Im Spiegelstadium

In seinem neuen Film Der andere Liebhaber wühlt der französische Ausnahmeregisseur François Ozon tief in der psychoanalytischen Mottenkiste. Mit dem Doppelgängermotiv und einem Spiegelkabinett im Gepäck will Ozon die weibliche Psyche ergründen – mit fragwürdigem Ausgang.

 von LEONARD MERKES Weiterlesen

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Every Frame a Painting

Dorota Kobiela und Hugh Welchman haben das gemacht, was zwar nach einer sehr naheliegenden Idee klingt, aber trotzdem noch nie versucht wurde: Sie haben mit Loving Vincent einen Animationsfilm über Vincent van Gogh kreiert, in dem sie alle Figuren und Schauplätze Kunstwerken des niederländischen Malers entnommen haben. Das sieht nicht nur verdammt gut aus, sondern tröstet auch über die eher magere Handlung hinweg.  

von CARO KAISER Weiterlesen

Ein Mann und sein Bettlaken

Ist die Vorherrschaft der durchsichtigen Männer und kleinen, gruseligen Mädchen gebrochen? In seinem neuen Film A Ghost Story entscheidet sich Regisseur David Lowery dazu, Geister wieder ganz klassisch darzustellen: Bettlaken, zwei Gucklöcher. Aber Vorsicht: Was nach Horror-Komödie klingt, ist in Wirklichkeit ein melancholisches Drama über Tod und Erinnerung.  

von CARO KAISER  Weiterlesen

Die Geschichte eines, der abstürzte

FILMPLAKAT_Josef Harder_Wilde Maus_Wega Film

Ein arroganter Musikkritiker und gelangweilter Ehemann, der urplötzlich aus dem braunbreiten Sessel seines dahindümpelnd-bequemen Lebens herausgeschubst wird und hart auf dem Boden aufschlägt: Das ist nicht das Ende, sondern der Beginn von Josef Harders Film Wilde Maus, eine liebevolle und gleichzeitig schonungslose, urkomische Tragikomödie, in der der Regisseur selbst die Hauptrolle spielt.

Von HANNAH SCHMIDT Weiterlesen

Freiheit, wem Strafe gebührt

FILMPLAKAT_Fatih Akin_Aus dem Nichts_Warner Bros. Pictures

Fatih Akin wirft mit Aus dem Nichts wichtige Fragen auf: Muss ein Film über den NSU zwangsweise den NSU beinhalten? Kann man neonazistische Nagelbombenanschläge auf Deutsch-Türken ohne Diskussionen um V-Männer und Paulchen Panther thematisieren? Für einen guten Film nicht zwingendermaßen.

von CARO KAISER Weiterlesen

49 Jahre seit Philip K. Dick und noch immer keine elektrischen Schafe!

Blade Runner 2049

Denis Villeneuves Blade Runner 2049 läuft seit dem 5. Oktober in den deutschen Kinos.

Hollywood hat es schon wieder getan. Nach Star Wars und Alien wurde jetzt der nächste Sci-fi-Meilenstein per Sequel aus den 70ern und 80ern ins 21. Jahrhundert gehievt: Denis Villeneuve wagt sich mit Blade Runner 2049 an eine Fortsetzung zu Ridley Scotts Blade Runner von 1982. Yay oder Nay? Eine Enttäuschung à la Star Wars: Episode I blieb uns immerhin erspart.

 

von CARO KAISER Weiterlesen

Brunftzeit im Schlachthof

FILMPLAKAT_Ildikó Enyedi_Körper und Seele_Inforg-M&M Film Kft.Liebesfilme sind abgeschmackte Massenware? Fast Food für Hausfrauen Mitte Vierzig? Der neue Film der ungarischen Regisseurin Ildikó Enyedi, Körper und Seele, erzählt zwar eine Liebesgeschichte, aber Freunde von seichter Romantik werden hier sicherlich keine Schmetterlinge im Bauch bekommen.

von CARO KAISER Weiterlesen

„Abhauen gibt’s nicht. Wär schön. Aber geht nicht.“

Adolf Winkelmann: Junges Licht // Quelle: Weltkino

 

Der Dortmunder Adolf Winkelmann hat mit Ralf Rothmanns Junges Licht einen der eindringlichsten Ruhrgebiets-Romane verfilmt. Der Film über eine Kindheit im Ruhrgebiet der Sechziger will sehr viel. Hier und da nervt er auch. Aber in der Erinnerung wird er immer besser.

von FABIAN MAY

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Viele Worte führen ins Nichts

Anomalisa // Quelle: Paramount

Was für ein unangenehmer Zeitgenosse, zerfressen von Selbstmitleid, ignorant allen anderen gegenüber und dann klebt der Film auch noch unablässig an seiner Perspektive: Michael Stone, Hauptfigur in Charlie Kaufmans Anomalisa, erfolgreicher Autor eines Sachbuch-Bestsellers, ist irgendwie normal, vielleicht sogar – menschlich? Schließlich hat er an den gleichen Fragen zu knapsen wie wir alle.

von SYLVIA KOKOT

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Der Preis des guten Lebens

"Carol" Foto: The Weinstein Company

„Carol“ Foto: The Weinstein Company

Todd Haynes verfilmt mit Carol einen frühen Patricia Highsmith-Roman über eine unmögliche Liebe zwischen einer Warenhaus-Angestellten und einer wohlhabenden Ehefrau in den 50er Jahren als verführerisch-melancholische Romanze. Ein Meisterstück der kleinen Gesten und heimlichen Blicke.

von PHILIPP HANKE Weiterlesen