Machen es wirklich alle so?

"Così fan tutte" am Essener Aalto-Theater Foto: Matthias Jung

„Così fan tutte“ am Essener Aalto-Theater Foto: Matthias Jung

Essens gegenwärtiger Generalmusikdirektor Tomáš Netopil liebt nicht nur die großen Komponisten seiner tschechischen Heimat, sondern insbesondere auch Mozart. So übernimmt er nach Titus und vor Figaros Hochzeit nun die musikalische Leitung der Neuinszenierung von Così fan tutte. Regie führt der Engländer Stephen Lawless, zum ersten Mal am Aalto-Musiktheater. Er zeichnet diesen heiteren und zugleich bitterernsten Geniestreich aus dem Jahr 1790 als farbenfrohe Referenz ans klassische Bühnendekor.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

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Wenn die Pikdame ihr Ass ausspielt

"Pique Dame" an der Oper am Rhein Foto: Hans Jörg Michel

„Pique Dame“ an der Oper am Rhein Foto: Hans Jörg Michel

Die Deutsche Oper am Rhein holt die US-amerikanische Regisseurin Lydia Steier, die im letzten Jahr als erste Frau Mozarts Zauberflöte bei den Salzburger Festspielen inszenierte, nach Düsseldorf, um Pique Dame, die zweitberühmteste Oper von Tschaikowskij, auf die Bühne zu bringen. Entstanden ist ein zwar konventioneller, aber durchweg überzeugender, farbenfroher Musiktheater-Abend mit einigen wenigen Durststrecken.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Mad World…

"Orest in Mossul" am Schauspielhaus Bochum Foto: Fred Debrock

„Orest in Mossul“ am Schauspielhaus Bochum Foto: Fred Debrock

International, multimedial und im erschreckend aktuellen Kontext feiert Orest in Mossul Bochumer Premiere am Schauspielhaus. Der preisgekrönte Regisseur Milo Rau versetzt die Motive der antiken Tragödie des Aischylos in das irakische Mossul der Gegenwart. Weltpolitik trifft auf persönliches Schicksal, wenn die Konsequenz der Realität Gewalt ist. Die Schrecklichkeit erscheint in ihrer eigenen Ästhetik und trifft direkt ins Herz.

von JASMIN GIERLING Weiterlesen

Die Koexistenz von Religionen

"Die Jüdin von Toledo" am Schauspielhaus Bochum Foto: Jörg Brüggemann / Ostkreuz

„Die Jüdin von Toledo“ am Schauspielhaus Bochum Foto: Jörg Brüggemann / Ostkreuz

Die Jüdin von Toledo war die Eröffnungspremiere des Schauspielhauses Bochum unter der neuen Intendanz von Johan Simons, welcher auch die Regie bei dieser Inszenierung übernahm. In Koen Tachelets Theaterfassung nach dem Roman von Lion Feuchtwanger zeigt sich ein starkes Ensemble, welches auf reduzierter und abstrakter Bühne den komplexen und komplizierten Dialog dynamisch darzustellen weiß.

von KEVIN WANCKEL Weiterlesen

Vom Leben und Sterben eines stolzen Mannes

Shakespeares "Coriolan" am Düsseldorfer Schauspielhaus Foto: Sandra Then

Shakespeares „Coriolan“ am Düsseldorfer Schauspielhaus Foto: Sandra Then

Auf der CENTRAL-Bühne des Düsseldorfer Schauspielhauses inszeniert Tilmann Köhler, nachdem im Februar bereits Hamlet Premiere feierte, ein weiteres Shakespeare-Stück: den eher selten gespielten Coriolan. Während die grelle, slapstickverliebte Herangehensweise manches Mal an den Nerven zerrt, begeistert der Abend vor allem mit einem überragenden André Kaczmarczyk in der Titelrolle.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

Ich ist ein anderer

"Die Kopien" am ROTTSTR5 Theater Foto: Sophia Remer

„Die Kopien“ am ROTTSTR5 Theater Foto: Sophia Remer

Constanze Hörlin inszeniert Caryl Churchill am ROTTSTR5 Theater in Bochum. Die Kopien thematisiert aktuelle Fragen nach Identität und Austauschbarkeit und ist doch in seiner Zeit verhaftet. Die Inszenierung vermag jedoch nicht über die Oberflächlichkeit des Textes hinwegzutäuschen.

von MORITZ MÜLLER Weiterlesen

Iphigenie bei den Bochumern

"Iphigenie" am Schauspielhaus Bochum Foto: Julian Röder

„Iphigenie“ am Schauspielhaus Bochum Foto: Julian Röder

Das Schauspielhaus Bochum zeigt eine Euripides-Jelinek-Melange von Dušan David Pařízek, die vor allem ein Anliegen hat: Geschlechterrollen zu verwischen und zu hinterfragen. Trotz brillanter Schauspieler und einiger verblüffender Regieeinfälle läuft der Abend jedoch etwas ins Leere; nur Weniges bleibt hängen.

von HELGE KREISKÖTHER Weiterlesen

„Big Fish“ oder Die große Benjamin-Oeser-Show

"Big Fish" am Musiktheater im Revier Foto: Karl und Monika Forster

„Big Fish“ am Musiktheater im Revier Foto: Karl und Monika Forster

Jeder hat einen Edward Bloom in seiner Familie – den einen Onkel oder Vater oder Großonkel, der gern Geschichten erzählt und damit auf jeder Familienfeier die eine Hälfte der Gesellschaft köstlich amüsiert und die andere Hälfte zum Augenrollen verleitet. Im Musical Big Fish ist dieser Geschichten-Onkel nun die zentrale Hauptfigur, und die Zuschauer werden in die verrückte Geschichtenwelt des Erzählers mitgenommen. Andreas Gergen präsentiert neben schönen Bildern vor allem einen exzellenten Benjamin Oeser in der Hauptrolle.

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos

"Der Ring an einem Abend" am Aalto-Theater Essen Foto: Matthias Jung

„Der Ring an einem Abend“ am Aalto-Theater Essen Foto: Matthias Jung

Während die Deutsche Oper am Rhein aktuell über mehrere Spielzeiten hinweg mehr oder weniger erfolgreich den gesamten Wagner’schen Ring-Zyklus inszeniert, macht es sich das Essener Aalto-Theater einfacher und nimmt Loriots Der Ring an einem Abend in sein Programm. Statt 15-stündigem Bombast erleben die Besucher in Essen eine urkomische, dreistündige Reduktion, die Wagners Meisterwerk trotz all ihrer Albernheiten nie bloßstellt, sondern sich vor ihm verbeugt. 

von STEFAN KLEIN Weiterlesen

Wir sind Hamlet

"Hamlet" am Düsseldorfer Schauspielhaus   Foto: Sandra Then

„Hamlet“ am Düsseldorfer Schauspielhaus Foto: Sandra Then

Ein schillernder Prinz, der vom Tod seines Vaters in den Wahnsinn getrieben wird, zieht das Publikum im Düsseldorfer Schauspielhaus in seinen Bann und zeigt das Leben und die Menschlichkeit in all ihren Abgründen. Christian Friedel, seine Band Woods of Birnam und das Ensemble zeigen in Roger Vontobels Inszenierung ein facettenreiches Schauspiel, das mehr als nur einmal die Stimmung eines Poprock-Konzerts hervorruft.

von JASMIN GIERLING Weiterlesen