„Filmmaking is the only career for a lazy man“

Aki Kaurismäki im Jahre 1990. © Gorup de Besanez

Aki Kaurismäki – Lieblingsregisseur sämtlicher Programmkinobesitzer dieser Welt – wird heute 65 Jahre alt. Der finnische Regisseur, der bekannt ist für seine sozialkritischen, staubtrocken-humorigen, dialogarmen und popmusikreichen Filme, gilt vielen als Beweis, dass eine extravagante Ausbildung an exklusiv-elitären Filmschulen alles andere als ein Garant für einen guten Filmschaffenden ist. Lakonisch, aber selten um ein politisches Statement verlegen, macht Kaurismäki die beste Werbung für die finnische Filmkunst und die schlechteste Werbung für sein Heimatland allgemein.

von CARO KAISER

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In der lesBar mit Steven Spielberg, Joel Coen und Dorothee Zilliken

Kolumne lesBar Macbeth West Side Story Zilliken

Ein britischer Poet, eine zweiaktige Polemik, eine musikalische Bühnenhandlung, eine Grundsatzdebatte, ein Adaptionsproblem, eine Publikumsfrage, ein Plot-Hole, ein schwarz-weißes Gegenbeispiel, eine verfilmte Abstraktion, ein versöhnender Süßwein, ein Traditionsbetrieb der Mosel, eine Winzerin von Weltruhm. Willkommen zum Filmeabend in der lesBar!

von NICK PULINA

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Türchen 17: Nuanciert durch den Dauersuff

Ah, Weihnachtszeit, Glühweinzeit! Auch in diesem Winter müssen viele von uns darauf verzichten, mit zitternden Zähnen und abgestorbenen Zehen auf dem Weihnachtsmarkt zu stehen, um heißen Zimtsangria zu konsumieren. Gut, dass man Glühwein auch Zuhause trinken kann! Aber da alleine trinken und besaufen traurige Angelegenheiten sind, empfehle ich Ihnen die Gesellschaft von Thomas Vinterbergs oscarprämiertem Film Der Rausch (dän. Originaltitel: Druk).

von CARO KAISER

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Türchen 11: „Wenn der Protagonist eine Frau ist, muss sie am Ende verheiratet sein – oder tot.“

Mit ihrem Film Little Women reiht sich die junge Regisseurin und Drehbuchautorin Greta Gerwig (Lady Bird) in eine bereits lange Liste Filmschaffender ein, die Louisa May Alcotts Klassiker Little Women (1868/69) verfilmt haben. Ein Glück für uns, dass sie sich von der Vielzahl ihrer Vorgänger:innen nicht abschrecken ließ, denn so kommen wir nun in den Genuss eines herzerwärmenden Filmerlebnisses, bei dem die Weihnachtsstimmung nicht lange auf sich warten lässt.

von ALINA BRAUCKS

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Türchen 4: Wer bin ich?

Der Dramatiker Florian Zeller adaptiert mit seinem Film The Father sein eigenes Theaterstück. Heraus kommt ein ruhiger und sentimentaler Film, der doch an manchen Stellen droht, einem das Herz zu zerreißen und vor allem eins ist: ganz großes Schauspielkino. Ein perfekter Film für die kalte Jahreszeit, den man unbedingt teetrinkend und gehüllt in dicken Decken genießen sollte.

von ALINA BRAUCKS

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„Sie sind aber contra“

Mit Contra präsentiert Sönke Wortmann eine deutschsprachige Filmkomödie über das Verhältnis von Studentin und Professor. Dem großen Themenkomplex des Rassismus an Universitäten wird dabei mit einer angemessenen Ernsthaftigkeit begegnet. Obwohl Contra ein tiefgründiges, lehrreiches und zugleich unterhaltsames Filmerlebnis verspricht, wirkt die Bearbeitung des Rassismusthemas gelegentlich gestelzt. Doch das ist Kritik auf sehr hohem Niveau.

von ALINA WOLSKI

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In der lesBar mit dem Publikum der letzten Wochen und Schloss Vaux

Ein pandemiegeprägtes Auditorium, eine nie dagewesene Gnade, eine wasserreiche Metapher, ein finnischer Landschaftskomponist, ein sägender Violinist, ein aufstehender Gast, eine schreiende Frau, eine Schar überzeugender Studierender, ein rotierender Regisseur, eine Einsicht mit Besserung, eine objektophile Mörderin, eine metallene Schwangerschaft, ein unvergesslicher Kinoabend, ein destruktiver Kolumnist und ein alles rettender Schaumwein. Willkommen beim Gossip-Abend in der lesBar!

von NICK PULINA

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„Im Zweifel für den Angeklagten.“

Ein geistig behinderter Vater wird des Mordes an einem kleinen Mädchen angeklagt. Er wird von seiner Tochter getrennt und zum Tode verurteilt. Kommt es zum Urteil oder geschieht am Ende ein Wunder? Mehmet Ada Öztekins Meisterwerk 7. Koğuştaki Mucize (übersetzt: Wunder in der Gefängniszelle Nummer 7) setzt sich einerseits mit gesellschaftlichen Problemen wie der Todesstrafe oder der Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung auseinander, andererseits löst der Film ein Wechselspiel aus Wut, Freude, Trauer und Frustration beim Zuschauer aus.

von VANESSA MUSZARSKY

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Rettichgeruch als Auslöser des Klassenkampfes

Naive Reiche, ausgebuffte Arme und erstaunlich viel Blut: Parasite, der neue Film des in seinem Heimatland gefeierten südkoreanischen Regisseurs Bong Joon-ho, trumpft mit einer Mischung aus Familiendrama, Komödie und Sozialkritik auf und schafft es, die Schere zwischen Arm und Reich ohne viel Rumgefuchtel des moralischen Zeigefingers anzuprangern. Ein absolut gelungener Film!  

von CARO KAISER Weiterlesen

Drei, zwei, eins…meins

"Shoplifters"

„Shoplifters“

Seine Familie soll man sich bekanntlich nicht aussuchen können. In seinem neuen Film Shoplifters hinterfragt der japanische Regisseur Hirokazu Kore-eda diese Binsenweisheit und stellt ohne große Rührseligkeit oder übertriebene Emotionalität einen alternativen Familienentwurf dar. 

von CARO KAISER Weiterlesen