Gescheiterter Künstler, gefeierter Künstler

Akira Kurosawa (1910–1998) vor Beginn seiner großen Karriere im Jahr 1937.

Heute vor 24 Jahren ist der japanische Regisseur Akira Kurosawa gestorben. Wenige Filmemacher haben eine solch große Anzahl an filmischen Meisterwerken hinterlassen wie der Japaner. Egal ob Historienepos, Kriminalfilm oder Gesellschaftsdrama – Kurosawas Filme gehören immer noch mit zu den besten, die die Filmwelt zu bieten hat. Dabei wollte Kurosawa eigentlich gar nicht Regisseur werden und am Anfang seiner Filmkarriere stand auch noch der Tod eines geliebten Menschen.

von CARO KAISER

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Doctor’s Diary (4): Warum über einen anderen Genozid schreiben

Paul Rusesabagina in der US-Botschaft in Schweden im Jahr 2013.

Nach den ersten Monaten der Organisationsphase möchte ich in der heutigen Kolumne auf die inhaltliche Findungsphase zu sprechen kommen. In meinem speziellen Fall soll es dabei um ein kleines ostafrikanisches Land gehen, dessen grausame Geschichte das Geschichtenerzählen notwendig macht: Ruanda. 1994 fand in etwa 100 Tagen ein Völkermord statt und kostete über 800.000 Angehörige der Bevölkerungsminderheit der Tutsi das Leben.

von THOMAS STÖCK

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Kann alles, kennt jeden

Jean Cocteau im Jahr 1923, Foto von der Agence de presse Meurisse.

Dichter, Prosautor, Dramatiker, Maler, Drehbuchschreiber, Regisseur, Schauspieler, Bühnenbildner – Jean Cocteau war ein Mann mit vielen künstlerischen Talenten. Ebenso zahlreich wie seine Fertigkeiten waren seine Kontakte und Freundschaften mit anderen Künstlerinnen und Künstlern. Manche dieser Kontakte werfen aus heutiger Sicht durchaus einen Schatten auf Cocteau. Heute wäre er 133 Jahre alt geworden und auch wenn Geburtstage zum Feiern da sind, wollen wir im heutigen Porträt gerade die ambivalenten Aspekte unseres Geburtstagskindes beleuchten.

von CARO KAISER

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The Greatest Showman

Nein, die Rede ist nicht von Michael Graceys Filmmusical aus dem Jahr 2017, sondern von Colonel Parker – einem Schausteller, der in den 50er Jahren einen jungen Mann entdeckte und diesen zu seinem Projekt machte – der größten Geldmaschinerie der Musikgeschichte: Elvis Presley. In seinem neuen Film Elvis inszeniert Baz Luhrmann die Lebensgeschichte des „King of Rock“ in einem fulminanten Biopic-Spektakel aus der Perspektive des geldgierigen Managers und selbsternannten Colonels, den einige für den Tod des Superstars verantwortlich machten. 

von ALINA BRAUCKS 

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In der lesBar mit Werner Herzog und fruchtsüßem Kabi

Kino Werner Herzig Fitzcarraldo Klaus Kinski
Foto: Unsplash

Ein Kinokonflikt, eine Kinolösung, eine große Kinofrage, eine Liste der kollektiven Verachtung, eine beglückende Freiheitsberaubung, ein deutscher Klassiker mit Überlänge, eine künstlerisch-masochistische Erkenntnis, ein Plädoyer für die Langeweile, ein süßer Allround-Begleiter und eine Gebrauchsanweisung für dessen Einsatz. Herzlich willkommen zum Kinoabend in der lesBar!

von NICK PULINA

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„Filmmaking is the only career for a lazy man“

Aki Kaurismäki im Jahre 1990. © Gorup de Besanez

Aki Kaurismäki – Lieblingsregisseur sämtlicher Programmkinobesitzer dieser Welt – wird heute 65 Jahre alt. Der finnische Regisseur, der bekannt ist für seine sozialkritischen, staubtrocken-humorigen, dialogarmen und popmusikreichen Filme, gilt vielen als Beweis, dass eine extravagante Ausbildung an exklusiv-elitären Filmschulen alles andere als ein Garant für einen guten Filmschaffenden ist. Lakonisch, aber selten um ein politisches Statement verlegen, macht Kaurismäki die beste Werbung für die finnische Filmkunst und die schlechteste Werbung für sein Heimatland allgemein.

von CARO KAISER

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In der lesBar mit Steven Spielberg, Joel Coen und Dorothee Zilliken

Kolumne lesBar Macbeth West Side Story Zilliken

Ein britischer Poet, eine zweiaktige Polemik, eine musikalische Bühnenhandlung, eine Grundsatzdebatte, ein Adaptionsproblem, eine Publikumsfrage, ein Plot-Hole, ein schwarz-weißes Gegenbeispiel, eine verfilmte Abstraktion, ein versöhnender Süßwein, ein Traditionsbetrieb der Mosel, eine Winzerin von Weltruhm. Willkommen zum Filmeabend in der lesBar!

von NICK PULINA

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Türchen 17: Nuanciert durch den Dauersuff

Ah, Weihnachtszeit, Glühweinzeit! Auch in diesem Winter müssen viele von uns darauf verzichten, mit zitternden Zähnen und abgestorbenen Zehen auf dem Weihnachtsmarkt zu stehen, um heißen Zimtsangria zu konsumieren. Gut, dass man Glühwein auch Zuhause trinken kann! Aber da alleine trinken und besaufen traurige Angelegenheiten sind, empfehle ich Ihnen die Gesellschaft von Thomas Vinterbergs oscarprämiertem Film Der Rausch (dän. Originaltitel: Druk).

von CARO KAISER

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Türchen 11: „Wenn der Protagonist eine Frau ist, muss sie am Ende verheiratet sein – oder tot.“

Mit ihrem Film Little Women reiht sich die junge Regisseurin und Drehbuchautorin Greta Gerwig (Lady Bird) in eine bereits lange Liste Filmschaffender ein, die Louisa May Alcotts Klassiker Little Women (1868/69) verfilmt haben. Ein Glück für uns, dass sie sich von der Vielzahl ihrer Vorgänger:innen nicht abschrecken ließ, denn so kommen wir nun in den Genuss eines herzerwärmenden Filmerlebnisses, bei dem die Weihnachtsstimmung nicht lange auf sich warten lässt.

von ALINA BRAUCKS

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Türchen 4: Wer bin ich?

Der Dramatiker Florian Zeller adaptiert mit seinem Film The Father sein eigenes Theaterstück. Heraus kommt ein ruhiger und sentimentaler Film, der doch an manchen Stellen droht, einem das Herz zu zerreißen und vor allem eins ist: ganz großes Schauspielkino. Ein perfekter Film für die kalte Jahreszeit, den man unbedingt teetrinkend und gehüllt in dicken Decken genießen sollte.

von ALINA BRAUCKS

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