Türchen 3: Ein Blick in den Sternenhimmel

In Starry Night, Blurry Dreams zeigt Henn Kim in einem Poesiebuch der etwas anderen Art Illustrationen unterschiedlicher Lebenssituationen und Stimmungen begleitet von kurzen und knappen Sprüchen oder einzelnen Wörtern, die jedes Mal ins Schwarze treffen. Henn Kim lässt damit Raum für eigene Interpretationen und zur Träumerei.

von CELINA FARKEN

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„Unser Leben ist wie eine Reise; wir lassen uns nieder und meinen, unser Haus stünde ewig“

Annemarie Schwarzenbach (1908-1942) ca. 1938

Die Schweizer Journalistin, Reiseschriftstellerin und Fotografin Annemarie Schwarzenbach begeht heute, am 15. November 2022, ihren 80. Todestag. Ihr Leben gleicht einer Reise: „Im gewöhnlichen Leben scheint natürlich alles fester und nicht vorübergehend; das Bewusstsein des ‚Episodenhaften‘ verliert sich, man glaubt leichter, dass jeder Tag zu einer Zukunft beitrage, und man vergisst, dass diese Zukunft eines Tages oder Nachts ihr unwiderrufliches Ende hat.“ Sie flüchtet gewissermaßen aus ihrem Elternhaus, beschreibt ferne Länder für andere Menschen, führt ein nomadisches Leben und hinterlässt ein großes Œuvre prosaischer wie lyrischer Texte sowie Fotografien, die nur zum Teil zu Lebzeiten Schwarzenbachs in Buchform sowie in Zeitungen und Zeitschriften erschienen sind.

von JANA SCHRÄDER-GRAU

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Das Bildnis des Oscar Wilde

Oscar Wilde (1854–1900) circa 1882

Aus seiner Feder stammen unzählige Texte, wie der Roman Das Bildnis des Dorian Gray: Oscar Wilde galt als angesehener Schriftsteller im 19. Jahrhundert und bietet mit seinen Werken auch gegenwärtig noch viel lesenswerten Stoff. Heute am 16. Oktober wäre er 168 Jahre alt geworden – ein guter Grund, um an sein Leben zu erinnern.

von VIKTORIA GORETZKI

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„I became insane, with long intervals of horrible sanity.“

Edgar Allan Poe (18091849) wenige Monate vor seinem Tod

Das titelgebende Zitat stammt aus der Feder Edgar Allan Poes, den heute vor 173 Jahren ein noch immer ungeklärter Tod ereilte. Das Ende des Autors von Geschichten wie The Fall of the House of Usher ist ebenso mysteriös wie das Schicksal und die geistige Verfassung vieler seiner Erzählfiguren. In seinem Werk spielen Wahnsinn und die Psyche eine große Rolle, die Leser*innen werden regelmäßig mit Übernatürlichem, Mord und (vermeintlicher?) Auferstehung konfrontiert. Doch warum setzt sich Poe vorwiegend mit diesen Themen auseinander? Im heutigen Porträt wollen wir gemeinsam einen Blick auf das Leben dieses trotz seiner psychischen Instabilität erstaunlich produktiven Schriftstellers werfen.

von AIVE JÜRGENS

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Zu den Sternen (к звездам)

Ein Bild der russischen Futuristen aus dem Jahre 1912. Sitzend (v. l. n. r.): Velimir Chlebnikov, G. L. Kuzmin, S. D. Dolinsky. Stehend: N. D. Burljuk, D. D. Burljuk und Wladimir Majakowski.

Zurück in die Zukunft, Teil 2: Wie schon letzte Woche in unserem Podcast werfen wir einen Blick in die Vergangenheit – und damit über Umwege in die Zukunft – und erinnern an den 100. Todestag des russischen Futurismus-Vordenkers Velimir Chlebnikov. Mit seinem Versuch einer universalen „Sternensprache“ beeinflusst Chlebnikov nachhaltig die russische Literatursprache. Treten Sie ein in die Welt des russischen Futurismus.

von THOMAS STÖCK

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Der 250. Geburtstag eines jungen Mannes, der der Vergänglichkeit begegnete und in ihr Frieden suchte

Porträt Novalis‘ (1772 – 1801) von Franz Gareis (1775 – 1803), circa 1799; Public Domain

Man ist dem Leben nicht gefeit. Nicht in seinen hellsten Momenten und nicht in seinen dunkelsten. In dieser Erfahrung fand sich auch der junge Dichter Novalis, der nach dem Tod seiner Verlobten der lebendigen Welt abschwor und in lyrischer Vollendung eine Spiritualität der erlösenden Nacht erschuf, die die frühe Blüte der Romantik prägen sollte.

von ANDREAS MARTIUS

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Im Steinbruch des Textes

Tomas Venclova: Variation über das Thema Erwachen; Cover: Hanser

Variation über das Thema Erwachen lautet der deutsche Titel des dritten Gedichtbandes von Tomas Venclova. Dahinter verbirgt sich ein Parforceritt eines Weltbürgers durch die Welt- und Literaturgeschichte. Für Venclovas Lyrik darf man mit Fug und Recht das Prädikat Weltliteratur bereithalten, muss sich aber auch darauf einstellen, die hochkomplexen Gedichte in einem zeitintensiven Prozess zu dechiffrieren.

von THOMAS STÖCK

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Heißer Flirt vor der Revolution

Gioconda Belli: Mich lockt die Liebe mit ihren Stacheln; Cover: Peter Hammer Verlag

Der neue Gedichtband Mich lockt die Liebe mit ihren Stacheln der nicaraguanischen Lyrikerin Gioconda Belli verspricht erotische Episoden inmitten vom Kampf gegen Ungerechtigkeiten. Gegen die Unterdrückung der Frau und eine mörderische Diktatur schreibt die Autorin schon seit Jahrzehnten an. Doch ist dieses Dichten voraussetzungsreich – weshalb wir uns einen Exkurs in nicaraguanischer Geschichte gestatten.

von THOMAS STÖCK

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Türchen 16: Warme Milch mit Honig 

Ihre Gedichte sind wie Balsam für die Seele. Die indisch-kanadische Schriftstellerin Rupi Kaur kreiert mit ihrem Gedichtband Milk and Honey ein Gefühl von Geborgenheit, Verständnis, Freude und Trauer und zeigt ihren Leser*innen, dass die Welt nicht immer nur aus Sonnenschein besteht, sondern dass es auch Tage geben kann, an denen es regnet. Kein Thema bleibt unangesprochen: Liebe, Herzschmerz, Feminismus und Zweifel finden alle einen Platz in ihren Gedichten.

von FLORENTINE MARTIN  

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Von Streichholzschachteln und wenigen Worten: Lütfiye Güzels sans trophée

 

Lütfiye Güzel: sans trophée. 24 gedichte; Cover: go-güzel-publishing

Mit 24 Gedichten in der Streichholzschachtel zeigt sich Lütfiye Güzel einmal mehr als Virtuosin des Einfachen.

von LARS BANHOLD Weiterlesen