brüder aus ärmlichen Verhältnissen zur Zeit des Ersten Weltkrieges. Dass gerade die Figuren dabei blass bleiben, ist bedauernswert, wird aber durch die Thematisierung der sozialen und gesellschaftlichen Konflikte, mit denen die Figuren zu kämpfen haben, zumindest teilweise aufgewogen. 

von CARO KAISER 

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Die Redaktion empfiehlt…

Mit 2020 liegt ein äußerst bewegtes Jahr hinter uns. COVID-19 hat unseren Alltag auf den Kopf gestellt. Auch für 2021 werden durch die Pandemie notwendig gewordene Einschränkungen unseren Alltag langfristig bestimmen. Zugleich gibt es jedoch einen Hoffnungsschimmer am Horizont mit den zugelassenen mRNA-Impfstoffen, sodass vielleicht in nicht allzu ferner Zukunft eine Normalisierung unseres Lebens beginnen kann. Doch ist da ja noch der Lockdown, dessen Verlängerung immer wahrscheinlicher scheint. Um die Zeit zu Hause ein wenig vergnüglicher zu machen, hat sich unsere Redaktion deshalb einige Empfehlungen für diese aufregende Zeit einfallen lassen. Wir wünschen Euch einen angenehmen Start in das neue Jahr, beste Gesundheit und natürlich viel Vergnügen bei der Lektüre!

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„Ich kann Bedürfnisse viel besser online ausdrücken“

Marius Goldhorn: Park, Cover: suhrkamp

Mit Park liefert Marius Goldhorn ein popliterarisches Debüt, das seinesgleichen sucht. Selten war der als Genrebezeichnung eigentlich eher schwammige Begriff der ‚Gegenwartsliteratur‘ präziser anwendbar als auf diesen Roman, der die Leser:innen nicht nur mit auf eine Reise nach Paris und Athen nimmt, sondern auch einen erschreckend genauen Blick auf unsere westliche Welt ermöglicht, in der alle jederzeit online vernetzt sind. Willkommen im Hier und Jetzt.

von NICK PULINA

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Kasachstans Goethe – Ein Nationaldichter feiert seinen 175. Geburtstag

Abai: Slowa nazidanija; Cover: Meloman Publishing

Der kasachische Nationaldichter heißt wie nochmal? Genau: Abai Kunanbajew. Zugegebenermaßen – gerade geläufig ist die Kenntnis über diesen kasachischen Nationalhelden in Europa nicht. Doch dies vollkommen zu Unrecht. Abai steht als hochgebildeter Gelehrter in einer Reihe mit Goethe, Puschkin und Byron.

von ALINA WOLSKI

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Abnabelungsprozess gescheitert (?)

Eva Roman: Pax; Klaus Wagenbach

In ihrem zweiten Roman widmet sich Eva Roman dem seit Jahrhunderten literarisch häufig verarbeitetem Thema des Erwachsenenwerdens. Dank einfühlsamer Figurenzeichnung und herrlich ambivalenten Figurenbeziehungen gelingt es Roman trotzdem die bereits hundertfach erzählte Geschichte der Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen spannend und anregend zu gestalten.

von CARO KAISER

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Die Ungehaltenen

Karosh Taha: Im Bauch der Königin; Dumont

Karosh Tahas neuer Roman Im Bauch der Königin erzählt aus zwei Richtungen von der Konfrontation kurdischer Einwandererkinder mit ihren absenten Vätern, von starken Frauen in einer kurdischen Community im Ruhrgebiet und von ambivalenten Verhältnissen zur eigenen Heimat. Dabei kommt er in Gestalt eines Wendebuchs daher, was mehr als nur die Wahl zwischen zwei Anfängen bietet. Bildreich und einfühlsam kontrastiert Taha zwei jugendliche Erzählerstimmen vor dem Hintergrund geteilter Familienschicksale und einer gemeinsamen Freundschaft. Insbesondere die divergenten Wahrnehmungen von Weiblichkeit und Mutterschaft der deutsch-kurdischen Protagonist*innen stehen dabei im Blickpunkt.

 von SIMON HLAWATSCH Weiterlesen

Von Rehen und Mystikerinnen – Oder: The Animal Village

Olga Tokarczuk: Der Gesang der Fledermäuse; Schöffling & Co.

Nachträglich für den ausgefallenen Nobelpreis 2018 wurde der polnischen Schriftstellerin Olga Tokarczuk dieser Preis im vergangenen Jahr verliehen. Ihr Roman Der Gesang der Fledermäuse bringt neuen Wind in die Literaturszene. Auch wenn er zu Teilen esoterisch und befremdlich wirkt, zwingt er den Leser immer wieder, sich einer drängenden Frage zu stellen: Woher nimmst du dir das Recht, über die Protagonistin zu urteilen? Ein Roman, der die Andersartigkeit in den Mittelpunkt stellt und ein Umdenken fordert – dieses Mal in unserer Throwback-Thursday-Reihe.

von ALINA WOLSKI Weiterlesen